Gemini Intel kauft Supercomputer-Technik von Cray

Viele der schnellsten Rechner der Welt arbeiten mit der von Cray erfundenen Vernetzung von Prozessoren namens Gemini. Intel will nun die Technik samt dem Entwicklungsteam von Cray übernehmen, um künftig eigene Chipsätze für Supercomputer anbieten zu können.

Anzeige

Das von Cray erfundene Gemini ist ein sogenanntes Interconnect-Fabric. Es verbindet die Prozessoren und andere Teile eines Supercomputers. Dabei kommt ein Message Passing Interface (MPI) zum Einsatz, das nach Angaben von Cray mehrere Dutzend Befehle pro Sekunde übertragen kann.

Eine Besonderheit von Gemini ist, dass es auch mit den mehr oder weniger proprietären Schnittstellen von Prozessorherstellern zusammenarbeiten kann. Das fiel in den vergangenen Jahren vor allem bei Opteron-Systemen auf, bei denen das maßgeblich von AMD entwickelte Hypertransport an Gemini angedockt wurde. Auch mit Intels Xeons arbeitet Gemini schon zusammen.

Intel hat nun angekündigt, dass das Unternehmen Gemini von Cray inklusive des Entwicklungsteams vollständig übernehmen will. Die Transaktion soll, sofern die Kartellwächter zustimmen, noch im zweiten Quartal des Jahres 2012 abgeschlossen werden. Als Kaufpreis haben die Unternehmen 140 Millionen US-Dollar vereinbart. Bis zu 74 Mitarbeiter von Cray sollen zu Intel wechseln.

Wenn der Deal so zustande kommt, kann Cray laut einer Mitteilung des Unternehmens Gemini und dessen Nachfolger Aries selbst weiterentwickeln. Diese Technologien will das Unternehmen auch weiter in eigenen Produkten vermarkten, was für Cray als Hersteller von Komplettsystemen - die Intel nicht selbst vertreibt - lebenswichtig ist. Mit Gemini-Supercomputern auf Basis von AMD-CPUs ist also auch weiterhin zu rechnen.

Derzeit arbeitet Cray an einem neuen Design, das die aktuelle Gerätelinie XE6 ersetzen soll. Der Codename für diese neuen Supercomputer lautet Cascades, sie sollen bereits mit dem Nachfolger von Gemini namens Aries arbeiten.

Fast fertige Supercomputer mit Intel Inside

Für Intel ergibt sich durch die Übernahme die Möglichkeit, zusammen mit seinen Xeon-CPUs auch komplette Chipsätze für Supercomputer anzubieten. Das bezieht sich nicht nur auf die Verbindung von mehreren Prozessorsockeln auf einem Mainboards, sondern auch in einem Rack oder darüber hinaus. Dabei docken die Gemini-Chips dann an die Intel-Busse an, der Umweg über PCI-Express ist nicht mehr nötig. Damit kann Intel, ähnlich wie bei den früheren Centrino-Paketen für Notebookhersteller, die wichtigsten Bausteine eines Systems aus einer Hand anbieten.

In der Vergangenheit sorgten diese Intel-Bundles bei den Geräteherstellern aber nicht immer für Zufriedenheit, weil sie im Vergleich zu frei zusammengestellten Paketen nur dann billiger waren, wenn die Unternehmen die Bausteine exklusiv von Intel kauften. Eine wichtige Rolle spielten dabei Intels Werbekostenzuschüsse wie das Programm Intel Inside. Ob sich diese Situation bei den Supercomputern wiederholt, ist noch nicht abzusehen.


h.j.fellner 26. Apr 2012

...Dabei kommt ein Message Passing Interface (MPI) zum Einsatz, das nach Angaben von Cray...

Kommentieren



Anzeige

  1. Trainee IT (m/w) Schwerpunkt: SAP Applikation
    Unternehmensgruppe Theo Müller, Aretsried
  2. Mitarbeiter/in im Bereich Informationstechnologie/IT Service
    Toho Tenax Europe GmbH, Heinsberg-Oberbruch und Wuppertal
  3. Manager (m/w) Wechselprozesse in SAP IS-U
    über InterSearch Personalberatung GmbH & Co. KG, Norddeutschland
  4. Social Media Manager (m/w)
    Hubert Burda Media, Offenburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. CSA-Verträge

    Microsoft senkt Preise für Support von Windows XP

  2. Test Wyse Cloud Connect

    Dells mobiles Büro

  3. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung

    AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte

  4. Verband

    "Uber-Verbot ruiniert Ruf der Startup-Stadt Berlin"

  5. Kabel Deutschland

    2.000 Haushalte zwei Tage von Kabelschaden betroffen

  6. Cridex-Trojaner

    Hamburger Senat bestätigt großen Schaden durch Malware

  7. Ubuntu 14.04 LTS im Test

    Canonical in der Konvergenz-Falle

  8. Überwachung

    Snowden befragt Putin in Fernsehinterview

  9. Bleichenbacher-Angriff

    TLS-Probleme in Java

  10. Cyanogenmod-Smartphone

    Oneplus One kann nur auf Einladung bestellt werden



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Test Fifa Fußball-WM Brasilien 2014: Unkomplizierter Kick ins WM-Finale
Test Fifa Fußball-WM Brasilien 2014
Unkomplizierter Kick ins WM-Finale

Am 8. Juni 2014 bezieht die deutsche Nationalmannschaft ihr Trainingslager "Campo Bahia" in Brasilien, um einen Anlauf auf den Gewinn des WM-Pokals zu nehmen. Wer sichergehen will, dass es diesmal mit dem Titel klappt, kann zu Fifa Fußball-WM Brasilien 2014 greifen.

  1. Fifa WM 2014 Brasilien angespielt Mit Schweini & Co. nach Südamerika
  2. EA Sports Fifa kickt in Brasilien 2014

OpenSSL: Wichtige Fragen und Antworten zu Heartbleed
OpenSSL
Wichtige Fragen und Antworten zu Heartbleed

Der Heartbleed-Bug in OpenSSL dürfte wohl als eine der gravierendsten Sicherheitslücken aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Wir haben die wichtigsten Infos zusammengefasst.

  1. OpenSSL OpenBSD mistet Code aus
  2. OpenSSL-Lücke Programmierer bezeichnet Heartbleed als Versehen
  3. OpenSSL-Bug Spuren von Heartbleed schon im November 2013

A Maze 2014: Tanzen mit der Perfect Woman
A Maze 2014
Tanzen mit der Perfect Woman

Viele Spiele auf dem Indiegames-Festival A Maze 2014 wirkten auf den ersten Blick abwegig. Doch die kuriosen Konzepte ergeben Sinn. Denn hinter Storydruckern, Schlafsäcken und virtuellen Fingerfallen versteckten sich erstaunlich plausible Spielideen.

  1. Festival A Maze Ist das noch Indie?
  2. Test Cut The Rope 2 für Android Grün, knuddlig und hungrig nach Geld
  3. Indie-Game NaissanceE Wenn der Ton das Spiel macht

    •  / 
    Zum Artikel