C&C-Netzwerk besteht aus mehr als 60 Domains.
C&C-Netzwerk besteht aus mehr als 60 Domains. (Bild: Kaspersky Lab)

Abschalten der Schadsoftware ist zwecklos

Anzeige

Es wurden nicht nur Attacken auf Bürocomputer und Netzwerkhardware durchgeführt, sondern auch gezielt die Smartphones der Angestellten ausspioniert. Neben Symbian-Smartphones zählten dazu auch iPhones und Windows-Mobile-Geräte. Die Angreifer waren auch in der Lage, auf externe Festplatten und USB-Sticks zuzugreifen. Befanden sich darauf gelöschte Dateien, wurden diese von Roter Oktober wieder hergestellt.

Hintermänner von Roter Oktober sind unbekannt

Wer das Spionagenetzwerk aufgebaut hat, ist nicht bekannt und Kaspersky Lab vermutet, dass mehrere Staaten Roter Oktober finanziert haben. Die Sicherheitsexperten halten es für unwahrscheinlich, dass das Netzwerk nur von einem Staat aufgebaut wurde. Linguistische Besonderheiten im Programmcode der Malware und die Registrierungsdaten der C&C-Server deuten darauf hin, dass das Netzwerk von russischstämmigen Personen aufgebaut wurde. Die betreffenden Schadroutinen wurden nach bisherigem Kenntnisstand bei keinem anderen Angriff verwendet.

Gezielte Attacken auf einzelne Angestellte

Zur Infizierung der Computersysteme wurden ganz gezielt die Opfer ausgewählt, es wurde also sogenanntes Spear Phishing verwendet. Die Opfer erhielten auf ihre Interessen zugeschnittene E-Mails, die zum Teil von vermeintlich vertrauenswürdigen Personen stammen konnten. In diesen E-Mails befanden sich Office-Dokumente oder möglicherweise PDF-Dateien, um bekannte Sicherheitslücken in den Microsoft-Applikationen Word und Excel sowie im Adobe Reader auszunutzen. Wurden die Anhänge geöffnet, wurde der betreffende Rechner mit einem Trojanischen Pferd infiziert. Kaspersky Lab liegen zwar die infizierten Anhänge als Beweise vor, an die betreffenden E-Mails sind die Sicherheitsexperten bisher aber nicht gelangt. Sie vermuten, dass die E-Mails entweder von einem öffentlichen E-Mail-Dienstleister kamen oder aber von einem bereits gekaperten Rechner.

Deutschland ist Teil der Infrastruktur

Die Angreifer nutzten die infizierten Systeme dazu, um über C&C-Server weitere Module herunterzuladen, um weitere Komponenten zu infizieren. Das alles geschah, ohne dass das Opfer dies bemerken konnte. Das C&C-Netzwerk besteht aus über 60 Domains und soll Serverstandorte vor allem in Deutschland und Russland haben. Die Server sollen laut Kaspersky Lab in einer Kette angeordnet sein. Um die Identifizierung des zentralen C&C-Servers zu verhindern, sind etliche Proxys davorgeschaltet. Zwischen den befallenen Systemen und den Servern wurden die Daten verschlüsselt ausgetauscht.

Schadsoftware lässt sich jederzeit wiederbeleben

Die gesammelten Anmeldedaten wurden dann in Listen für spätere Attacken gesammelt. Sie sollten auch dazu dienen, Zugriff auf weitere Systeme zu erlangen. Für den Fall, dass die Schadsoftware ausgeschaltet wird, haben die Angreifer vorgesorgt: Es gibt ein sogenanntes Wiederbelebungsmodul, das sich als Plugin innerhalb von Installationen des Adobe Readers oder von Microsoft Office verbirgt. Durch die Zusendung einer präparierten Office-Datei erhalten die Angreifer jederzeit wieder Zugriff auf ein einmal befallenes System. Sie müssen das Opfer nur zum Öffnen der präparierten Datei verleiten. Dann nützt es auch nichts, wenn das ausgenutzte Sicherheitsloch bereits gestopft wurde.

 Flame Reloaded - Roter Oktober: Regierungen wurden jahrelang gezielt ausspioniert

Atalanttore 05. Jun 2013

Man kann wohl davon ausgehen, dass mit Programmcode *nicht* der Quellcode der Malware...

Sharra 17. Jan 2013

Gezielt danach gesucht wurde wohl eher, damit man die Daten überspielen und dann...

Hopedead 16. Jan 2013

Auch auf die Gefahr hin bei Golem rauszufliegen: c't macht da eine Artikel-Reihe, siehe...

Gozilla 16. Jan 2013

Nein, das ist dann eher eine Debatte. Eine Pharse ist es wenn beide reden aber keiner...

endmaster 15. Jan 2013

+1

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Desk Agents (m/w)
    Landeshauptstadt München, München
  2. Software-Entwickler/-in Kombiinstrumente
    Robert Bosch GmbH, Leonberg
  3. Trainee IT (m/w) Schwerpunkt SAP-Applikation
    Müller Service GmbH, Aretsried, Freising, Leppersdorf, Dissen
  4. Software Project Manager (m/w)
    MED-EL Medical Electronics, Innsbruck (Österreich)

 

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. 4 Blu-rays für 30 EUR
    (u. a. Avatar, 96 Hours, Pretty Woman, Lord of War, Die Bücherdiebin)
  2. Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere (Steelbook) [Blu-ray] [Limited Edition]
    24,99€
  3. Ghostbusters 2 - Sie sind zurück (4K Mastered) [Blu-ray]
    7,99€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Aerofoils

    Formel-1-Technik macht Supermarkt-Kühlregale effizienter

  2. Force Touch

    Apples Trackpad könnte künftig verschiedene Oberflächen simulieren

  3. Bodyprint

    Yahoo-Software verwandelt Touchscreen in Ohr-Scanner

  4. BKA

    Ab Herbst 2015 soll der Bundestrojaner einsetzbar sein

  5. Die Woche im Video

    Computerspiele, Whatsapp und Fire TV Stick

  6. Amtsgericht Hamburg

    Online-Partnervermittlungen dürfen kein Geld nehmen

  7. Elite Dangerous

    Powerplay im All

  8. Martin Gräßlin

    KDE Plasma läuft erstmals unter Wayland

  9. Canonical

    Ubuntus Desktop-Next soll auf DEB-Pakete verzichten

  10. Glass Chair

    Mit der Google Glass den Rollstuhl steuern



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



P8 im Hands On: Huawei setzt auf die Kamera
P8 im Hands On
Huawei setzt auf die Kamera
  1. Lite Huaweis kleines P8 kostet 250 Euro
  2. Huawei P8 Max Riesen-Smartphone mit 6,8-Zoll-Display kostet 550 Euro
  3. Netzwerk und Smartphone Huawei verdient 4,5 Milliarden US-Dollar

Vindskip: Das Schiff der Zukunft segelt hart am Wind
Vindskip
Das Schiff der Zukunft segelt hart am Wind
  1. Volvo Lifepaint Reflektorfarbe aus der Dose schützt Radfahrer
  2. Munin Moderne Geisterschiffe brauchen keinen Steuermann
  3. Globales Transportnetz China will längsten Tunnel am Meeresgrund bauen

Raspberry Pi im Garteneinsatz: Wasser marsch!
Raspberry Pi im Garteneinsatz
Wasser marsch!
  1. Hummingboard angetestet Heiß und anschlussfreudig
  2. Onion Omega Preiswertes Bastelboard für OpenWrt
  3. GCHQ Bastelnde Spione bauen Raspberry-Pi-Cluster

  1. Re: Völlig sinnlos

    freebyte | 03:16

  2. Re: Was macht ihr eigentlich mit Linux?

    freebyte | 03:01

  3. Re: ohne apt kein ubuntu

    Seitan-Sushi-Fan | 02:54

  4. Re: Stimme

    elitezocker | 02:17

  5. Re: Aufrüsten?

    Sander Cohen | 02:11


  1. 15:17

  2. 10:05

  3. 09:50

  4. 09:34

  5. 09:01

  6. 18:41

  7. 16:27

  8. 16:04


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel