Gesetzesentwurf: Bundesregierung will Zugriff auf verwaiste Werke erleichtern
Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz (Bild: Holger Weinandt/CC-BY-SA 3.0)

Gesetzesentwurf Bundesregierung will Zugriff auf verwaiste Werke erleichtern

Wenn sich der Urheber eines geistigen Werks wie eines Buches nicht mehr ermitteln lässt, darf es bald durch öffentliche Einrichtungen kostenlos zugänglich gemacht werden. Das sieht ein nun beschlossener Gesetzesentwurf vor, der auch Zweitveröffentlichungen von wissenschaftlichen Arbeiten erlaubt.

Anzeige

Mit einem nun vom Kabinett beschlossenen Gesetzesentwurf (PDF) will die Bundesregierung den Zugriff auf verwaiste oder vergriffene Werke für öffentliche Einrichtungen wie Archive und Bibliotheken erleichtern. Wie Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger klarstellt, sei das keine Eigenleistung der Regierung - vielmehr werde damit eine EU-Richtlinie umgesetzt.

Wenn der Urheber eines Werkes nicht mehr eindeutig festzustellen ist, war die Nutzung der Arbeit, beispielsweise für die Wissenschaft, bisher kaum möglich. Archiven und Bibliotheken soll nun Rechtssicherheit gegeben werden, wenn sie ein verwaistes Werk anbieten - auch im Internet. Damit wird ein solches Werk aber nicht sofort gemeinfrei, wie es bei allen Werken nach deutschem Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers der Fall ist.

Vielmehr kann ein Urheber oder dessen Erbe auch nachträglich Ansprüche geltend machen. Nicht nur deswegen muss das Ergebnis der Suche nach dem Urheber durch die öffentliche Institution, die das Werk letztlich veröffentlichen will, beim deutschen Patent- und Markenamt hinterlegt werden. Eine Veröffentlichung ist, wenn das Werk als verwaist anerkannt ist, auch über das Internet möglich - aber nur durch öffentliche Einrichtungen wie Bibliotheken und Archive. Gleiches gilt für Werke, die nicht mehr erhältlich, also vergriffen sind.

Neue Regeln für wissenschaftliche Arbeiten

Eine zweite Änderung des Urheberrechts durch den Gesetzesentwurf betrifft die freie Veröffentlichung von wissenschaftlichen Arbeiten. Der Autor kann diese ein Jahr nach dem ersten Erscheinen in einer Fachpublikation selbst frei zur Verfügung stellen. Diese Frist für die Erstverwertung gelte, "um die Verlagsinteressen zu berücksichtigen", wie Leutheusser-Schnarrenberger kommentiert. Die Regelung gilt zudem nur für Arbeiten, die mindestens zur Hälfte mit staatlichen Fördermitteln erstellt wurden.


JackFire 11. Apr 2013

Die andere Frage die sich hier stellt ist--> weshalb wird soetwas überhaupt...

Kommentieren



Anzeige

  1. EDV-Administrator (m/w)
    Vinzenz von Paul gGmbH Soziale Dienste und Einrichtungen, Göppingen
  2. IT Support Administrator (m/w)
    GENTHERM GmbH, Odelzhausen
  3. Software Tools Betreuer (m/w)
    Continental AG, Villingen
  4. IT-Spezialist Netz- und Systemmanagement (m/w)
    Infokom GmbH, Karlsruhe

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Facebook, Google, Twitter

    Branchenweite Interessengruppe zum Open-Source-Einsatz

  2. Typ 007

    Leica Mittelformatkamera S filmt in 4K

  3. Cloud-Computing

    Mathematica Online für den Browser

  4. Taxi-Konkurrent

    Landgericht Frankfurt hebt Verbot von Uber auf

  5. Stadt München

    Zweiter Bürgermeister Münchens lobbyiert gegen Limux

  6. Wettbewerbsverfahren

    Justizminister Maas will an Googles Algorithmus

  7. Test Bernd das Brot

    "Dieses Spiel ist Mist"

  8. Apple

    Vorerst keine NFC-Funktion für deutsche iPhone-Käufer

  9. Sicherheitslücke bei Android

    AOSP-Browser soll über Javascript angreifbar sein

  10. Betriebssystem

    Apple bringt dritte öffentliche Beta von OS X 10.10



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



DDR-Hackerfilm Zwei schräge Vögel: Mit Erotik und Kybernetik ins perfekte Chaos
DDR-Hackerfilm Zwei schräge Vögel
Mit Erotik und Kybernetik ins perfekte Chaos
  1. Miraisens Virtuelle Objekte werden ertastbar
  2. Autodesk Pteromys konstruiert Papiergleiter am Computer

Rezension What If: Ein Highlight der Nerdkultur vom XKCD-Autor
Rezension What If
Ein Highlight der Nerdkultur vom XKCD-Autor
  1. Transistoren Rechnen nach dem Schmetterlingsflügel-Prinzip
  2. MIT-Algorithmus Wie rotiert Schrott in Schwerelosigkeit?
  3. Neues Verfahren Yale-Forscher formt Smartphone-Hüllen aus metallischem Glas

Typ C: Neuer USB-Stecker mit Klick und USB 3.1 ausprobiert
Typ C
Neuer USB-Stecker mit Klick und USB 3.1 ausprobiert
  1. HD Graphics 5300 Broadwell-GPU mit 24 oder 48 EUs, sparsamer und schneller
  2. NUC und Co. Intel will die Mini-PCs halbieren
  3. IMHO USB Typ C lieber heute als morgen

    •  / 
    Zum Artikel