Anzeige
Glenn Greenwald bei seiner Buchvorstellung in Berlin
Glenn Greenwald bei seiner Buchvorstellung in Berlin (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)

Glenn Greenwald: "Privatsphäre ist ein Instinkt"

Die NSA-Affäre habe gezeigt, dass Menschen ihre Privatsphäre im Internet selbst schützen müssten. Es sei unrealistisch, dass die NSA in absehbarer Zeit mit ihrer Schnüffelei aufhöre. Das sagte Glenn Greenwald bei seiner Buchvorstellung in Berlin.

Anzeige

Die öffentliche Debatte über die Schnüffelei der Geheimdienste im Internet habe sowohl ihn selbst als auch Edward Snowden positiv überrascht, sagte der Journalist Glenn Greenwald bei seiner Buchvorstellung in Berlin. Es zeige, dass die Menschen sich um ihre Privatsphäre Sorgen machten. Mit Verschlüsselung und Anonymisierung könnten Menschen sich selbst gegen das Abhören wehren, denn Regierungen würden nie aufhören, die Menschen zu überwachen. Das Sammeln von Informationen gehöre zu ihrem Herrschaftsanspruch.

Die Wahrung der Privatsphäre sei jedoch nicht nur ein Grundrecht, sondern werde von vielen auch instinktiv verteidigt, sagte Greenwald. Er habe ein Experiment mit denjenigen gewagt, die ihm versicherten, sie hätten im Internet nichts zu verbergen und hätte sie um ihre Passwörter zu sozialen Medien und ihren E-Mail-Konten gebeten. Nicht einer habe ihm seine Zugangsdaten überlassen. Die NSA-Affäre habe vielen vergegenwärtigt, dass nicht nur Aktivisten oder politisch Verfolgte von der Schnüffelei der Geheimdienste betroffen seien, sagte Greenwald. Diese Debatte hätten Snowden und er anstoßen wollen.

Symbolische Reform

Die aktuelle Reform der Überwachungsgesetze in den USA nannte Greenwald symbolisch. Es sei aber unrealistisch zu erwarten, dass in so kurzer Zeit ein massives Umdenken in der Gesellschaft stattfinden könne. Greenwald zeigte sich dennoch infolge der weltweit geführten Diskussion optimistisch. Er zähle auf die Hilfe international agierender Internetkonzerne, sich für die Rechte ihrer Nutzer einzusetzen. Dabei helfe der Druck aus Europa auf US-Unternehmen.

Zur Debatte über seine Veröffentlichungspolitik der Snowden-Dokumente sagte Greenwald, er wäge genau ab, welche Informationen er öffentlich zugänglich mache. Die US-Regierung habe bereits mehrfach gewarnt, dass die Preisgabe der NSA-Dokumente Leben gefährden könne, während etwa Wikileaks verlange, sämtliche Dokumente unredigiert zu veröffentlichen. Er habe aber mit Snowden vereinbart, nichts zu tun, um von der grundlegenden Diskussion über die unkontrollierte Überwachung abzulenken.

Definitiv weitere Veröffentlichungen geplant

In seinem ersten Treffen mit Snowden in Hongkong habe ihn die Überzeugung des NSA-Whistleblowers überrascht, die Freiheit der US-Bürger und der weltweiten Internetnutzer verteidigen zu wollen. Snowden sei sich bewusst gewesen, dass er in den USA eine lange Haftstrafe riskiere. Ob Snowden bereit wäre, in die USA zurückzukehren, wenn eine entsprechende Abmachung zustande käme, bejahte Greenwald. Es käme aber auch auf die Diskussionen in Deutschland und Brasilien an. Letztendlich sei es allein Snowdens Entscheidung. In Moskau könne Snowden derzeit unbehelligt durch die Straßen gehen und seine Kontakte über das Internet pflegen.

