Anzeige
Kriminelle greifen vermehrt die Infrastruktur von Banken an.
Kriminelle greifen vermehrt die Infrastruktur von Banken an. (Bild: Kaspersky)

Gehackte Finanzinstitute: Kriminelle greifen die Infrastruktur von Banken an

Kriminelle greifen vermehrt die Infrastruktur von Banken an.
Kriminelle greifen vermehrt die Infrastruktur von Banken an. (Bild: Kaspersky)

Eine russische Gruppe von Cyberkriminellen raubt in großem Stil Banken aus - mit Malware, Bankkarte und viel Laufeinsatz. Neu ist, dass nicht mehr nur die Konten einzelner Kunden kompromittiert werden, sondern die Infrastruktur selbst.

Geld aus dem Automaten ziehen - und der Kontostand verändert sich nicht. Was sich wohl viele schon einmal insgeheim gewünscht haben, gelingt einer russischen Gruppe von Cyberkriminellen offenbar, wie die Sicherheitsfirma Kaspersky schreibt.

Anzeige

Neu ist, dass die Banden nicht mehr nur versuchen, über Trojaner und Spear-Phishing die Konten einzelner Kunden anzugreifen, sondern gezielt die Infrastruktur von Banken manipulieren. Die Metel-Gruppe nutzt dafür Schwachstellen im Browser, um Tools wie das Niteris-Exploit-Kit auf die Rechner von Bankangestellten aufzuspielen. Außerdem wird mit Spear-Phishing Malware auf die Rechner von Bankangestellten aufgespielt.

Von dort versuchen die kriminellen Gruppen dann, Zugriff auf weitere Systeme in der Bank zu erlangen, um die späteren Angriffe zu ermöglichen. Denn letztlich gelingt es ihnen, Geld von den Automaten abzuheben, ohne dass nachher der Kontostand sinkt. Dabei nutzen die Banden manipulierte Karten einer kompromittierten Bank, die sie dann an Automaten einer anderen Bank einsetzen. Die Malware sorgt dafür, dass das tägliche Abhebungslimit der Karten umgangen wird. Auf diese Art und Weise sollen die Banden in mehreren russischen Städten nachts mehrere Geldautomaten verschiedener Banken geleert haben.

Angriffe bislang nur in Russland

"Heutzutage werden die aktiven Phasen einer Cyberattacke immer kürzer. Sobald die Angreifer im Einsatz einer bestimmten Methode genügend geübt sind, benötigen sie nur wenige Tage, um sich das zu nehmen, was sie wollen und dann zu verschwinden", kommentiert Sergey Golovanov, Principal Security Researcher beim Global Research & Analysis Team von Kaspersky Lab. Die Angriffe der Metel-Gruppe wurden bislang nur in Russland festgestellt.

Eine weitere Bande mit dem Namen Gcman nutzt verschiedene elektronische Zahlungsdienste, um sich illegal Überweisungen zukommen zu lassen. Dazu verwenden die Kriminellen nach Angaben von Kaspersky in manchen Fällen noch nicht einmal Malware, sondern kommen mit ganz normalen Pentesting-Tools wie Putty, VNC und Meterpreter aus. In einem Fall soll die Gruppe ein Banknetzwerk über mehr als eineinhalb Jahre infiltriert haben, bevor sie die ersten Überweisungen tätigte. Die Überweisungen hatten jeweils einen Betrag von 200 Euro - die Grenze für anonyme Überweisungen in Russland. Die Zahlungsaufträge gingen nicht über einzelne Konten, sondern wurden direkt an den "Upstream Payment Gateway" geschickt und dort ausgeführt.

Am längsten im Geschäft ist die sogenannte Carbanak-Gruppe. Sie greift mittlerweile nicht mehr nur Banken an, sondern nimmt auch die Buchhaltungsabteilungen von Unternehmen ins Visier. Bei einem Finanzinstitut soll die Gruppe auf diese Weise Informationen über die Eigentümerverhältnisse eines großen Unternehmens geändert haben. Der Name eines Money Mules wurde dabei als Miteigentümer eingetragen.

Außerdem soll die Gruppe eine Technik entwickelt haben, um Geldautomaten dazu zu bewegen, zu einer vorbestimmten Zeit Geld auszuwerfen, ohne dass eine Transaktion getätigt wurde.

