Gedankenlesen: Mensch steuert Rattenschwanz mit Hirnwellen
Fernsteuerung per Gedanken: Hirnströme passen sich optischem Reiz an. (Bild: Harvard Medical School/Screenshot: Golem.de)

Gedankenlesen Mensch steuert Rattenschwanz mit Hirnwellen

US-Wissenschaftler haben das Gehirn eines Menschen mit dem einer Ratte vernetzt. Künftig wollen sie die Kommunikation von einem menschlichen Gehirn zu einem anderen ermöglichen.

Anzeige

Wissenschaftler der Harvard-Universität haben Ratten durch Menschen fernsteuern lassen. Mit der Kraft ihrer Gedanken konnten sie deren Schwanz bewegen.

Der Proband wurde mit einer Gehirn-Computer-Schnittstelle (Brain-Computer-Interface, BCI) ausgestattet, deren Elektroden die Hirnaktivitäten messen. Sie setzten sich vor einen Monitor, auf dem eine blinkende Animation eingespielt wurde. Während der Proband auf die Form schaute, synchronisierte sich die Hirnaktivität mit deren Frequenz. Steady State Visually Evoked Potentials (SSVEP) werden diese Gehirnaktivitäten genannt. Diese Methode, die Steady State Topography (SST), ist eine Weiterentwicklung des Elektroenzephalogramms (EEG).

Konzentrierte sich der Proband auf etwas anderes, wurde ein abweichendes Hirnsignal erzeugt, das vom Computer erkannt wurde. Dieser generierte daraufhin ein Signal, das in das Gehirn der Ratte, die ebenfalls ein BCI trug, eingespeist wurde.

Stimulation per Ultraschall

Dabei handelte es sich um ein fokussiertes Ultraschallsignal (Focused Ultrasound, FUS), das durch die Schädeldecke hindurch in den Motorcortex des Tiers ging. Das Bewegungszentrum wurde stimuliert, und der Schwanz des Tieres bewegte sich. Zwischen dem Gedanken, der das Signal auslöste, und der Bewegung des Schwanzes vergingen rund 1,6 Sekunden. Die Trefferquote lag nach Angaben der Forscher bei 94 Prozent. Die Ratte war während des Experiments narkotisiert.

Sie hätten gezeigt, dass es möglich sei, Nervensignale von einem menschlichen Gehirn über einen Computer direkt in das einer Ratte zu übertragen und dort einfache Bewegungen auszulösen, schreiben die Forscher um Seung-Schik Yoo in einem Aufsatz im Open-Access-Magazin Plos One. Es sollte ihrer Meinung aber auch möglich sein, zwei Menschen mit einem solchen System zu vernetzen.

Bidirektionale Kommunikation

Auch eine bidirektionale Kommunikation von Gehirn zu Gehirn könnte eingerichtet werden. Sie könnte beispielsweise in der Medizin eingesetzt werden: Der Therapeut könnte einem Patienten zeigen, wie er ein gelähmtes Körperteil bewegt. Der Patient könnte so seine Bewegungsfähigkeit wieder erlangen, hoffen die Forscher.

Die von den Wissenschaftlern der Harvard Medical School entwickelte Methode ist nicht invasiv. Weder die menschlichen noch die tierischen Teilnehmer an dem Experiment brauchten also ein Implantat im Gehirn, anders als bei dem Experiment, das Miguel Nicolelis und sein Team von der Duke-Universität in Durham im US-Bundesstaat North Carolina kürzlich vorgestellt hatten: Sie hatten die Gehirne von zwei Ratten miteinander vernetzt. Das ging jedoch nur mit Hilfe eines Implantats.


i<3Nerds 09. Apr 2013

Wär ich voll dafür.. Gibt so einige die es definitiv verdient hätten!

Neuro-Chef 08. Apr 2013

Wohl wahr^^

DER GORF 08. Apr 2013

Sondern?

cry88 08. Apr 2013

Es ist keine Quälerei wenn man davon nichts mitbekommt. Denn man empfindet keinerlei...

supermulti 08. Apr 2013

Ja, ich habs auch so verstanden. Das Bild löst im Gehirn die entsprechende Reaktion aus...

Kommentieren



Anzeige

  1. Lead Knowledge Analyst (m/w) Statistical Analytics - Knowledge Practice Analytics
    The Boston Consulting Group GmbH, Munich or Düsseldorf
  2. Spezialist (m/w) EDV-Organisation
    Volksbank Müllheim eG, Müllheim
  3. Tester/in Embedded Software
    Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG, Herzogenaurach
  4. Informatiker Softwareentwicklung / Softwareingenieur (m/w)
    ratiotec GmbH & Co. KG, Essen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Apple

    Das ist neu in iOS 8.1

  2. Same Day Delivery

    Ebay-Zustellung am selben Tag startet in Berlin

  3. Datendiebstahl

    Manipulierte Dropbox-Seiten phishen nach Mailaccounts

  4. Traktorstrahl

    Hin und zurück durch die Laserröhre

  5. Personalmarkt

    Welche IT-Fachkräfte im Jahr 73.400 Euro verdienen

  6. Wearables

    Microsofts Smartwatch soll bald kommen

  7. Eric Anholt

    Raspberry-Pi-Grafiktreiber erlaubt fast stabiles X

  8. Smartphone-Prozessor

    Der Exynos 5433 ist Samsungs erster 64-Bit-Chip

  9. Familien-Option

    Spotify lässt bis zu fünf Nutzer parallel Musik hören

  10. Prämien in Deutschland

    BSA zahlt Kopfgeld für Hinweise auf illegale Software



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



iMac mit Retina 5K angeschaut: Eine Lupe könnte helfen
iMac mit Retina 5K angeschaut
Eine Lupe könnte helfen
  1. iFixit iMac mit Retina-Display ist schwer zu reparieren
  2. Apple iMac Retina bringt mehr als 14 Megapixel auf das Display
  3. Apple iMacs mit Retina-Displays geplant

Data Management: Wie Hauptspeicherdatenbanken arbeiten
Data Management
Wie Hauptspeicherdatenbanken arbeiten

Schenker XMG P505 im Test: Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
Schenker XMG P505 im Test
Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
  1. Geforce GTX 980M und 970M Maxwell verdoppelt Spielgeschwindigkeit von Notebooks
  2. Toughbook CF-LX3 Panasonics leichtes Notebook mit der Lizenz zum Runterfallen
  3. Entwicklung vorerst eingestellt Notebooks mit Touch-Displays sind nicht gefragt

    •  / 
    Zum Artikel