Freie Universität: Lehrinhalte nur über iTunes

Die Freie Universität Berlin plant eine Kooperation mit Apple, um Vorlesungsinhalte Externen bereitzustellen. Die Nutzung soll exklusiv mit der iTunes-Software möglich sein.

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Online bereitgestellte Vorlesungsinhalte von Universitäten, vor allem Videomitschnitte von Vorlesungen, werden immer beliebter. Sie sind nicht nur für die Studenten gedacht, sondern oft auch für die Öffentlichkeit. Auf der Plattform Coursea können etwa Vorlesungsvideos von der Stanford University und anderen renommierten amerikanischen Universitäten kostenlos heruntergeladen werden.

Die Freie Universität Berlin plant gerade auch ein solches Angebot. Anders als bei vergleichbaren Projekten sollen ihre Inhalte allerdings offenbar in einer Kooperation mit Apple exklusiv über iTunes bereitgestellt werden. Apple startete vor einigen Jahren hierfür die Plattform iTunes U für Universitätsmaterialien.

"Die Freie Universität Berlin will ihren Lehrenden ermöglichen, sich in Ergänzung zu den universitätsinternen Systemen mit eigenen Lehrveranstaltungen einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren", erklärte die Universität auf Anfrage. "Dazu plant die Freie Universität - wie bereits andere deutsche und internationale Hochschulen zuvor - auch einen offiziellen Auftritt in iTunes U."

In einem internen Schreiben, das der Redaktion vorliegt, wirbt der Kanzler der Universität für die Kooperation mit Apple. Dozenten werden darin explizit dazu aufgefordert, "von der Nutzung anderer externer Internetplattformen zur Verbreitung von aufgezeichneten Lehrveranstaltungen und audiovisuellen Materialien abzusehen".

"Datengeschenk an ein großes Unternehmen"

"Als Studierende begrüßen wir natürlich jedes Vorhaben, Wissen und Lehre universeller verfügbar zu machen", erklärte Hannes Hauswedell von der Fachschaft Bioinformatik Golem.de. "Was das Präsidium der Universität plant, scheint aber leider kein besonders universeller Zugang zu werden, eher ein Datengeschenk an ein großes Unternehmen."

Auf die Videos von iTunes kann man nicht mit einem gewöhnlichen Webbrowser im Internet zugreifen, Voraussetzung ist die Nutzung der von Apple bereitgestellten iTunes-Software. Die gibt es aber nur für wenige Betriebssysteme, so bleiben etwa Linux-Nutzer vom Angebot ausgeschlossen.

"Es ist enttäuschend, dass nun eine von öffentlichen Geldern finanzierte Universität ihr Wissen Externen online nur verfügbar macht, wenn diese eine bestimmte Software eines bestimmten Herstellers nutzen", sagte Matthias Kirschner von der Free Software Foundation Europe Golem.de. "Es wäre technisch kein Problem, die Materialien parallel für jeden unkompliziert zum Herunterladen anzubieten."

Auch die Datenschutzbeauftragte der Universität, Ingrid Pahlem-Brandt, sieht die Kooperation mit Apple kritisch. "Eine Verbreitung von Vorlesungsvideos exklusiv über iTunes U wäre in höchstem Maße datenschutzrechtlich problematisch. So wäre unklar, was mit Daten geschieht, die beim Abruf der Videos entstehen."


AveN 18. Mär 2013

Ucd wie schaut es dann mit Android Smartphones aus? Die machen ja auch nur einen...

Atalanttore 17. Mär 2013

Für Freiheit hat Apple nämlich nix übrig. Denen geht es nur um Macht und Geld.

ShaniaReif 15. Mär 2013

Also werden Bildungsinhalte nun nur noch appleusern zugänglich gemacht ? auch nciht schlecht

couchpotato 14. Mär 2013

[...] Es gibt einen Unterschied zwischen der naturgemäßen "Notwendigkeit" etwas zu...

cicero 14. Mär 2013

Hmmm. Feindbild? Na ja, immerhin ein modernes Feindbild in Deinem Sinne. Alte...

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Nachrichten aus Berlin und Umgebung / 09. Apr 2013

Keine Plagiatoren aus Berlins Unis



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