Abo
  • Services:
Anzeige
Babyfon - nicht immer der Eltern bester Freund
Babyfon - nicht immer der Eltern bester Freund (Bild: Wifibaby)

Gehacktes Babyfon: Das Kind schreit, und die Welt hört mit

Babyfon - nicht immer der Eltern bester Freund
Babyfon - nicht immer der Eltern bester Freund (Bild: Wifibaby)

Der Fremde im Kinderzimmer: Durch Sicherheitslücken in Babyfonen dringen Angreifer in besonders private Bereiche der Familie ein. Viele aktuelle Modelle sind angreifbar - und ermöglichen sogar eine Fernsteuerung.

Anzeige

Wer seine Kinder beim abendlichen Nachbarschaftsumtrunk auf der Terrasse über ein aktuelles Babyfon im Blick behalten will, muss ungebetene Mitseher fürchten. Das geht aus einer Untersuchung aktueller, gängiger Babyfone hervor, die das IT-Sicherheitsunternehmen Rapid 7 am 2. September vorgestellt hat. Aktuelle Babyfone übertragen nicht mehr nur Geräusche aus dem Kinderzimmer über das Stromnetz, sondern verwenden häufig Kameras, um das Geschehen im Blick zu behalten. Nutzer können die Videobilder dann über ein Webinterface oder eine App auf ihrem Smartphone verfolgen. Doch viele der Geräte können manipuliert werden.

Zahlreiche Sicherheitslücken

Gefährdet sind unter anderem die aktuellen Geräte der Firmen iBaby Labs, Philips Trendnet und Summer Infant. Sie können auf vielfältige Weise angegriffen werden. Die Schwachstelle, von der die meisten Geräte betroffen sind, sind hardgecodete Benutzernamen und Passwörter von fragwürdiger Qualität - bei manchen Geräten lautet es schlicht "admin". Bei dem Gerät Philips In.Sight B120/37 hat der Hersteller einfach die Firmwareeinstellungen der verwendeten Kamerakomponente übernommen, ohne sie an den neuen Einsatzzweck anzupassen.

Das getestete Gerät der Firma Summer Infant ermöglicht es, über einen manipulierten HTTP-Get-Request ohne Passwort oder Benutzernamen zusätzliche Nutzer hinzuzufügen und so den Zuschauerkreis zu erweitern. Eine andere Sicherheitslücke ermöglicht es auch Nutzern, die keine Administratorrechte haben, weitgehende Einstellungen im Webinterface vorzunehmen. Damit können die Angreifer das Gerät sogar fernsteuern.

Root-Zugang für alle

Bei anderen Geräten war es dank falsch eingestellter Dateisystemberechtigungen möglich, vollen Root-Zugang zu bekommen und so zum Beispiel vorher aufgezeichnete Videos anzuschauen. Die Sicherheitsforscher haben alle gefundenen Sicherheitslücken an die jeweiligen Hersteller weitergeleitet - doch nur Philips reagierte bis zum Zeitpunkt der Publikation der Studie mit einem konkreten Zeitplan, um die gefundenen Lücken zu beseitigen. Erst nach Medienberichten versprachen auch andere Hersteller, sich um die Sicherheitslücken zu kümmern. Bei einigen kleinen Herstellern hatten die Forscher sogar Probleme, die Verantwortlichen zu finden - Suchanfragen nach der Firma führten stets nur auf das Amazon-Profil.

Nicht nur graue Theorie

Sicherheitslücken in entsprechenden Geräten werden nicht nur von Sicherheitsforschern gefunden, sondern wurden bereits in realen Situationen ausgenutzt. Erst Mitte August berichteten Eltern aus Houston, Texas, über einen Vorfall: Einem Angreifer gelang es, sich von außen Zugang zu dem Babyfon zu verschaffen. Das verwendete Gerät hatte neben einem Mikrofon auch einen Lautsprecher, um mit dem Kind zu kommunizieren. Darüber beschimpfte der Angreifer das Kind wüst, bevor er sich schnell verabschiedete.

Um auf Sicherheitslücken in IP-Kameras hinzuweisen, griffen Sicherheitsforscher im vergangenen November zu einem umstrittenen Mittel: Sie erstellten eine Webseite, die Videofeeds ungesicherter Geräte live überträgt. Mindestens eine der Kameras übertrug auch Szenen aus einem Kinderzimmer. Bei der Aktion ging es den Hackern jedoch darum, Nutzer für bessere Sicherheitseinstellungen zu sensibilisieren, im aktuellen Beispiel sind vor allem die Hersteller gefragt.

Empfehlungen für besorgte Eltern

Die Forscher empfehlen, die Geräte stets nur im lokalen Netzwerkmodus zu betreiben, um ungebetene Gäste fernzuhalten. Nutzer, die eines der getesteten Modelle - Gyonii (GCW-1010), iBaby (M3S), iBaby (M6), Lens (LL-BC01W), Philips (B120/37), Summer (28630), Trendnet (TV-IP743SIC), Wifibaby (WFB2015) oder Withing (WBP01) - besitzen und die Onlinefunktionen nutzen wollen, sollten zudem den Hersteller nach einem Firmwareupdate fragen.

Sicherheitsrisiken im Internet of Things

Mit ihrer Untersuchung wollten die Sicherheitsforscher exemplarisch auf Sicherheitsrisiken im Internet der Dinge hinweisen. Oftmals würden bei diesen Geräten unsichere Standartkomponenten verwendet und etablierte Sicherheitsstandards wie sichere Verschlüsselungsverfahren nicht angewandt. Babyfone sind aus Sicht der Forscher ein ideales Testobjekt, da sie einen sehr privaten Lebensbereich betreffen und als Sicherheitstool vermarktet werden. Viele der verwendeten Geräte seien nur mühsam zu patchen - und viele unerfahrene Anwender wären damit überfordert. Die Hersteller sollten also von sich aus deutlich mehr in die Sicherheit der Geräte investieren.


eye home zur Startseite
Rubbelbubbel 29. Sep 2015

Du kannst als Aufsteller von Dixieklos nicht ernsthaft erwarten, daß dann hinterher...

Dwalinn 04. Sep 2015

Beispielsweise wenn ein Elternteil auf eine lange Reise muss, die Stimmen der Eltern sind...

x-beliebig 04. Sep 2015

das demnächst niemand mehr für mehr Sicherheit sorgen darf, indem er die klapperige...

AlexanderSchäfer 03. Sep 2015

Gibt es nicht neben Google nicht auch noch andere vertrauenswürdigere Quellen wie z.B...

onkel hotte 03. Sep 2015

Kein Problem. Kauf dir ein weit verbreitetes Babyfon z.b. unser AngelCare und stell dich...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Imago Design GmbH, Gilching
  2. über Ratbacher GmbH, Raum Frankfurt
  3. ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn, Darmstadt
  4. Deutsche Post DHL Group, Bonn


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 17,97€
  2. (u. a. Vier Fäuste für ein Halleluja, Zwei bärenstarke Typen,Vier Fäuste gegen Rio)
  3. (u. a. Apollo 13, Insidious, Horns, King Kong, E.T. The Untouchables, Der Sternwanderer)

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Sicherheitskonzeption für das App-getriebene Geschäft
  2. Mit digitalen Workflows Geschäftsprozesse agiler machen
  3. Potenzialanalyse für eine effiziente DMS- und ECM-Strategie


  1. Apple

    Aktivierungssperre des iPads lässt sich umgehen

  2. Amazon

    Downloader-App aus dem Fire-TV-Store entfernt

  3. Autonomes Fahren

    Apple zeigt Interesse an selbstfahrenden Autos

  4. Sicherheit

    Geheimdienst warnt vor Cyberattacke auf russische Banken

  5. Super Mario Bros. (1985)

    Fahrt ab auf den Bruder!

  6. Canon EOS 5D Mark IV im Test

    Grundsolides Arbeitstier mit einer Portion Extravaganz

  7. PSX 2016

    Sony hat The Last of Us 2 angekündigt

  8. Raspberry Pi

    Schutz gegen Übernahme durch Hacker und Botnetze verbessert

  9. UHD-Blu-ray

    PowerDVD spielt 4K-Discs

  10. Raumfahrt

    Europa bleibt im All



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nach Angriff auf Telekom: Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
Nach Angriff auf Telekom
Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
  1. 0-Day Tor und Firefox patchen ausgenutzten Javascript-Exploit
  2. Pornoseite Xhamster spricht von Fake-Leak
  3. Mitfahrgelegenheit.de 640.000 Ibans von Mitfahrzentrale-Nutzern kopiert

Digitalcharta: Operation am offenen Herzen der europäischen Demokratie
Digitalcharta
Operation am offenen Herzen der europäischen Demokratie
  1. EU-Kommission Mehrwertsteuer für digitale Medien soll sinken
  2. Vernetzte Geräte Verbraucherminister fordern Datenschutz im Haushalt
  3. Neue Richtlinie EU plant Netzsperren und Staatstrojaner

Garamantis: Vorsicht Vitrine, anfassen erwünscht!
Garamantis
Vorsicht Vitrine, anfassen erwünscht!
  1. Gentechnik Mediziner setzen einem Menschen Crispr-veränderte Zellen ein
  2. Zarm Zehn Sekunden schwerelos
  3. Mikroelektronik Wie eine Vakuumröhre - nur klein, stromsparend und schnell

  1. Re: 4000¤ - WTF?

    ArcherV | 17:18

  2. Re: ... die Pay-TV-Plattform Freenet TV ...

    sundilsan | 17:13

  3. Re: Verstehe ich das Richtig?

    Faksimile | 17:12

  4. Director of Product Integrity

    sskora | 17:01

  5. Re: Schon wieder eine Sicherheitslücke bei Apple...

    seizethecheesl | 16:57


  1. 12:54

  2. 11:56

  3. 10:54

  4. 10:07

  5. 08:59

  6. 08:00

  7. 00:03

  8. 15:33


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel