Foxconn: iPhone-5-Arbeiter in Schlafsälen ohne Strom und Wasser
Arbeiter verlassen ein Foxconn-Werk in China. (Bild: Stringer China/Reuters)

Foxconn iPhone-5-Arbeiter in Schlafsälen ohne Strom und Wasser

Mit versteckter Kamera waren französische Journalisten von France 2 in den Schlafsälen von Foxconn. Ihr Bericht zeigt, dass alle Erklärungen und Audits von Apple und Foxconn zu sozialen Standards wertlos sind.

Anzeige

Trotz wortreicher Erklärungen von Apple und Foxconn Electronics hat sich an den besonders menschenverachtenden Arbeitsbedingungen bei dem Auftragshersteller offenbar nichts geändert. Das ergaben Recherchen des Magazins Envoyé Spécial von France 2, dem größten öffentlich-rechtlichen Sender Frankreichs. Die Journalisten waren mit versteckten Kameras in den Schlafsälen und Fabriken des Foxconn-Werks Zhengzhou in der Provinz Henan und befragten dort die Arbeiter. Das Magazin Engadget hatte zuerst über die Reportage berichtet.

 
Video: Envoy Special von France 2 mit versteckten Kameras bei Foxconn

In den noch nicht fertig gebauten Schlafsälen der neuen Fabriken für die iPhone-5-Montage seien bereits viele Arbeiter untergebracht gewesen, obwohl es dort noch kein Wasser und keine Elektrizität gegeben habe, so Envoyé Spécial. Der Bau der Fabriken habe Vorrang vor den Schlafsälen, habe es zur Begründung geheißen.

Die Arbeiter berichteten, dass der größte Teil einer Lohnerhöhung auf 290 US-Dollar monatlich, die Foxconn und Apple öffentlichkeitswirksam bekanntgemacht hatten, von Foxconn für Unterbringung, Versicherungen und Verpflegung wieder zurückgefordert werde. Zudem würden für psychologische Gutachten 7 US-Dollar gefordert, um Selbsttötungen vorzubeugen. Foxconn hatte nach 13 Suiziden und vier Selbsttötungsversuchen in der Belegschaft Psychologen engagiert, die die Arbeiter untersuchen.

 
Video: Envoy Special von France 2 mit versteckten Kameras bei Foxconn

Anfang Oktober 2012 gab es einen Bericht von China Labor Watch (CLW) zu Streiks von Tausenden Arbeitern bei Foxconn in Zhengzhou.

Im September 2012 wurde berichtet, dass Tausende chinesische Studenten zu Montagearbeiten für das neue iPhone 5 gezwungen würden, weil Apples Auftragshersteller Foxconn nicht genügend Arbeitskräfte finden konnte. Die Vorlesungen wurden ausgesetzt und den Studenten wurde gedroht, dass sie keinen Abschluss bekämen, wenn sie nicht für Foxconn arbeiten würden. Auch in Zhengzhou trafen die Reporter wieder auf Studenten, die unter diesen Bedingungen arbeiten mussten.

 
Video: Envoy Special von France 2 mit versteckten Kameras bei Foxconn

Der Auftragshersteller fertigt für Apple, Amazon, Dell, Nintendo, Hewlett-Packard, Samsung, IBM, Lenovo, Motorola, Nokia, Sony, Toshiba und andere. Das größte Exportunternehmen in China beschäftigt dort über 1,4 Millionen Menschen, die 40 Prozent der weltweit verkauften Unterhaltungselektronik montieren. Der Konzern ist auch in Osteuropa, Mexiko und Brasilien aktiv.


Anonymer Nutzer 03. Jan 2013

Die beste Pauschalausrede, die es gibt. War schon als Kind immer so: "aber die anderen...

Chevarez 20. Dez 2012

+1 Aber auf meinen Beitrag war das jetzt nicht die Antwort, oder?

Chevarez 19. Dez 2012

Nein, lass mal. Dann würde ja herauskommen, das Foxconn im Vergleich noch richtig...

Chevarez 19. Dez 2012

Mag ja sein, dass es einfach kein Standard ist. Nicht ohne Grund flüchten sich die Läute...

Chevarez 19. Dez 2012

Dafür wird da auch das Gehalt etwas niedriger sein. Zudem gibt es die Sicherheit auf...

Kommentieren



Anzeige

  1. Fachinformatiker (m/w)
    Clemens Kleine Dienstleistungen GmbH & Co. KG, Düsseldorf
  2. Spezialist (m/w) technisches Marketing
    AKDB, München
  3. Software Tools Betreuer (m/w)
    Continental AG, Villingen
  4. Mitarbeiter (m/w) Anwendungsbetreuung Data Warehouse
    Aareon Deutschland GmbH, Mainz

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Assassin's Creed Unity

    Killer im Koop

  2. Mittelformatkamera H5D-50c

    Hasselblad mit WLAN

  3. Angelbird SSD2Go Pocket im Test

    Quadratisch, praktisch, schnell

  4. Benq SW2401PT

    Farbtreues Display für Hobbyfotografen

  5. Universal Mobile Keyboard

    Microsoft-Tastatur für Android und iOS

  6. Google

    Zukunft des Projekts Android Silver ungewiss

  7. Nasa

    Boeing und SpaceX sollen Raumschiffe für die USA bauen

  8. Facebook, Google, Twitter

    Branchenweite Interessengruppe zum Open-Source-Einsatz

  9. Typ 007

    Leica Mittelformatkamera S filmt in 4K

  10. Test Hyrule Warriors

    Gedrücke und Gestöhne mit Zelda



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Typ C: Neuer USB-Stecker mit Klick und USB 3.1 ausprobiert
Typ C
Neuer USB-Stecker mit Klick und USB 3.1 ausprobiert
  1. HD Graphics 5300 Broadwell-GPU mit 24 oder 48 EUs, sparsamer und schneller
  2. NUC und Co. Intel will die Mini-PCs halbieren
  3. IMHO USB Typ C lieber heute als morgen

Galaxy Note Edge im Hands On: Das erste Smartphone mit sinnvoll gebogenem Display
Galaxy Note Edge im Hands On
Das erste Smartphone mit sinnvoll gebogenem Display
  1. Phicomm Passion im Hands On Anständiges Full-HD-Smartphone mit 64-Bit-Prozessor
  2. Interview mit John Carmack "Gear VR ist das Tollste, was ich in 20 Jahren gemacht habe"
  3. Nokia Lumia 735 Das OLED-Weitwinkel-Selfie-Phone

NFC: Apple Pay könnte sich auszahlen
NFC
Apple Pay könnte sich auszahlen
  1. Visa Europe Verhandlungen für Apple Pay in Europa laufen
  2. Apple Smartwatch soll eigenen App Store bekommen
  3. Apple Digitale Geldbörse in iPhone 6 macht offenbar Fortschritte

    •  / 
    Zum Artikel