Abo
  • Services:
Anzeige
Bild aus "Murks? Nein Danke."
Bild aus "Murks? Nein Danke." (Bild: Murks? Nein Danke.)

Geplante Obsoleszenz Umweltbundesamt sucht nach Sollbruchstellen in Elektronik

Nach vielen konkreten Berichten über geplante Obsoleszenz reagiert jetzt auch das Umweltbundesamt. Eine Studie des Öko-Instituts soll belastbare wissenschaftliche Daten bringen.

Anzeige

Das Umweltbundesamt (UBA) hat eine Studie zu Obsoleszenz in Auftrag gegeben. Das gab die Behörde am 19. August 2013 bekannt. "Da es zur vorzeitigen Alterung von Produkten kaum belastbare wissenschaftliche Daten gibt, lässt das UBA diese Problematik genauer untersuchen".

Dass ein Gerät vorzeitig ausfällt oder sich schlecht reparieren lässt, könne viele Ursachen haben. So könnten die Elektrolytkondensatoren in Computern, Fernsehgeräten und anderen elektronischen Geräten unterdimensioniert sein. Ein anderes bekanntes Problem sei, dass die Bauteile in mobilen Geräten wie Tablet-PCs oder Smartphones verklebt seien und deren Akkus sich nicht austauschen ließen. Abgesehen von diesen Erfahrungswerten lägen derzeit kaum systematische Informationen und Daten vor, um das Phänomen Obsoleszenz zu beurteilen. Darum sei das Öko-Institut zusammen mit der Universität Bonn mit einer Studie beauftragt worden. Diese wird im September 2013 beginnen, im kommenden Jahr erste Ergebnisse liefern und im Frühjahr 2015 abgeschlossen sein.

Durch Interviews sollen dabei auch die Erfahrungen von Reparaturbetrieben, Testinstituten und weiteren Akteuren einfließen. Untersucht werde auch, wie sich sowohl die Herstellerentscheidungen als auch das Verbraucherverhalten auf die durchschnittliche Lebensdauer der Produkte auswirken. So könne die Wahl des Designs und der Software die technische Lebensdauer eines Produktes verlängern, erklärte das Umweltbundesamt.

Doch konkrete Erkenntnisse liegen längst vor: Holger Krumme, Technikchef beim Bensheimer Testhaus HTV, hatte im Juni 2013 konkrete Beispiele für geplante Obsoleszenz in Elektronik genannt. HTV vergibt für langlebige Modelle ein Gütesiegel.

Viele Beispiele für Produkte mit Sollbruchstellen

Krumme: "Wir haben eine Vielzahl von Beispielen für Produkte, die unserer Meinung nach eingebaute Sollbruchstellen enthalten: Besonders auffällig ist zum Beispiel die Verwendung besonders hitzeempfindlicher Bauteile in direkter Nähe zu Hitzequellen. Bei einer Vielzahl der unterschiedlichsten Bildschirme oder LCD-Fernseher befinden sich Elektrolytkondensatoren unmittelbar neben Leistungsbauteilen, die über 100 °C warm werden. Die Lebensdauer der Kondensatoren beträgt dann nur noch wenige Tausend Stunden. Nach zwei bis drei Jahren fallen diese aus, mit dem Resultat, dass der gesamte Bildschirm aufgrund zu hoher Reparaturkosten auf den Müll wandert."

Die starke Alterung von Kondensatoren bei hoher Temperatur wird seiner Ansicht nach auch gezielt bei Computerplatinen renommierter Hersteller angewandt, bei denen sich diese Bauteile genau im Heißluftstrom der Prozessorkühlung befinden.

Der Umweltausschuss des Bundestages hatte am 15. Mai 2013 mit der Mehrheit der Regierungsfraktionen entschieden, dass es in Deutschland keine gesetzliche Mindestnutzungsdauer für technische Geräte geben soll. SPD und Grüne enthielten sich der Stimme. Die Partei Die Linke hatte zur Schonung von Ressourcen die künstliche Verkürzung der Lebensdauer von Produkten verbieten wollen. Ihre Bundestagsfraktion forderte eine gesetzliche Mindestnutzungsdauer für in Deutschland auf den Markt gebrachte Produkte. Geplante Obsoleszenz sollte damit nicht mehr erlaubt sein.

Ein Techniker des TV-Reparaturunternehmens aus Berlin sagte Golem.de im Jahr 2012, dass die teuren großen LCD- und Plasmafernseher oft nach drei bis vier Jahren kaputt seien. "Die halten drei bis vier Jahre, bei einem durchschnittlichen Gebrauch von fünf Stunden täglich. Wenn sie noch intensiver genutzt werden, ist die Lebensdauer noch kürzer. Das ist unabhängig von der Marke so, egal ob Toshiba, Sony, Samsung oder Philips. Die sind alle so gebaut, dass sie schnell kaputtgehen." Es gebe aber auch gute Modelle mit einer langen Lebensdauer. Diese zu finden, sei reine Glückssache.


eye home zur Startseite
Technikfreak 22. Okt 2015

Auch wenn du noch einige Jahre wartest und wächst, dann wird dein Wissen anscheinend...

dau1112 20. Sep 2013

Das hier ist ein wunderbares Projekt mit sehr guter Nachhaltigkeit. Zudem soll es...

OxKing 21. Aug 2013

Die haben eine fest verlötete spezielle und winzige Pufferbatterie für die GPS Firmware...

winterkoenig 21. Aug 2013

Ja, sowas darf eigentlich nicht passieren. Ich konnte das bei meiner G500 mit ein paar...

Anonymer Nutzer 21. Aug 2013

Also grade seit 2008 ist die Hackintosh tauglichkeit auf magische weise gestiegen.^^ Ich...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. PLANET SPORTS GmbH, München
  2. Deutsche Telekom AG, Darmstadt
  3. MEDIAN Kliniken GmbH, Berlin
  4. Robert Bosch GmbH, Leonberg


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 5,49€
  2. 9,99€
  3. 149,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Hello Games

    No Man's Sky braucht kein Plus und keine Superformel

  2. Master Key

    Hacker gelangen per Reverse Engineering an Gepäckschlüssel

  3. 3D-Druck

    Polizei will Smartphone mit nachgemachtem Finger entsperren

  4. Modesetting

    Debian und Ubuntu verzichten auf Intels X11-Treiber

  5. Elementary OS Loki im Test

    Hübsch und einfach kann auch kompliziert sein

  6. Mobilfunkausrüster

    Ericsson feuert seinen Konzernchef

  7. Neuer Algorithmus

    Google verkleinert App-Downloads aus dem Play Store

  8. Brennstoffzelle

    Hazer will Wasserstoff günstiger machen

  9. Netze

    Huawei steigert Umsatz stark

  10. Gears of War 4

    Erstes PC-Spiel unterstützt dynamische Render-Auflösung



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Dirror angeschaut: Der digitale Spiegel, der ein Tablet ist
Dirror angeschaut
Der digitale Spiegel, der ein Tablet ist
  1. Bluetooth 5 Funktechnik sendet mehr Daten auch ohne Verbindungsaufbau
  2. Smarter Schalter Wenn Github mit dem Lichtschalter klingelt
  3. Tony Fadell Nest-Gründer macht keine Omeletts mehr

Xiaomi Mi Band 2 im Hands on: Fitness-Preisbrecher mit Hack-App
Xiaomi Mi Band 2 im Hands on
Fitness-Preisbrecher mit Hack-App
  1. Xiaomi Hugo Barra verkündet Premium-Smartphone
  2. Redmi 3S Xiaomis neues Smartphone kostet umgerechnet 95 Euro
  3. Mi Band 2 Xiaomis neues Fitness-Armband mit Pulsmesser kostet 20 Euro

Geforce GTX 1060 im Test: Knapper Konter
Geforce GTX 1060 im Test
Knapper Konter
  1. Grafikkarte Nvidia bringt neue Titan X mit GP102-Chip für 1200 US-Dollar
  2. Notebooks Nvidia bringt Pascal-Grafikchips für Mobile im August
  3. Geforce GTX 1060 Schneller und sparsamer als die RX 480 - aber teurer

  1. Re: Nach den Morden von München gibt es keine...

    theonlyone | 15:55

  2. Re: Durchschnitt?

    der_wahre_hannes | 15:55

  3. Re: Das war mir schon die ganze Zeit klar...

    Dwalinn | 15:55

  4. Lieber Religion verbieten

    Emulex | 15:55

  5. Re: Der Innenminister hat Recht und Unrecht

    Vollstrecker | 15:55


  1. 15:58

  2. 15:15

  3. 14:56

  4. 12:32

  5. 12:05

  6. 12:04

  7. 11:33

  8. 11:22


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel