Gema-Streit Musikindustrie antwortet mit eigenen Youtube-Sperrtafeln

Ein Vertreter der Musikindustrie schlägt Youtube vor, den Text auf seinen Sperrtafeln zu ändern. "Wir beide sind der Meinung, dass die Youtube-Tafeln, über die sich viele aufregen, nicht ganz die Wahrheit sagen", so die Macher des Anti-Youtube-Videos bei Youtube.

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Mit einem Video bei Youtube will die Musikindustrie ihre Argumente in dem Rechtsstreit zwischen Google und der Verwertungsgesellschaft Gema verdeutlichen. Der Lobbyist der Musikindustrie und Labelinhaber Stefan Herwig und der Musikkomponist Hans Hafner haben das Video gemeinsam produziert, um Position gegen die berühmten "Es-tut-uns-leid"-Tafeln bei Youtube zu beziehen.

"Wir beide sind der Meinung, dass die Youtube-Tafeln, über die sich viele aufregen, nicht ganz die Wahrheit sagen. Die Tafeln führen viele der Youtube-Nutzer auf die falsche Fährte und beeinflussen die Meinung gegen die Gema, aber auch gegen Label und Musiker, die nicht ihre gesamten Inhalte zum Quasi-Nulltarif auf Youtube sehen wollen." Youtube drehe mit diesen Tafeln geschickt die Erwartungshaltung um: Alle Inhalte müssten auf der Plattform zur Verfügung stehen, und wenn das nicht so sei, sei die Gema schuld.

Edgar Berger, Chef von Sony Music International, gab dagegen der Gema die Schuld, die "die Urheberrechte sehr restriktiv lizenziert. Uns gehen dadurch Millionenumsätze verloren", erklärte Berger im Februar 2012. "Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass es bei der Gema irgendwann Einsicht zwecks ökonomischer Notwendigkeit geben wird."

Mounira Latrache, Unternehmenssprecherin bei Youtube Deutschland, erklärte am 10. Januar 2013: "Wir haben Dutzende von Verträgen mit Verwertungsgesellschaften für mehr als 45 Länder geschlossen. In Deutschland sind Künstlern, Komponisten, Autoren, Verlagen und Plattenfirmen diese Möglichkeiten durch die Entscheidungen der Gema verwehrt."

Die Gema hatte laut einem Bericht wegen der Einblendung der Sperrtafeln vor dem Landgericht München Unterlassungsklage gegen Youtube eingereicht. Seit fast vier Jahren streiten sich die Gema und Youtube um die Vergütung für Abrufe von Musikvideos und um Einblendungen bei dem Videoportal.

OpenDataCity will mit seiner Datenanwendung "Gema versus Youtubes Top 1000" das Ausmaß der Sperrungen veranschaulichen. Die interaktive Visualisierung zeigt, dass in Deutschland von den weltweiten Top-1.000-Youtube-Videos über 60 Prozent wegen eines möglichen Rechtsanspruchs der Gema durch Youtube gesperrt sind. Damit steht Deutschland mit weitem Abstand vor dem Südsudan (15 Prozent) und Vatikanstadt, das mit 5 Prozent auf dem dritten Rang liegt. Die Entwicklung der App wurde vom Youtube-Konkurrenten Myvideo unterstützt.


hiasB 30. Jan 2013

Wieso klappt dann alles mit youtube im Ausland, wenn Google doch angeblich sooooo abwegig...

lasidode 29. Jan 2013

Aber vielleicht schafft sich die GEMA demnächst selbst ab und dann gibt es auch keine...

bstea 29. Jan 2013

[] Du kennst die Aufgaben und Befugnisse der GEMA. Du trollst einfach nur gern, nicht...

Cotterpin 29. Jan 2013

Richtig, zudem plazieren sie die Youtube-Videos immer schön prominent in ihrer Suche...

Cotterpin 29. Jan 2013

Tja, wieso verstaatlichen wir dann nicht gleich das deutsche Youtube, warum müssen die...

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