Auch wenn Snowden sich den Justizbehörden in den USA stellen würde, werde er nicht aufhören, die ihm bereitgestellten NSA-Dokumente weiter zu analysieren und zu veröffentlichen, sagte Greenwald. So sei es mit Edward Snowden vereinbart worden.


eye home zur Startseite
Liliane1969 12. Jun 2014

Ich verstehe nicht, warum wir ständig erwarten, dass wir nahtlos von unserer Mama zum...

bla 27. Mai 2014

Wenn auf Hardwareebene geschnüffelt wird, bringt dir warscheinlich die Beste...

joojak 27. Mai 2014

Na prost Mahlzeit .. wenn ich sowas lese .. wo kommst du denn hehr ?? Wenn es so ist wie...

joojak 27. Mai 2014

Recht hast du. Die Politiker brauchen wir wirklich nicht .. Demokratie hat gesiegt...

Kommentieren



Anzeige

  1. Online Manager (m/w)
    BavariaDirekt, München
  2. Leiter IT Mittelstand (m/w)
    über JobLeads GmbH, Karlsruhe
  3. Projektmanager / Berater (m/w)
    [bu:st] GmbH, München
  4. IT Spezialist Datensicherung (m/w)
    Hornbach-Baumarkt-AG, Großraum Mannheim/Karlsruhe

Detailsuche



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. VORBESTELLBAR: Gran Turismo Sport - Steel Book Edition [PlayStation 4]
    79,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. TIPP: Ubisoft Blockbuster Sale
    (u. a. The Division ab 24,97€, Far Cry Primal ab 29,00€, Anno 2205 24,97€, Assassin's Creed...
  3. Battleborn stark reduziert
    ab 29,97€

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Ultra Compact Network

    Nokia baut LTE-Station als Rucksacklösung

  2. Juniper EX2300-C-12T/P

    Kompakt, lüfterlos und mit 124 Watt Powerbudget

  3. Vorratsdatenspeicherung

    Alarm im VDS-Tresor

  4. Be Quiet Silent Loop

    Sei leise, Wasserkühlung!

  5. Kryptowährung

    Australische Behörden versteigern beschlagnahmte Bitcoins

  6. ZUK Z2

    Android-Smartphone mit Snapdragon 820 für 245 Euro

  7. Zenbook 3 im Hands on

    Kleiner, leichter und schneller als das Macbook

  8. Autokauf

    Landgericht Köln entdeckt, dass SMS sich löschen lassen

  9. Toughpad FZ-B2 Mk 2

    Panasonic zeigt neues Full-Ruggedized-Tablet mit Android

  10. Charm

    Samsungs Fitness-Tracker mit langer Laufzeit kostet 30 Euro



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
GPD XD im Test: Zwischen Nintendo 3DS und PS Vita ist noch Platz
GPD XD im Test
Zwischen Nintendo 3DS und PS Vita ist noch Platz
  1. Gran Turismo Sport Ein Bündnis mit der Realität
  2. Xbox Scorpio Schneller als Playstation Neo und mit Rift-Unterstützung
  3. AMD Drei Konsolen-Chips für 2017 angekündigt

Xperia X im Hands on: Sonys vorgetäuschte Oberklasse
Xperia X im Hands on
Sonys vorgetäuschte Oberklasse
  1. Die Woche im Video Die Schoko-Burger-Woche bei Golem.de - mmhhhh!
  2. Android 6.0 Ein großer Haufen Marshmallow für Samsung und Co.
  3. Google Android N erscheint auch für Nicht-Nexus-Smartphones

Oracle vs. Google: Wie man Geschworene am besten verwirrt
Oracle vs. Google
Wie man Geschworene am besten verwirrt
  1. Oracle-Anwältin nach Niederlage "Google hat die GPL getötet"
  2. Java-Rechtsstreit Oracle verliert gegen Google
  3. Oracle vs. Google Wie viel Fair Use steckt in 11.000 Codezeilen?

  1. Re: "spezielle Software zur nachträglichen...

    lear | 01:48

  2. Re: Nur noch Kompromisse

    User_x | 01:43

  3. Re: Die Lösung

    User_x | 01:40

  4. Re: Wen interessieren die AGB?

    Apfelbrot | 01:37

  5. Re: Erbärmlich

    User_x | 01:30


  1. 19:26

  2. 18:41

  3. 18:36

  4. 18:16

  5. 18:11

  6. 17:31

  7. 17:26

  8. 16:48


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel