Forschergruppe Datendiebstahl bei Android-Apps möglich

Wissenschaftler haben 13.500 kostenlose Android-Apps aus dem Play Store auf ihren Umgang mit verschlüsselten Daten untersucht. Die Ergebnisse sollen zeigen, dass manche Apps es mit der Sicherheit der Nutzerdaten nicht so genau nehmen.

Anzeige

Eine gemeinsame wissenschaftliche Untersuchung der Universitäten Hannover und Marburg habe ergeben, dass persönliche Daten bei vielen Android-Apps nicht ausreichend geschützt seien. Zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftler nach der Analyse von 13.500 kostenlos erhältlichen Apps aus Googles App Store, welche private Daten übermitteln. Dabei untersuchten die Forscher, wie die Apps mit dem SSL-Protokoll zur Verschlüsselung persönlicher Daten umgehen.

Anfälligkeit für Man-In-The-Middle-Attacken

Laut dem Forschungsteam akzeptierten von den 13.500 untersuchten Apps 1.074 jegliche Art von Zertifikaten und Hostnames, was ein Auslesen der übermittelten Daten bei einer Attacke ermöglichen kann. Die Forscher konzentrierten sich auf die sogenannte Man-In-The-Middle-Attacke (MITMA).

Hierbei liest ein Hacker sensible Daten aus, indem er die Kommunikation zwischen dem Endgerät und dem Router mitverfolgt oder sogar beeinflusst. Zur Analyse hat die Forschungsgruppe ein eigens entwickeltes Programm eingesetzt, welches mögliche Schwachstellen in der Verwendung des Protokolls ermitteln soll.

Kreditkarten- und Bankdaten bei vielen Apps nicht sicher

Basierend auf den Ergebnissen dieser ersten Analyse hat das wissenschaftliche Team 100 Programme aus den 13.500 Apps genauer untersucht. In 41 Fällen haben sie nach eigenem Bericht erfolgreich eine MITMA durchgeführt und sind an Kreditkartendaten, Bankdaten sowie weitere geheime Informationen gelangt.

Diese Zahl muss jedoch im Zusammenhang damit gesehen werden, dass die betroffenen Apps bereits nach der Voranalyse als potenziell unsicher galten. Die untersuchten Apps haben laut der Forschergruppe eine Verbreitung von 39,5 bis 185 Millionen Nutzern.

Die Durchführung einer MITMA ist in einem ungeschützten öffentlichen Netzwerk einfacher als in einer geschützten Umgebung. Da sich Smartphone-Nutzer häufig in solchen ungesicherten Umgebungen aufhalten, sei eine MITMA eine durchaus denkbare Bedrohung, so die Wissenschaftler. Falls dann persönliche Daten nicht ausreichend oder gar nicht verschlüsselt seien, könnten sie leicht von Angreifern ausgelesen werden.

Strengere Regeln bei SSL-Protokollen vorgeschlagen

Google selbst betont in seinem Android Developers Blog die Wichtigkeit von sicheren Verbindungen in öffentlichen Netzwerken. Die Implementierung des SSL-Protokolls ist jedoch bisher den Entwicklern selbst überlassen.

Das Forscherteam schlägt unter anderem vor, diese Entscheidungsmöglichkeit durch Google strenger zu reglementieren. Ein weiterer Lösungsvorschlag ist, den Nutzer über das Betriebssystem besser darüber zu informieren, ob er gerade eine sichere Verbindung benutzt oder nicht.


dahana 26. Okt 2012

Die paar Randgruppen muss man doch nicht auch noch mit untersuchen... ;-)

joypad 24. Okt 2012

:-)))) geil :-))))

LibertaS 24. Okt 2012

Für jedes neue Produkt einer einzigen Veranstaltung gibt es eine Nachricht und dem...

0xDEADC0DE 24. Okt 2012

Find ich gut. Du sorgst dadurch für eine Steigerung der Verbreitung und wenn das viele...

0xDEADC0DE 24. Okt 2012

Nein, Diebstahl beginnt da, wo jemand etwas nimmt, was der andere nicht freiwillig...

Kommentieren




Anzeige
  1. Projektleiter Online Solutions (m/w)
    Verlagsgruppe Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart
  2. Manager Quality Management Softwareentwicklung (m/w)
    imc information multimedia communication AG, Saarbrücken
  3. Systemadministrator/in SharePoint
    Erzbistum Köln Generalvikariat, Köln
  4. Datawarehouse Engineer für Second Level Support (m/w)
    Loyalty Partner Solutions GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Hacks for Sale

    Chinesische Hacker werben offen auf IT-Messen

  2. MQ-4C Triton

    Aufklärungsdrohne der US-Marine fliegt zum ersten Mal

  3. Temash, Kabini, Richland

    AMDs mobile APUs von 4 bis 35 Watt sind da

  4. Xbox One

    Hauseigene Halo-Konkurrenz und neues Altes von Rage

  5. Quantified Self

    Alkoholmessgerät für das Smartphone

  6. Kim Dotcom

    "Google, Facebook, Twitter verletzen mein Patent"

  7. Samsung

    10 Millionen Galaxy S4 in weniger als einem Monat verkauft

  8. Innodisk

    Winzige NanoSSD erreicht 480 MByte/s

  9. München

    Limux bleibt technisch anspruchsvoll

  10. Android

    Updates für Google Drive und Chrome



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Logitech: iPad-Tastatur mit Kabel
Logitech
iPad-Tastatur mit Kabel

Tastaturen werden an das iPad normalerweise schnurlos per Bluetooth angebunden. Doch Logitech hat nun ein Modell vorgestellt, das per Lightning-Kabel oder 30-Pin-Adapter mit dem Tablet verbunden wird. Es ist besonders für die Anforderungen von Schulen konstruiert worden.

  1. Zoomboard Tastatur mit Lupe für winzige Touchscreens
  2. Kalq-Tastatur Neues Tastenlayout zum Schnelltippen auf Touchscreens
  3. CM Storm Quickfire Stealth Tastatur fast ohne Tastenbeschriftungen

Superkondensator: Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit
Superkondensator
Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit

Ein Smartphone, das in einer halben Minute geladen ist, soll ein neuer Energiespeicher ermöglichen. Die Entwicklerin kam auf die Idee, weil sie sich über den dauernd leeren Akku ihres Mobiltelefons geärgert hat.

  1. Silverback-Gorilla Akku als Steckdosenersatz für Notebooks
  2. Akku Kleiner Akku mit großer Leistung
  3. Paul Scherrer Institut Lithium-Ionen-Akkus haben doch einen Memory-Effekt

Datenschutz-Grundverordnung: Chaos Computer Club fürchtet Datenschutzauflösung durch EU
Datenschutz-Grundverordnung
Chaos Computer Club fürchtet Datenschutzauflösung durch EU

In einem offenen Brief an Innenminister Friedrich wird kritisiert, dass Deutschland sich in der EU dafür einsetzt, das heutige Datenschutzniveau weiter abzusenken.

  1. PNR Europaparlament stimmt gegen Flugdaten-Vorratsspeicherung
  2. Right to Know Kommt eine Informationspflicht für personenbezogene Daten?
  3. Datenschutzbestimmungen EU-Datenschützer knöpfen sich Google vor

Zum Artikel