Fujitsu: TCP-Alternative macht Datenübertragung 30-mal schneller
Neues Protokoll ist schneller als TCP. (Bild: Fujitsu)

Fujitsu TCP-Alternative macht Datenübertragung 30-mal schneller

Fujitsu hat ein neues Protokoll für Datenübertragungen entwickelt, das TCP ohne Änderungen der Clients ersetzen kann und bei schlechten Verbindungen für deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten und geringere Latenzen sorgen soll.

Anzeige

Das von Fujitsu entwickelte neue Protokoll soll die Vorteile von TCP und UDP vereinen und so bei einer simulierten Verbindung zwischen den USA und Japan den Durchsatz deutlich, von 90 MBit/s auf 3,3 GBit/s, erhöhen. Zugleich soll die Latenz der Verbindung um rund 80 Prozent, von 3 Sekunden auf 0,5 Sekunden, verringert werden. Das neue Protokoll hat Vorteile bei Verbindungen mit hohem Paketverlust, beispielsweise in drahtlosen Netzen oder bei überlasteten Überseeverbindungen.

Fujitsus neues, allein in Software umgesetztes Protokoll basiert auf dem vor allem für Streaming-Media genutzten UDP. Während das Schwesterprotokoll TCP sicherstellt, dass alle Pakete übertragen werden und bei Paketverlust dafür sorgen, dass die entsprechenden Daten erneut übertragen werden, verzichtet UDP darauf. Fujitsu hat nun ein neues Verfahren zur erneuten Übermittlung von Daten bei Paketverlusten entwickelt. Es kann unterscheiden, ob ein Paket verloren oder nur verspätet ist und soll so verhindern, dass Daten unnötig mehrfach übertragen werden. Ist Letzteres der Fall, werden die Daten nicht neu übertragen. Das sorgt im Vergleich zu TCP bei dem neuen Protokoll für geringe Latenzen und verbessert zugleich den Datendurchsatz bei schlechten Verbindungen mit hohem Paketverlust, so Fujitsu.

  • Fujitsus TCP-Alternative ist bei simulierten Verbindungen deutlich schneller als TCP.
  • Fujitsus TCP-Alternative ist bei simulierten Verbindungen deutlich schneller als TCP.
Fujitsus TCP-Alternative ist bei simulierten Verbindungen deutlich schneller als TCP.

Darauf basierend hat Fujitsu eine Software entwickelt, die TCP-Traffic in das neue Protokoll umwandelt. So will Fujitsu sicherstellen, dass bestehende Anwendungen die TCP nutzen, unverändert auch mit dem neuen Protokoll funktionieren und direkt von dessen Verbesserungen profitieren. Fujitsu nennt hier beispielsweise Dateiübertragungen, virtuelle Desktops und auch das Surfen im Web.

Ergänzend hat Fujitsu eine Software zur Bandbreitenkontrolle in Echtzeit entwickelt. Dabei wird in Echtzeit die verfügbare Bandbreite ermittelt und die Datenübertragung angepasst. So will Fujitsu verhindern, dass das neue Protokoll übermäßig große Bandbreiten belegt und TCP-Verbindungen ausbremst. Je mehr Bandbreite bereits durch TCP-Traffic belegt ist, desto weniger Bandbreite soll das neue Protokoll nutzen. Geht aber die von anderen benötigte TCP-Bandbreite zurück, wird das neue Protokoll sie nutzen.

Da es sich bei Fujitsus neuem Protokoll um eine reine Softwarelösung handelt, die ohne spezielle Hardware auskommt, soll sich das neue Protokoll leicht in bestehenden Geräten, ausdrücklich auch in mobilen Geräten, unterstützen lassen. Fujitsu will das noch namenlose Protokoll bis 30. März 2014 in Form einer Kommunikations-Middleware auf den Markt bringen, dann endet Fujitsus Fiskaljahr 2013.


robinx999 30. Jan 2013

Ich hatte auch schonmal Paketverluste im Wlan, aber lange nicht mehr nachgemessen ob...

redbullface 30. Jan 2013

Ist halt nur übertrieben von euch.

Anonymer Nutzer 30. Jan 2013

Stimmt! ;-)

Sinnfrei 30. Jan 2013

http://www.fujitsu.com/global/news/pr/archives/month/2013/20130129-02.html: "By...

Quantium40 30. Jan 2013

Die Geschwindigkeitsvorteile bieten sich nur bei bestimmten Szenarien, die eher die...

Kommentieren



Anzeige

  1. Software Quality Engineer (m/w)
    MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Sindelfingen bei Stuttgart
  2. IT-Systemtechniker (m/w)
    PFALZKOM | MANET, Ludwigshafen
  3. Spezialist (m/w) IT-Sicherheitsarchitektur
    GAZPROM Germania GmbH über Personalberatung Dr. Stehle-Hartwig, Berlin
  4. Business Analyst (m/w)
    Deutsche Leasing Gruppe, Bad Homburg vor der Höhe

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Thaw

    Das Smartphone schnappt Dateien vom Bildschirm

  2. Threshold

    Beta von Windows 9 erst im Oktober 2014, aber mit Startmenü

  3. Neue AGB

    Kickstarter klärt Regeln für gescheiterte Projekte

  4. Handelsplattform

    Datenschützer warnt vor Alibaba

  5. Playstation

    Remote-Play-Funktion für viele Android-Geräte portiert

  6. Apple

    10 Millionen neue iPhones am ersten Wochenende verkauft

  7. Deutsche Post

    Sicherheitslücke in Sendungsverfolgung von DHL

  8. Star-Wars-Dreharbeiten

    Drohnenabwehr gegen übermütige Fans

  9. Asus Vivo Tab 8

    Windows-Tablet mit 8-Zoll-Display kommt für 200 Euro

  10. Test Wasteland 2

    Abenteuer in der postnuklearen Textwüste



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



HP Elitepad 1000 G2 im Test: Praktisches Arbeitsgerät dank Zubehör
HP Elitepad 1000 G2 im Test
Praktisches Arbeitsgerät dank Zubehör
  1. Administrationswerkzeug HPs Oneview wird auf Racks, Tower und Netzwerk erweitert
  2. HP Proliant DL160 und 180 Mit neuen Einstiegsservern gegen Huawei und Supermicro
  3. Notebooks HP ruft wegen Brandgefahr Millionen Netzteilkabel zurück

PC-Spiele mit 4K, 5K, 6K: So klappt's mit Downsampling
PC-Spiele mit 4K, 5K, 6K
So klappt's mit Downsampling
  1. Ifa Vodafone Deutschland und Cisco bringen 4K-Set-Top-Box
  2. Alpentab Wienerwald Das Holztablet mit Bay Trail oder als Nobelversion
  3. Ultra High Definition Scharf allein ist nicht genug

Zoobotics: Vier- und sechsbeinige Pappkameraden
Zoobotics
Vier- und sechsbeinige Pappkameraden
  1. Schnell, aber ungenau Roboter springt im Explosionsschritt
  2. Softrobotik Weicher Roboter bekommt neuen Antrieb
  3. Dyson 360 Eye Staubsauger schickt Sauberkeitsbericht übers Smartphone

    •  / 
    Zum Artikel