Anzeige
FTTH: Bundesregierung gegen Glasfaserkabel in Wasserleitungen
(Bild: Cathal McNaughton/Reuters)

FTTH Bundesregierung gegen Glasfaserkabel in Wasserleitungen

Um Kosten und Tiefbauarbeiten zu vermeiden, wollte die EU die Mitbenutzung von Trinkwasserrohren für Glasfaserkabel freigeben. Doch die Bundesregierung ist strikt dagegen.

Anzeige

Die Bundesregierung lehnt wegen gesundheitlicher Bedenken Pläne der EU-Kommission ab, Glasfaserkabel durch Trinkwasserrohre zu verlegen. Das geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage (PDF) der Fraktion der Partei Die Linke hervor, die der Saarbrücker Zeitung vorliegt. Die Regierung teile "die hygienisch begründeten Bedenken und Sorgen" von Experten.

Um Kosten beim Netzausbau zu reduzieren, sollen laut EU-Planungen Internetanbieter Glasfaserkabel durch bereits vorhandene Trinkwasserrohre führen dürfen. Nach Ansicht der Bundesregierung ist eine Mitbenutzung von Trinkwasserrohren aber nur dann möglich, "wenn alle diesbezüglichen Bedenken ausgeräumt werden können". Das sei nicht erfolgt. Laut dem Bericht lehnen wegen möglicher gesundheitlicher Risiken auch die Verbände der Wasserwirtschaft sowie die Trinkwasserkommission des Umweltbundesamtes das Vorhaben ab. Die umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Eva Bulling-Schröter, sagte, sie erwarte jetzt "klare Ansagen der Bundesregierung in Brüssel gegen eine Nutzung von Datenkabeln in Trinkwasserleitungen."

Laut Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sollten Glasfaserkabel geschützt in einem Mikrorohr in die Trinkwasserleitungen eingebaut werden. Aus den Kabelsträngen und Mikrorohren könnten sich jedoch nicht nur unerwünschte Substanzen lösen - die Mikrorohre würden auch die innere Oberfläche in den Wasserleitungen vergrößern, so dass sich zusätzliche Lebensräume für Biofilme entwickeln könnten, heißt es in der Anfrage der Partei.

Wenn in Trinkwasserleitungen Kabel verlegt würden, müsse das Trinkwassernetz für deren Einbau und Wartung häufiger geöffnet werden als bisher. Dieser Umstand berge Gefahren für die Trinkwasserqualität. "Selbst wenn die Daten-Kabelsysteme sterilisiert sind, besteht durch die zusätzlichen Bauarbeiten am Trinkwassernetz immer die Gefahr, dass Schmutz, Mikroorganismen und Krankheitserreger ins Trinkwasser gelangen. Insofern teilen wir die Auffassung der Trinkwasserkommission", sagte Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamts.

Internet aus dem Wasserhahn schon erfolgreich

Im März 2012 hatten die Stadtwerke Bonn und der Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Ahr Glasfaserleitungen durch Wasseranschlüsse ins Haus geholt. "Im Kreis Ahrweiler gibt es neben sehr gut mit schnellen Internetanschlüssen ausgestatteten Gebieten noch weiße Flecken im dünnbesiedelten Westteil", sagte Landrat Jürgen Pföhler. Die Nutzung des rund 100 Kilometer langen Leerrohrnetzes des Zweckverbandes Wasserversorgung Eifel-Ahr könne für preiswerte Fibre-To-The-Home-Zugänge sorgen.

Im Rahmen üblicher Erneuerungsarbeiten könne so ohne weiteren Tiefbau ein Glasfaserhausanschluss hergestellt werden. Üblicherweise entfielen mehr als 70 Prozent der Kosten eines Glasfaseranschlusses auf den Tiefbau. "Verlegungskosten plus Tiefbauarbeiten plus Loch in die Hauswand stemmen", sagte Pföhler. Beim jetzt anvisierten Wasser-Faser-System werde das Glasfaserkabel mit dem Wasseranschluss verlegt, was die Kosten enorm verringere.

Die neue Technik sei vergleichbar mit einem Katheter: Ein Microductrohr, ein Leerrohr aus Kunststoff, wird durch den bestehenden Wasserhausanschluss von der Straße bis in das Haus geschoben. Das Microductrohr wird dann mit speziell entwickelten Formstücken mit der Trinkwasserleitung druckdicht verschweißt. Nach der Inbetriebnahme des Trinkwasseranschlusses kann anschließend über das Microductrohr eine Glasfaserleitung in das Haus geführt werden.


eye home zur Startseite
Eheran 17. Apr 2014

Verbrennen =/= hoch erhitzen. Mehr muss ich dazu nicht sagen.

Oelfinger 02. Aug 2013

Wenn ich das richtig verstehe, müsste man also trotzdem erstmal noch entsprechend...

Fireblade310 31. Jul 2013

Ist das dann Fiber to the Toilet?

derdiedas 31. Jul 2013

- Unbedenklichkeit der Kabel (Weichmacher, Schwermetalle) wird bestimmt nicht immer...

NochEinLeser 31. Jul 2013

Interessant, danke. :) Ist es denn möglich, an jeder Stelle so ein Teil zu installieren...

Kommentieren



Anzeige

  1. Software Testingenieur (m/w) Fahrerassistenzsysteme
    Continental AG, Lindau
  2. IT Application Consultant (m/w) SAP FI/CO
    Viega GmbH & Co. KG, Attendorn
  3. Datenbank- und Business-Intelligence-Admini- stratoren (m/w)
    ARI Fleet Germany GmbH, Koblenz, Stuttgart oder Eschborn bei Frankfurt am Main
  4. First Level Support / User Help Desk (m/w)
    BAM Deutschland AG, Stuttgart

Detailsuche



Anzeige

Folgen Sie uns
       


  1. Hyperloop

    HTT will seine Rohrpostzüge aus Marvel-Material bauen

  2. Smartwatches

    Pebble 2 und Pebble Time 2 mit Pulsmesser

  3. Kickstarter

    Pebble Core als GPS-Anhänger für Hacker und Sportler

  4. Virtual Reality

    Facebook kauft Two Big Ears für 360-Grad-Sound

  5. Wirtschaftsminister Olaf Lies

    Beirat der Bundesnetzagentur gegen exklusives Vectoring

  6. Smartphone-Betriebssystem

    Microsoft verliert stark gegenüber Google und Apple

  7. Onlinehandel

    Amazon startet eigenen Paketdienst in Berlin

  8. Pastejacking im Browser

    Codeausführung per Copy and Paste

  9. Manuela Schwesig

    Familienministerin will den Jugendschutz im Netz neu regeln

  10. Intels Compute Stick im Test

    Der mit dem Lüfter streamt (2)



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Cloudready im Test: Ein altes Gerät günstig zum Chromebook machen
Cloudready im Test
Ein altes Gerät günstig zum Chromebook machen
  1. Chrome OS Android-Apps kommen auf Chromebooks
  2. Acer-Portfolio 2016 Vom 200-Hz-Curved-Display bis zum 15-Watt-passiv-Detachable

Doom im Technik-Test: Im Nightmare-Mode erzittert die Grafikkarte
Doom im Technik-Test
Im Nightmare-Mode erzittert die Grafikkarte
  1. Blackroom John Romero und das Shooter-Holodeck
  2. Doom Hölle für alle
  3. Doom Bericht aus der Bunnyhopping-Hölle

Oxford Nanopore: Das Internet der lebenden Dinge
Oxford Nanopore
Das Internet der lebenden Dinge
  1. Wie Glas Forscher machen Holz transparent
  2. Smartwatch Skintrack macht den Arm zum Touchpad
  3. Niederschläge Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen einen Berg

  1. Re: So müßte Open Pandora aussehen ...

    Lightkey | 03:10

  2. Re: Microsoft hat zwei Fehler gemacht

    berritorre | 03:09

  3. Re: Preisfrage

    kvoram | 03:00

  4. Re: Ich warte lieber auf die Pyra aus Ingolstadt

    Lightkey | 02:50

  5. Re: Wer von euch nutzt Actioncams?

    berritorre | 02:46


  1. 19:01

  2. 18:03

  3. 17:17

  4. 17:03

  5. 16:58

  6. 14:57

  7. 14:31

  8. 13:45


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel