Gentechnik: US-Forscher wollen Pflanzen zum Leuchten bringen
Glowing Plant Project: keine Samen für Spender aus Europa (Bild: Glowing Plant Project/Screenshot: Golem.de)

Gentechnik US-Forscher wollen Pflanzen zum Leuchten bringen

Ersetzen künftig Zimmerpflanzen die Deckenlampe und Bäume die Straßenlaternen? Eine Gruppe von US-Forschern will Pflanzen Gene von Leuchtkäfern einsetzen und die Pflanzen so dazu bringen, dass sie hell scheinen.

Anzeige

Pflanzen statt Laternen, Enzyme statt Strom: Ein Gruppe von US-Wissenschaftlern will eine Pflanze gentechnisch so modifizieren, dass sie leuchtet. Über Crowdfunding suchen die Initiatoren finanzielle Unterstützung, um das Vorhaben umzusetzen.

Die Forscher um Antony Evans wollen die Schaumkresse, eine dem Senf verwandte Pflanze, so verändern, dass sie die für Biolumineszenz nötigen Enzyme bilden und leuchten. Die Gene, die dafür nötig sind, stammen von Leuchtkäfern.

Menschen verändern Pflanzen und Tiere schon seit Jahrhunderten - anfangs über Züchtung. "Vor einiger Zeit haben wir gelernt, neue DNA-Sequenzen von Grund auf zu erstellen. Durch die Kombination dieser Techniken mit aktuellen Ingenieursmethoden können Forscher heute mit Hilfe von Computern und Chemikalien aus dem Labor Organismen neue Fähigkeiten verleihen", erklären die Forscher. Sie haben mit Hilfe der Software Genome Compiler, die vom gleichnamigen US-Startup entwickelt wurde, die für die Biolumineszenz nötigen Sequenzen erstellt.

Bakterium als Vehikel

Anfangs wollen sie diese in ein bestimmtes Bakterium einsetzen, das seine DNA in die Pflanzen einbringt. Die Blüten der Pflanze werden in eine Lösung mit den Bakterien getunkt. Diese verändern das Erbgut in den Blüten, das dann an die Samen weitergegeben wird. Die daraus wachsenden Pflanzen werden dann die Biolumineszenz ausbilden. Wenn alles gut funktioniert, soll das veränderte Erbgut mit einer Genkanone in die Pflanze eingebracht werden.

Die Forscher haben die DNS-Sequenzen entwickelt. Jetzt brauchen sie das Geld, um diese synthetisch herzustellen. Ein Basenpaar zu drucken, kostet ihren Angaben nach 25 US-Cent. Eine Sequenz bestehe aus rund 10.000 Basenpaaren, kostet also um die 2.500 US-Dollar. Für die Tests werden mehrere Sequenzen benötigt.

Genug Licht

Sie seien nicht die ersten, die auf die Idee kämen, Pflanzen zum Leuchten zu bringen, sagte Evans dem US-Nachrichtenangebot Singularity Hub. Sie hätten allerdings das entsprechende Gen so modifiziert, dass es sich nachbilde, damit genug von dem für die Biolumineszenz zuständigen Enzym zur Verfügung stehe und die Pflanzen auch genug Licht gäben.

Das Geld wollen die Forscher über eine Kampagne auf Kickstarter zusammenbringen. 65.000 US-Dollar wollten sie über die Crowdfunding-Plattform einnehmen. Nach knapp einer Woche haben sie schon knapp 150.000 US-Dollar zugesagt bekommen. Die Kampagne läuft noch bis zum 7. Juni 2013. Wer 40 US-Dollar oder mehr spendet, erhält einige der veränderten Samen und kann die Leuchtpflanzen im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon züchten. Das gilt allerdings nicht für die Staaten der Europäischen Union: Die EU-Regeln seien strenger als die in den USA, schreiben die Forscher. Deshalb sei ein Versand der Samen in die EU nicht möglich.

Bäume statt Straßenlaternen

Die Vorteile für das Projekt liegen auf der Hand. Wenn beispielsweise Straßenränder mit leuchtenden Pflanzen bepflanzt werden, könnten diese die elektrische Straßenbeleuchtung ersetzen. Dadurch ließe sich eine Menge an elektrischer Energie und damit auch an Kohlendioxidemissionen einsparen.

Eine Gefahr besteht nach Angaben der Forscher nicht: Ihre Arbeit laufe unter dem Siegel Biosafety Label 1, das das geringste Risiko für die Umwelt darstelle. Die Gene, mit denen sie arbeiteten, seien nicht pathogen, ungiftig und gut beschrieben, die Pflanze sei von Biologen gut erforscht und werde in der Umwelt nicht sehr gut überleben.


Lonli 25. Dez 2013

Im Jahresschnitt sind Tag und Nacht auf der ganzen Welt gleich lang. Der...

caso 02. Mai 2013

Pilze sind ziemlich anspruchsvoll im Anbau und Gentechnik ist eifach nur cool.

Eheran 02. Mai 2013

Kunststoff =/= Kohlenstoff Benzol ist kein Kunststoff, sondern eine leichtflüchtige...

maxule 01. Mai 2013

Ins Genom eingebracht, könnten seine Aussscheidungen leuchten, sodass man nachts auf dem...

It's me, Mario 01. Mai 2013

Es geht überall mal was schief. Bei Eingriff der Menschheit wäre es dann hald mit Plan...

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior Consultant (m/w) SAP SuccessFactors
    metafinanz Informationssysteme GmbH, München
  2. (Junior) Consultant (m/w) Big Data / Business Intelligence / Data Warehouse
    saracus consulting GmbH, Münster und Baden-Dättwil (Schweiz)
  3. (Senior-)Business Partner IS (m/w)
    AstraZeneca GmbH, Wedel bei Hamburg
  4. IT-Techniker (m/w)
    Dänisches Bettenlager GmbH & Co. KG, Handewitt (bei Flensburg)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Libdrm

    Mesa bekommt erste Android-Unterstützung

  2. Die Sims 4

    Erster Patch macht Zäune zu Zäunen

  3. Kabel Deutschland

    App überträgt Zugangsdaten unverschlüsselt

  4. Select Video

    Kabel Deutschland weitet Video-on-Demand auf ganzes Netz aus

  5. Internet

    IPv6 bei nur 0,6 Prozent des gesamten Datenverkehrs

  6. Datensicherheit

    Keine Nacktfotos sind auch keine Lösung

  7. Taxi-Konkurrent

    Uber macht trotz Verbot in Deutschland weiter

  8. Wegen Terrorgefahr

    EU-Gipfel will schnellen Beschluss zu Flugdatenspeicherung

  9. FX-8370E im Kurztest

    95-Watt-Prozessor als Upgrade für den Sockel AM3+

  10. Mozilla und Google

    Probleme bei HTTP/2-Interoperabilität



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Qnap QGenie im Test: Netzwerkspeicher fehlt's an Speicher
Qnap QGenie im Test
Netzwerkspeicher fehlt's an Speicher
  1. Qnap QGenie NAS-System für die Hosentasche
  2. HS-251 Qnap beschleunigt lüfterloses NAS-System
  3. QNAP TS-EC1080 Pro Erweiterbares NAS-System im Tower mit mSATA-Plätzen

Kinkobox angeschaut: E-Mail-Verschlüsselung leicht gemacht
Kinkobox angeschaut
E-Mail-Verschlüsselung leicht gemacht
  1. IT-Sicherheitsgesetz Telekomfirmen müssen Nutzer über Cyberangriffe informieren
  2. IT-Sicherheitsgesetz Unternehmen dürfen ungefährliche Angriffe anonym melden
  3. Cryptophone Telekom mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Smartphones

Neues Instrument Holometer: Ist unser Universum zweidimensional?
Neues Instrument Holometer
Ist unser Universum zweidimensional?
  1. Gehirnforschung Licht programmiert Gedächtnis um
  2. Audio aus Video Gefilmte Topfpflanze verrät Gespräche
  3. Nahrungsmittel Trinken statt Essen

    •  / 
    Zum Artikel