Gerichtsurteil: Google muss "Autovervollständigen" abschalten
Japanische Google-Startseite (Bild: Stringer Japan/Reuters)

Gerichtsurteil Google muss "Autovervollständigen" abschalten

Bei Eingabe des Namens eines Mannes in der Google-Suche erscheinen Begriffe zu Verbrechen. Er hat jetzt in Tokio eine einstweilige Anordnung erstritten, dass Google die Funktion Autovervollständigen abschalten muss. Google widersetzt sich dem Urteil.

Anzeige

Ein Bezirksgericht in Tokio hat angeordnet, dass Google seine Funktion "Autovervollständigen" für Nutzereingaben in seiner Suchmaschine abschalten muss. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Nikkei unter Berufung auf Angaben des Anwalts des Klägers.

Google habe sich geweigert, die Anordnung umzusetzen, weil der Hauptsitz des Unternehmens in den USA sei.

Der Anwalt des Betroffenen, Hiroyuki Tomita, erklärte der Zeitung, dass die Entscheidung des Gerichts bereits vom 19. März 2012 stamme. Sein Mandant habe herausgefunden, dass bei Eingabe seines Namens Begriffe zu Straftaten von Google angezeigt würden. Die Liste der angezeigten Suchtreffer betrage über 10.000, wobei es sich um Verleumdungen und Verunglimpfungen handele. Der Name des Klägers wurde nicht bekanntgegeben. Möglich wäre, dass er denselben Namen trägt wie ein verurteilter Krimineller.

Bevor er die Klage angestrengt habe, habe der Betroffene Google gebeten, bestimme Verknüpfungen aus der Funktion für das Autovervollständigen zu entfernen. Doch der US-Konzern habe dies abgelehnt, weil es sich um automatisch generierte Begriffe handele, die nicht absichtlich angezeigt würden. Daraus lasse sich keine Verletzung der Privatsphäre des Klägers ableiten.

Der Betroffene habe wegen des Problems vor einigen Jahren seinen Arbeitsplatz verloren und könne auch keine neue Arbeit finden. Tomita sagte, die Autovervollständigenfunktion sei problematisch, weil sie die Nutzer zu Webseiten führe, die falsche oder irreführende Informationen enthalten könnten.

Nachtrag vom 28. März 2012, 15:51 Uhr

Wie Google-Sprecher Stefan Keuchel Golem.de mitteilte, habe das japanische Gericht nur entschieden, dass bestimmte Suchbegriffe - der Name des Japaners - in der Autovervollständigen-Funktion nicht mehr auftauchen sollen.


Rungard 03. Apr 2012

Ahahaha! Du setzt hier westliche Maßstäbe an? Vergiss es, die Arbeitsschutzgesetze...

Endwickler 28. Mär 2012

Nun, das mag sein, dass da auch "betrug" angeboten wird, aber du hast nach dem Wort...

Endwickler 28. Mär 2012

Solange sie etwas wirklich besser wissen und nicht nur ihr Gehabe so gestalten, finde ich...

Charles... 27. Mär 2012

Scheinbar ist er etwas überfordert: http://www.youtube.com/watch?v=blB_X38YSxQ

Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter/-in im Storage-Systemengineering
    Deutsche Bundesbank, Düsseldorf
  2. Senior Manager CRM (m/w)
    Kontron AG, Augsburg
  3. Software-Entwickler/in für IT-Lösungen im Bereich Vernetztes Fahrzeug / Telematiksysteme
    ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, München
  4. Produktmanager für digitales Entertainment / Product Owner (m/w)
    Media-Saturn Deutschland GmbH, Ingolstadt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus

  2. Gameworks

    Nvidia rollt den Rasen aus

  3. Rolling-Release

    Opensuse Factory und Tumbleweed werden zusammengeführt

  4. Project Ara

    Google will nicht nur das Smartphone neu erfinden

  5. Wildstar

    NC Soft entlässt Mitarbeiter

  6. Mozilla

    Einfache Web-Apps auf dem Smartphone erstellen

  7. Civ Beyond Earth Benchmark

    Schneller, ohne Mikroruckler und geringere Latenz mit Mantle

  8. Allview X2 Soul mini

    Sehr dünnes Smartphone im Alu-Gehäuse für 200 Euro

  9. Toybox Turbos

    Codemasters veranstaltet Rennen auf dem Frühstückstisch

  10. Xamarin

    C# dank Mono für die Unreal Engine 4



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Spacelift: Der Fahrstuhl zu den Sternen
Spacelift
Der Fahrstuhl zu den Sternen
  1. Raumfahrt Mondrover Andy liefert Bilder für Oculus Rift
  2. Geheimmission im All Militärdrohne X-37B nach Langzeiteinsatz gelandet
  3. Raumfahrt Indische Sonde Mangalyaan erreicht den Mars

3D-Druck ausprobiert: Internetausdrucker 4.0
3D-Druck ausprobiert
Internetausdrucker 4.0
  1. Niedriger Schmelzpunkt 3D-Drucken mit metallischer Tinte
  2. Deltadrucker Magna Japanisches Unternehmen zeigt Riesen-3D-Drucker
  3. 3D-Technologie US-Armee will Sprengköpfe drucken

Qubes OS angeschaut: Abschottung bringt mehr Sicherheit
Qubes OS angeschaut
Abschottung bringt mehr Sicherheit

    •  / 
    Zum Artikel