Abo
  • Services:
Anzeige
Techniker an einem Kabelverzweiger der Deutschen Telekom
Techniker an einem Kabelverzweiger der Deutschen Telekom (Bild: User:Mattes)

G.fast: DSL-Nachfolger mit 1 GBit/s wird standardisiert

Techniker an einem Kabelverzweiger der Deutschen Telekom
Techniker an einem Kabelverzweiger der Deutschen Telekom (Bild: User:Mattes)

Die schon länger von Netzwerkausrüstern entwickelte DSL-Nachfolgetechnik G.fast wird auch von der ITU nun als Standard empfohlen. Die versprochenen Bandbreiten und Kabellängen sind aber sehr großzügig formuliert, zahlreiche Fragen sind noch offen.

Anzeige

In Form von zwei Empfehlungen will die International Telecommunication Union (ITU) die schon länger von Netzwerkausrüstern entwickelte Technik G.fast standardisieren. Dies gab die ITU in einer Mitteilung bekannt. Die Organisation kümmert sich unter dem Dach der UNO um die Standardisierung von Fernmeldetechnik, aktuell soll den klassischen Telefonleitungen aus Kupfer ein längeres Leben beschert werden.

Wie schon bei VDSL dienen die Doppeladern auch bei G.fast aber nur noch für die letzte Verbindung von einem Knotenpunkt - etwa einem Outdoor-DSLAM auf der Straße - bis zum Anschluss in einer Wohnung. Die ITU gibt an, der Standard solle für Entfernungen von bis zu 250 Metern ausgelegt sein und bis zu 1 GBit/s erreichen - solche Bandbreiten schaffen heute fast nur Glasfasern.

Hersteller der Zugangstechnik wie Huawei und Alcatel-Lucent gaben dagegen mit ihren Prototypen der G.fast-Geräte stets nur 100 Meter bei 500 MBit/s an, unter Laborbedingungen sind auch 1,3 GBit/s möglich. Vermutlich hat die ITU, um die schöne runde Zahl von 1 GBit/s zu erreichen, schlicht Up- und Downstream zusammengezählt, denn wie bei SDSL soll die Übertragung mit G.fast in beide Richtungen gleich schnell sein. Dieses Addieren von Bandbreiten greift inzwischen vor allem bei Consumergeräten um sich, wo beispielsweise die beiden WLAN-Netze eines Dualband-Routers summiert werden.

Statt zweimal 450 MBit/s - was ohnehin nur wenige Endgeräte beherrschen - wird dann selbst aus einem Standardgerät mit 802.11n-Technik in den Produktbezeichnungen ein "900-MBit-Router". Manche Anbieter zählen bei 802.11ac-Geräten auch das schnellere Netz und die ältere n-Technik zusammen, obwohl diese meist auf verschiedenen Frequenzbändern laufen müssen und sich kaum kombiniert für den angegebenen Durchsatz zu einem Gerät nutzen lassen.

Auch sonst lässt die ITU viele Fragen offen - vor allem die, ob die schnelle Standardisierung von G.fast nicht den Ausbau von Glasfasernetzen behindern könnte. Vielen Anbietern ist daran gelegen, die alten Kupferleitungen ohne hohe Investitionskosten noch lange zu nutzen. Der Streit um Vectoring war dabei nur die Vorstufe, denn diese Bündelung durch einen Anbieter ist bei G.fast ohnehin zwingend notwendig.

Koexistenz von G.fast und FTTH vorgesehen

Les Brown von der ITU-Abteilung für G.fast meint in der Mitteilung der Organisation nur: "G.fast bietet die Geschwindigkeit von Glasfasern und ist so leicht zu installieren wie ADSL2. Diese Lösung ist für die Konsumenten wie für die Service Provider gleichermaßen attraktiv, kann mit VDSL2 koexistieren und FTTH ergänzen." Hinter dem letzten Kürzel verbirgt sich "fibre to the home", die direkte Anbindung eines Teilnehmeranschlusses an ein Glasfasernetz. Auf FTTH setzen bisher vor allem viele lokale Provider, die sich beispielsweise in Deutschland so unabhängig von den Teilnehmerleitungen (TAL) der Telekom machen wollen.

G.fast bewegt sich auch technisch an den Grenzen dessen, was über Kupferleitungen machbar ist. Unter anderem sind in verschiedenen Ausbaustufen Kanäle mit einer Bandbreite von 100 bis über 200 MHz vorgesehen - die TALs können sich dabei wie lange Antennen verhalten, die im Bereich des UKW-Rundfunks strahlen. Daher gibt es eine eigene Arbeitsgruppe (ITU-T G.9700), welche dafür sorgen soll, dass Radios durch G.fast nicht gestört werden sollen. Wie das genau geschieht, ist bisher nicht bekannt.

Das Gremium ITU-T G.9701, das sich um die Standardisierung von G.fast kümmert, soll im April 2014 einen ersten Entwurf des Standards vorlegen. Bis dahin sollen die Anbieter der Netzwerkausrüstung mehr Prototypen bauen und Feldversuche machen, so die Forderung der ITU. Ende 2014 soll dann der Standard für G.fast festgeschrieben werden. Angesichts der jahrelangen Entwicklung von viel einfacheren Techniken wie neuen WLAN-Standards erscheint dieser Zeitplan sehr ambitioniert. Sollte er eingehalten werden, rechnet die ITU Ende des Jahres 2015 mit ersten dauerhaft betriebenen Installationen von G.fast. Bis dahin müssen aber nicht nur die Standards, die Genehmigungen durch Regulierer, sondern auch die Endgeräte vorliegen - und vor allem von letzteren, die auf billigen Chips basieren müssen, ist bisher noch gar nichts zu sehen.


eye home zur Startseite
ploedman 18. Dez 2013

Ich hab mir mal ein Youtube Video angeschaut, wie zwei Glasfaser Kabel zusammengefügt...

nicoledos 18. Dez 2013

Freue dich doch, wenn die ersten auf G.fast umgestellt werden, wird die Alttechnik mit...

nicoledos 18. Dez 2013

Richtig so 640kb Arbeitsspeicher reichen, was soll man da mit solchen Datenleitungen. 8K...

Captain 18. Dez 2013

1,7 Mbit von der Teledumm könnte ich mir vorstellen, wohne 4 km vom Punkt weg, Teledumm...

Nebukadneza 18. Dez 2013

Schönen Tag euch allen noch ;-)


WLAN-Repeater Test / 02. Jan 2014

TELEKOM Speedport W100 Repeater



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Ratbacher GmbH, Raum Frankfurt
  2. GERMANIA Fluggesellschaft mbH, Berlin-Tegel
  3. über HRM CONSULTING GmbH, Köln
  4. INTENSE AG, Würzburg, Köln


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 9,49€ statt 19,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Raspberry Pi

    Schutz gegen Übernahme durch Hacker und Botnetze verbessert

  2. UHD-Blu-ray

    PowerDVD spielt 4K-Discs

  3. Raumfahrt

    Europa bleibt im All

  4. Nationale Sicherheit

    Obama verhindert Aixtron-Verkauf nach China

  5. Die Woche im Video

    Telekom fällt aus und HPE erfindet den Computer neu - fast

  6. Hololens

    Microsoft holoportiert Leute aus dem Auto ins Büro

  7. Star Wars

    Todesstern kostet 6,25 Quadrilliarden britische Pfund am Tag

  8. NSA-Ausschuss

    Wikileaks könnte Bundestagsquelle enttarnt haben

  9. Transparenzverordnung

    Angaben-Wirrwarr statt einer ehrlichen Datenratenangabe

  10. Urteil zu Sofortüberweisung

    OLG empfiehlt Verbrauchern Einkauf im Ladengeschäft



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nach Angriff auf Telekom: Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
Nach Angriff auf Telekom
Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
  1. 0-Day Tor und Firefox patchen ausgenutzten Javascript-Exploit
  2. Pornoseite Xhamster spricht von Fake-Leak
  3. Mitfahrgelegenheit.de 640.000 Ibans von Mitfahrzentrale-Nutzern kopiert

Digitalcharta: Operation am offenen Herzen der europäischen Demokratie
Digitalcharta
Operation am offenen Herzen der europäischen Demokratie
  1. EU-Kommission Mehrwertsteuer für digitale Medien soll sinken
  2. Vernetzte Geräte Verbraucherminister fordern Datenschutz im Haushalt
  3. Neue Richtlinie EU plant Netzsperren und Staatstrojaner

Garamantis: Vorsicht Vitrine, anfassen erwünscht!
Garamantis
Vorsicht Vitrine, anfassen erwünscht!
  1. Gentechnik Mediziner setzen einem Menschen Crispr-veränderte Zellen ein
  2. Zarm Zehn Sekunden schwerelos
  3. Mikroelektronik Wie eine Vakuumröhre - nur klein, stromsparend und schnell

  1. Re: Hintergrund?

    delphi | 22:46

  2. Re: Port umlenken

    floewe | 22:46

  3. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    lear | 22:43

  4. Re: Hoffentlich kommt Netflix nicht auf die Idee...

    FreiGeistler | 22:41

  5. Standart-passwort

    Mo3bius | 22:33


  1. 15:33

  2. 14:43

  3. 13:37

  4. 11:12

  5. 09:02

  6. 18:27

  7. 18:01

  8. 17:46


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel