Frank-Walter Steinmeier: "Ich bin für die Gema"
Frank-Walter Steinmeier (Bild: Johannes Simon/Getty Images)

Frank-Walter Steinmeier "Ich bin für die Gema"

Im Interview mit iRights.info fordert SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, den "Wahnsinn des Abmahnmissbrauchs" zu beenden, die Förderung der Digitalwirtschaft besser abzustimmen und Laptops und Tablets für Schulen - und eine Einigung mit der Gema.

Anzeige

iRights.info: Sie haben sich gemeinsam mit dem DJ Paul von Dyk in der Urheberrechtsdebatte zu Wort gemeldet. Ihre Forderung nach einer fairen Vergütung der Künstler im Netz ist bei allen großen Parteien Common Sense. Was wollen Sie konkret anders machen als die derzeitige Regierung?

Frank-Walter Steinmeier: Unser Ziel ist ein fairer und gerechter Ausgleich zwischen den Interessen von Urhebern, Verwertern und Nutzern. Dafür bedarf es zum Beispiel einer Reform des Urhebervertragsrechts, um die Rechte der Urheber zu stärken. Wir müssen die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle fördern, die eine einfache und legale Nutzung geschützter Inhalte ermöglichen. Und wir müssen endlich dem Wahnsinn des Abmahnmissbrauchs durch einige wenige spezialisierte Anwaltskanzleien ein Ende setzen. 

Die Künstler brauchen die Gema

iRights.info: In Ihrem Plädoyer heißt es: "Die Gema hat nur dann eine Zukunft, wenn sie ihre internen Verteilungskriterien daran ausrichtet, kleinere und unbekanntere Künstler und Kulturschaffende angemessen zu vergüten." Die Gema ist eine Gesellschaft der Urheber und der Verlage, deren Verteilungspläne weder von der Mitgliederversammlung noch von der staatlichen Aufsicht beanstandet werden. Wie wollen Sie der Gema reinreden?

Frank-Walter Steinmeier: Reinreden wollen wir gar nicht. Aber zu einer gesellschaftlichen Debatte um den Wert von Kultur gehört die Gema natürlich dazu. Ich glaube gar nicht, dass wir auf unterschiedlichen Seiten kämpfen. Ich bin für die Gema, die Künstlerinnen und Künstler brauchen sie. Aber die Gema hat doch selbst ein Interesse an fairen Verteilungskriterien, die breit akzeptiert werden. Der Gesamtvertrag, den sie kürzlich mit dem Bund Deutscher Karneval vor dem Hintergrund der Tarifreform abgeschlossen hat, zeigt: Einvernehmliche Lösungen, die die kulturelle Vielfalt in Deutschland wahren, sind auch ihr Ziel.

"Medienkompetenz bereits im Vorschulalter"

iRights.info: Deutschland diskutiert derzeit die Folgeschäden digitaler Medien und sorgt sich um die "digitale Demenz" der Jugend. Zugleich fordert der Kreativpakt der SPD-Bundestagsfraktion den Internetzugang für alle und einen Laptop für jeden Schüler. Stemmt sich die SPD beim Thema Internet gegen den reaktionären Zeitgeist?

Frank-Walter Steinmeier: Wir können doch die Uhr nicht zurückdrehen und das Internet abschaffen. Wie so oft ist auch hier Angriff die beste Verteidigung. Und deshalb müssen wir Medienkompetenz bereits im Vorschulalter durch altersgerechte Internetangebote fördern. Bildungseinrichtungen müssen adäquat technisch ausgestattet sein und das Lehrpersonal muss die nötige medienpädagogische Fachkompetenz besitzen. Aber nicht nur bei Kindern, auch in der beruflichen und universitären Aus- und Weiterbildung muss kreative Medienkompetenz zu einer Basisqualifikation werden.

"Ein Silicon-Valley haben wir noch nicht"

iRights.info: Ob nun Google, Facebook, eBay oder Amazon: Die großen Internetkonzerne kommen nicht aus Deutschland oder Europa. Wie könnte die SPD die hiesige Internetwirtschaft beflügeln?

Frank-Walter Steinmeier: Deutschland hat eine äußerst erfolgreiche Exportindustrie und beheimatet mit dem Global Player SAP und anderen durchaus eine Reihe von Erfolgsgeschichten auch aus der Internetwirtschaft. Aber in der Tat, ein Silicon-Valley haben wir noch nicht, und deshalb müssen wir uns mehr anstrengen. Als Erstes: Unser Land braucht schnell eine flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen. Das ist die Grundvoraussetzung. Darüber hinaus müssen die verschiedenen Ansätze zur Förderung der digitalen Wirtschaft besser abgestimmt werden und sollen nicht nur die Gründungs-, sondern auch die Wachstumsphasen junger Unternehmen begleiten. So wie sich die Kreativwirtschaft ständig verändert, müssen sich auch die Förderstrukturen ständig neu ausrichten.


commander1975 08. Okt 2012

Autor Earlchaos 17.09.12 - 10:09 Du Held, ist dir entgangen, daß es seit Jahren verboten...

zwangsregistrie... 17. Sep 2012

noch 2 übrig...

Baron Münchhausen. 16. Sep 2012

kwt :)

zeldafan 16. Sep 2012

http://www.golem.de/news/internet-rechtsprofessor-die-mafia-agiert-aus-italien-die-gema...

Anonymer Nutzer 15. Sep 2012

Weil sie so Leute wie Steinmeier hat, die sich anscheinend immer noch nicht ganz von der...

Kommentieren



Anzeige

  1. Abteilungsleiter/in
    Robert Bosch GmbH, Renningen
  2. Software-Entwickler Java / JavaScript (m/w)
    TONBELLER AG, Bensheim
  3. Software-Entwickler/in für IT-Lösungen im Bereich Vernetztes Fahrzeug / Telematiksysteme
    ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, München
  4. Projektleiter Software Standardisierung (m/w) Schwerpunkt Fördertechnik
    Dürr Systems GmbH, Bietigheim-Bissingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Software Development Kit

    Linux-Support und geringere Latenz für Oculus Rift

  2. Big Brother Awards

    Österreich prämiert die EU Kommission und Facebook

  3. iFixit

    Touch-ID-Sensor im iPad mini 3 mit Klebstoff befestigt

  4. Illegales Streaming

    Razzien gegen Betreiber von Kinox.to

  5. Android 4.4.2

    Kitkat-Update für Motorola Razr HD wird verteilt

  6. Galaxy Note 4

    4,5 Millionen verkaufte Geräte in einem Monat

  7. Archos 50 Diamond

    LTE-Smartphone mit Full-HD-Display für 200 Euro

  8. Test Dreamfall Chapters Book One

    Neue Episode von The Longest Journey

  9. iPad Air 2 im Test

    Toll, aber kein Muss

  10. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Ubuntu 14.10: Zum Geburtstag kaum Neues
Ubuntu 14.10
Zum Geburtstag kaum Neues
  1. Thomas Voß "Mir ist in zwei Jahren relevanter als Wayland"
  2. Ubuntu Unity 8 soll Standard in 16.04 werden
  3. Ubuntu Unity-Lockscreen-Bug kann Passwort verraten

Spacelift: Der Fahrstuhl zu den Sternen
Spacelift
Der Fahrstuhl zu den Sternen
  1. Raumfahrt Mondrover Andy liefert Bilder für Oculus Rift
  2. Geheimmission im All Militärdrohne X-37B nach Langzeiteinsatz gelandet
  3. Raumfahrt Indische Sonde Mangalyaan erreicht den Mars

3D-Druck ausprobiert: Internetausdrucker 4.0
3D-Druck ausprobiert
Internetausdrucker 4.0
  1. Niedriger Schmelzpunkt 3D-Drucken mit metallischer Tinte
  2. Deltadrucker Magna Japanisches Unternehmen zeigt Riesen-3D-Drucker
  3. 3D-Technologie US-Armee will Sprengköpfe drucken

    •  / 
    Zum Artikel