Kaspersky empfiehlt, wenig überraschend, den Einsatz von Virenscannern, um die Infrastruktur abzusichern. Doch eigentlich gibt es gerade im Finanzbereich zahlreiche Standards, die recht gute Sicherheitsmechanismen vorsehen (zum Beispiel das EMV-Verfahren), aber von den Geldhäusern mangelhaft implementiert werden, um Kosten zu sparen. Durch die weltweit vernetzten Zahlungssysteme können aber auch Sicherheitslücken oder mangelnde Identitätschecks ausländischer Banken zum Problem für deutsche Kunden werden.


eye home zur Startseite
plutoniumsulfat 17. Feb 2016

Nein? Es wird durch das Eigenkapital nur die Geldmenge begrenzt, die man geschöpft...

pu_king81 11. Feb 2016

Dann weisst Du mehr als alle anderen ... wann wurde denn die Bitcoin-Blockchain mit einem...

User_x 10. Feb 2016

ich würd die deutschen banken jetzt aber nicht zu hoch loben, der Fall könnte dadurch...

Neuro-Chef 10. Feb 2016

Och, ein simples "telnet" hier oder da fördert manchmal unerwartetes zu Tage.. das mag...

Dadie 10. Feb 2016

Dann geht die Bank halt "pleite" und wird vom Staat aufgekauft #TooBigToFail. Eine...

Kommentieren



Anzeige

  1. Information Security Specialist (m/w)
    DAW SE, Ober-Ramstadt bei Darmstadt
  2. Entwickler/in Situationsanalyse Fahrerassistenzsysteme
    Robert Bosch GmbH, Abstatt
  3. Software-Qualitätsmanager (m/w)
    Automotive Lighting Reutlingen GmbH, Reutlingen
  4. Leiter (m/w) Strategische Weiterentwicklung im Bereich Disposition
    TÜV SÜD Gruppe, München

Detailsuche



Anzeige
Top-Angebote
  1. NEU: 4 Blu-rays für 30 EUR
    (u. a. Der große Gatsby, Mad Max, Black Mass, San Andreas)
  2. NUR FÜR KURZE ZEIT: Adobe Photoshop Elements & Premiere Elements 14 (PC/Mac)
    69,90€ inkl. Versand
  3. NEU: Blu-rays zum Sonderpreis

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Gehalt.de

    Was Frauen in IT-Jobs verdienen

  2. Kurzstreckenflüge

    Lufthansa verspricht 15 MBit/s für jeden an Bord

  3. Anonymisierungsprojekt

    Darf ein Ex-Geheimdienstler für Tor arbeiten?

  4. Schalke 04

    Erst League of Legends und nun Fifa

  5. Patentverletzungen

    Qualcomm verklagt Meizu

  6. Deep Learning

    Algorithmus sagt menschliche Verhaltensweisen voraus

  7. Bungie

    Destiny-Karriere auf PS3 und Xbox 360 endet im August 2016

  8. Vive-Headset

    HTC muss sich auf Virtual Reality verlassen

  9. Mobilfunk

    Datenvolumen steigt während EM-Spiel um 25 Prozent

  10. Software Guard Extentions

    Linux-Code kann auf Intel-CPUs besser geschützt werden



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Smart City: Der Bürger gestaltet mit
Smart City
Der Bürger gestaltet mit
  1. Vernetztes Fahren Bosch will (fast) alle Parkplatzprobleme lösen

Vorratsdatenspeicherung: Vorgaben übertreffen laut Eco "schlimmste Befürchtungen"
Vorratsdatenspeicherung
Vorgaben übertreffen laut Eco "schlimmste Befürchtungen"
  1. Vorratsdatenspeicherung Alarm im VDS-Tresor
  2. Neue Snowden-Dokumente NSA lobte Deutschlands "wesentliche" Hilfe im Irak-Krieg
  3. Klage Verwaltungsgericht soll Vorratsdatenspeicherung stoppen

Rust: Ist die neue Programmiersprache besser?
Rust
Ist die neue Programmiersprache besser?
  1. Oracle-Anwältin nach Niederlage "Google hat die GPL getötet"
  2. Java-Rechtsstreit Oracle verliert gegen Google
  3. Oracle vs. Google Wie man Geschworene am besten verwirrt

  1. Re: In 24 Jahren IT habe ich noch keine IT...

    Dadie | 03:14

  2. Re: Tor ist unsicher geworden

    Pjörn | 03:04

  3. Re: Leidige Frage - gleiche Arbeit, gleicher Lohn

    slead | 03:00

  4. Re: es wird mit keinem wort erwähnt...

    Unix_Linux | 02:27

  5. Re: Wow...

    Unix_Linux | 02:24


  1. 18:37

  2. 17:43

  3. 17:29

  4. 16:56

  5. 16:40

  6. 16:18

  7. 16:00

  8. 15:47


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel