Flipperbot: Auf das Handgelenk kommt es an.
Flipperbot: Auf das Handgelenk kommt es an. (Bild: Gary Meek/Georgia Tech)

Flipperbot Roboter bewegt sich wie eine Schildkröte

Flipperbot ist ein Roboter mit zwei großen Flossen. Wie sein natürliches Vorbild, eine Meeresschildkröte, zieht er sich mit ihrer Hilfe über den Untergrund.

Anzeige

Unechte Karettschildkröten sind hervorragende Schwimmer. Jedoch bewegen sich die Tiere nicht nur im Wasser behände. Der Nachwuchs flitzt, kaum geschlüpft, beachtlich geschickt über den Strand in Richtung Meer. Forscher vom Georgia Institute of Technology (Georgia Tech) in Atlanta haben einen Roboter nach dem Vorbild einer Wasserschildkröte konstruiert, um die Fortbewegung der Tiere zu studieren.

Der Flipperbot ist 19 cm lang und 970 Gramm schwer. Er bewegt sich mit Hilfe von zwei Armen fort, an deren Enden jeweils eine Flosse sitzt - zwei 7 x 4 cm große und 0,3 cm dicke Brettchen aus Balsaholz. Die Flosse ist durch ein Gelenk schwenkbar. Angetrieben werden die aus Aluminium bestehenden Arme von je zwei Motoren: Einer bewegt den Arm vor und zurück, der andere auf- und abwärts.

Als Vorbereitung für das Projekt hatte Nicole Mazouchova seit 2010 frisch geschlüpfte Schildkröten auf Jekyll Island vor der Küste von Georgia beobachtet. Nach ihren Erkenntnissen haben die Forscher dann den Flipperbot gebaut. Den haben sie dann auf eine etwa 1,20 Meter lange Teststrecke geschickt, die nicht mit Sand, sondern mit Mohn ausgelegt war.

Flosseneinsatz

Der Roboter bewegt sich wie eine kleine Schildkröte fort: Er hebt die Flosse an, schiebt sie nach vorne, taucht sie in den Sand ein und zieht sich vorwärts. "Wir haben verschiedene Möglichkeiten getestet, wie Roboter sich im Sand bewegen können", erklärt Daniel Goldman. Dafür wurde das Gelenk blockiert oder frei beweglich gelassen. Ziel sei gewesen, systematisch zu erkunden, wie sich die Flosse am effektivsten einsetzen lasse.

Der Schlüssel für die Effizienz der Bewegung liegt, so fanden sie heraus, im Gelenk der Flosse: Ist das nicht frei beweglich, schleift die Flosse bei der Vorwärtsbewegung durch den Mohn. Das kostet zum einen Energie, zum anderen wird die glatte Oberfläche aufgewühlt. Das wiederum erweist sich im nächsten Zug als hinderlich: Der Roboter schafft es in diesem nicht, sich aus dem zerwühlten Bereich zu befreien und bleibt irgendwann stecken - ein Problem, das auch die kleinen Schildkröten auf unebenem Grund haben können.

Bauchreibung

"Ein freies Handgelenk bietet bei dem Roboter einige Vorteile", fasst Goldman zusammen. "Größtenteils bietet das Handgelenk Vorteile für eine Vorwärtsbewegung, ohne zu rutschen. Das bewegliche Handgelenk ermöglicht es Roboter wie Schildkröte, einen steilen Anstellwinkel für ihren Körper zu bewahren und dadurch die Reibung des Bauches, die die Leistung kostet, zu reduzieren."

Die Resultate, die die Forscher in der Fachzeitschrift Bioinspiration & Biomimetics beschreiben, sollen künftig dazu führen, Roboter zu bauen, die sich zu Wasser und auf dem Land fortbewegen.


Kommentieren



Anzeige

  1. Consultant (m/w) Qualitätsmanagement
    ComputerKomplett SteinhilberSchwehr GmbH, Rottweil oder Pforzheim
  2. Applikationsingenieur (m/w)
    Schwäbische Werkzeugmaschinen GmbH, Schramberg-Waldmössingen
  3. SAP/HR Spezialist (m/w) - Schwerpunkt Zeitwirtschaft
    STEAG GmbH, Essen
  4. eCommerce Produktspezialist (m/w) SAP Hybris (Java / Web)
    Aleri Solutions GmbH, Essen

 

Detailsuche


Spiele-Angebote
  1. NEU: Driver: San Francisco Deluxe Edition
    11,99€
  2. NEU: Child of Light [PC Uplay Code]
    13,99€
  3. NEU: Might & Magic X Legacy - Digital Deluxe Edition [Download]
    8,51€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Communicator Bluetooth Headset

    Kommunizieren wie Captain Kirk für 150 US-Dollar

  2. Umfrage

    Fast alle Onlinehändler von Poststreik betroffen

  3. Firefox

    Mozilla will XUL-Oberfläche offiziell abschaffen

  4. Owncloud 8.1 erschienen

    Wenn die Cloud zur App-Plattform wird

  5. Yves Guillemot

    Keine Grafik-Downgrades mehr bei Ubisoft

  6. Sailfish-OS-Lizenzierung

    Jolla spaltet sich auf

  7. Security

    Hacking Team nutzt bislang unbekannte Flash-Lücke aus

  8. Übernahme

    Springer und ProSiebenSat.1 wollen gegen Google fusionieren

  9. Designer Bluetooth Desktop

    Microsoft beginnt Verkauf extraflacher Tastatur

  10. Neues Smartphone Z3

    Samsung gibt Tizen nicht auf



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Spieleentwicklung: "Free-to-Play ist das beste Geschäftsmodell für E-Sport"
Spieleentwicklung
"Free-to-Play ist das beste Geschäftsmodell für E-Sport"
  1. E-Sport im Fußballstadion Größer, professioneller - und weiter weg
  2. E-Sport Nächste ESL One Counter-Strike in Köln
  3. Dreamhack Leipzig E-Sport auf den Spuren der Games Convention

Musik-Streaming-Dienste: Apple Music klingt wie alle anderen
Musik-Streaming-Dienste
Apple Music klingt wie alle anderen
  1. Streaming Parallele Benutzung von Apple Music stoppt Wiedergabe
  2. Apple Music iCloud verpasst der eigenen Musik einen Kopierschutz
  3. Apple Music Beats 1 kann auch mit Android-Geräten gehört werden

BND-Selektorenaffäre: Die Hasen vom Bundeskanzleramt
BND-Selektorenaffäre
Die Hasen vom Bundeskanzleramt
  1. Geheimdienst NSA spähte Dutzende Telefone der Regierung Brasiliens aus
  2. Ex-Minister Pofalla NSA-Affäre war doch nicht beendet
  3. BND-Sonderermittler Graulich Zen-Buddhist mit Billig-Smartphone und Virenscanner

  1. Re: Amerikanischer Star Trek Shop?

    smerlin | 02:04

  2. Re: Dann nehm ich gleich das Motorrad und fahr...

    bentol | 01:59

  3. Besser als der Quatsch von OPO

    mysimon | 01:51

  4. Re: Fertigungsbedingungen

    mysimon | 01:48

  5. ----

    mysimon | 01:47


  1. 17:33

  2. 16:35

  3. 15:47

  4. 14:25

  5. 14:17

  6. 14:11

  7. 13:35

  8. 13:09


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel