Abo
  • Services:
Anzeige
E-Plus darf Datenflatrates nicht zu stark drosseln.
E-Plus darf Datenflatrates nicht zu stark drosseln. (Bild: Wolfgang Rattay/Reuters)

Gerichtsurteil: E-Plus darf Datenflatrate nicht beliebig drosseln

E-Plus darf Datenflatrates nicht zu stark drosseln.
E-Plus darf Datenflatrates nicht zu stark drosseln. (Bild: Wolfgang Rattay/Reuters)

Unbegrenztes Datenvolumen bei 56 KBit/s? Mit einer extremen Drosselung hat E-Plus einem Gerichtsurteil zufolge gegen seine Vertragsversprechen verstoßen.

Wer Internettarife mit "unbegrenztem" Datenvolumen verspricht, darf die Downloadgeschwindigkeit nach Überschreiten eines bestimmten Limits nicht zu drastisch drosseln. Das entschied das Landgericht Potsdam in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil vom 14. Januar 2016 (PDF) und gab damit der Klage von Verbraucherschützern gegen den Mobilfunkanbieter E-Plus statt. Das Unternehmen hatte für seinen Tarif "Allnet Flat Base all-in" eine Internetnutzung mit unbegrenztem Datenvolumen versprochen. Allerdings wurde die Übertragungsrate nach einem Downloadvolumen von 500 MByte von maximal 21,6 MBit/s auf 56 KBit/s gedrosselt.

Anzeige

Diese Einschränkung um den Faktor 500 ging den Richtern zu weit. Eine solche Drosselung komme einer Reduzierung der Internetnutzung "auf 'null' gleich", heißt es in dem Urteil. "Gemessen daran, dass es heutzutage selbstverständlich ist, auch über mobile Internetzugänge große Datenmengen wie Videos, Fotos, Musikdateien, sogenannte Apps über Nachrichtendienste und soziale Netzwerke, wie Whatsapp, Instagramm, Facebook etc. in schneller Geschwindigkeit zu übertragen, [...] bedeutet eine Drosselung der Geschwindigkeit um das 500-Fache quasi eine Nicht-zur-Verfügung-Stellung der Internetnutzung."

Falsche Erwartungen geweckt

Daran ändere auch nichts, dass die Nutzer an eine Drosselung auf GPRS-Geschwindigkeit nach Erreichen eines bestimmten Datenvolumens gewöhnt seien. Denn die Leistungsbeschreibung "Datenvolumen unbegrenzt" erwecke bei den "Verkehrskreisen", zu denen sich das Gericht selbst zählte, die Erwartung, ein unbegrenztes Volumen mit "Highspeed-Geschwindigkeit" nutzen zu können.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßte die Entscheidung. "Für viele Kunden ist die Datengeschwindigkeit ausschlaggebend, um zum Beispiel Nachrichten- und Musikstreamingdienste zu nutzen oder über soziale Netzwerke zu kommunizieren", sagte Heiko Dünkel, Rechtsreferent beim vzbv. "Das Internet kann bei diesem Schneckentempo praktisch nicht mehr genutzt werden."

Kunde muss Leistungseinschränkung zustimmen

Als unzulässig wertete das Landgericht Potsdam auch eine Klausel, die E-Plus schon bei Vertragsschluss zu einer einseitigen Einschränkung der Leistung berechtigt hätte. E-Plus hatte sich vorbehalten, den Auftrag des Kunden zur Einrichtung des Mobilfunkanschlusses im Hinblick auf Auslandstelefonate und kostenpflichtige Servicerufnummern abzulehnen. In diesem Fall sollte der Kundenauftrag trotzdem gültig bleiben. Von diesen Leistungen ausgesperrte Kunden wären somit für die Laufzeit von zwei Jahren an einen Vertrag gebunden, den sie in dieser Form möglicherweise nie gewollt hätten.

Dies ist nach Ansicht der Richter nicht statthaft. Ein Verbraucher dürfe nicht einseitig an einen Vertrag gebunden werden, der seinem Antrag gar nicht entspreche. Auch wenn es sich im Mobilfunk um ein Massengeschäft handele, müsse das Unternehmen den Kunden über die beabsichtigte Einschränkung informieren und ihm die Möglichkeit geben, das neue Angebot anzunehmen oder abzulehnen.

Nachtrag vom 5. Februar 2016, 23:17 Uhr

E-Plus teilte mit, dass die aus dem August 2013 stammende Klausel zur Drosselung schon seit längerem nicht in seinen Tarifen zu finden sei. Auch die Klausel, die E-Plus berechtigte, bei Neukunden in den ersten Monaten nach Abschluss eines Laufzeitvertrages keine Nutzung von Roaming zuzulassen, sei seit einem Jahr nicht mehr in den Verträgen enthalten.


eye home zur Startseite
Theoretiker 08. Feb 2016

Aber wir sind doch hier bei Mobilfunk, oder? Hier in Deutschland sind die Volumenpakete...

neocron 08. Feb 2016

auch ein Anbieterligopol ist ein freier Markt, solange es zu keinen Preisabsprachen...

|=H 08. Feb 2016

Wenn man wenigstens selber bestimmten könnte, wann man seine 500 MB "High Speed Volumen...

hardtech 08. Feb 2016

Also dass man für einen simplen handyvertrag einen anwalt zubrate ziehen miss, halte ich...

most 07. Feb 2016

Also mein Taschenrechner, meine Preissuchmaschine und mein Leseverständnis funktionieren...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Blickle Räder+Rollen GmbH u. Co. KG, Rosenfeld
  2. Intergraph PP&M Deutschland GmbH, Dortmund
  3. Weber Maschinenbau GmbH, Neubrandenburg, Groß Nemerow
  4. GK Software AG, Schöneck, Berlin, St. Ingbert, Köln und Barsbüttel


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 24,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. 21,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 139,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Ausfall

    Störung im Netz von Netcologne

  2. Cinema 3D

    Das MIT arbeitet an 3D-Kino ohne Brille

  3. AVM

    Hersteller für volle Routerfreiheit bei Glasfaser und Kabel

  4. Hearthstone

    Blizzard feiert eine Nacht in Karazhan

  5. Gmane

    Wichtiges Mailing-Listen-Archiv offline

  6. Olympia

    Kann der Hashtag #Rio2016 verboten werden?

  7. Containerverwaltung

    Docker für Mac und Windows ist einsatzbereit

  8. Drosselung

    Telekom schafft wegen intensiver Nutzung Spotify-Option ab

  9. Quantenkrytographie

    Chinas erster Schritt zur Quantenkommunikation per Satellit

  10. Sony

    Absatz der Playstation 4 weiter stark



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Core i7-6820HK: Das bringt CPU-Overclocking im Notebook
Core i7-6820HK
Das bringt CPU-Overclocking im Notebook
  1. Stresstest Futuremarks 3DMark testet Hardware auf Throttling

Geforce GTX 1060 im Test: Knapper Konter
Geforce GTX 1060 im Test
Knapper Konter
  1. Quadro P6000/P5000 Nvidia kündigt Profi-Karten mit GP102-Vollausbau an
  2. Grafikkarte Nvidia bringt neue Titan X mit GP102-Chip für 1200 US-Dollar
  3. Notebooks Nvidia bringt Pascal-Grafikchips für Mobile im August

Pokémon Go im Test: Hype in der Großstadt, Flaute auf dem Land
Pokémon Go im Test
Hype in der Großstadt, Flaute auf dem Land
  1. Pokémon Go Pikachu versus Bundeswehr
  2. Nintendo Gewinn steigt durch Pokémon Go kaum an
  3. Pokémon Go Monsterjagd im Heimatland

  1. Re: Die Anwälte: 1,33 Mio, die Kunden 30 Dollar

    AlexanderSchäfer | 07:17

  2. Re: Ergänzende Informationen

    Cyber | 07:14

  3. Re: Gut das ich das updatesystem "deinstalliert...

    Cyber | 06:59

  4. Re: Berichte über Elon Musk

    masel99 | 06:59

  5. Re: Windows 10 in Unternehmen...

    Cyber | 06:50


  1. 18:21

  2. 18:05

  3. 17:23

  4. 17:04

  5. 16:18

  6. 14:28

  7. 13:00

  8. 12:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel