Firefox: Neue Cookie-Regeln kommen später
Cookie-Patch macht noch Probleme. (Bild: Katrin Morenz/CC BY-SA 2.0)

Firefox Neue Cookie-Regeln kommen später

Mozilla wird seine angekündigten neuen Cookie-Regeln, bei denen Third-Party-Cookies weitgehend blockiert werden, vorerst nicht anwenden. Der entsprechende Patch für Firefox macht noch Probleme und soll zunächst ausgiebig getestet werden.

Anzeige

Firefox 22 wird Third-Party-Cookies wohl doch nicht standardmäßig blockieren, kündigt Mozillas Technikchef Brendan Eich an. Das bedeute aber keinesfalls, dass Mozilla in Sachen Datenschutz und Tracking einen Rückzieher macht. Vielmehr gehe es darum, die geplante Änderung weiter zu testen, da es in seltenen Fällen noch zu Problemen komme.

Dabei geht es um einen von Jonathan Mayer entwickelten Patch, der dafür sorgt, dass Firefox sogenannte Third-Party-Cookies standardmäßig blockiert, sofern ein Nutzer nicht zuvor die Seite desjenigen, der den Cookie platzieren will, besucht hat. Mozilla will die Nutzer von Firefox so vor seitenübergreifendem Tracking schützen. Apple macht es bei seinem Browser Safari schon länger so.

Die Pläne haben zu heftigen Protesten vonseiten der Werbeindustrie geführt, die bereits das Ende für viele kleine Websites voraussagt, da die Sperrung von Third-Party-Cookies ein websiteübergreifendes Tracking, wie es heute in aller Regel umgesetzt wird, verhindert.

Laut Eich gibt es mit dem Patch von Mayer aber noch einige kleine Probleme: Zum einen werden auch Third-Party-Cookies blockiert, die eigentlich nicht blockiert werden sollten. Das geschieht beispielsweise dann, wenn ein Websitebetreiber Inhalte auf ein CDN unter anderer Domain auslagert. Denn auch von diesen Servern gesetzte Cookies werden dann als Third-Party-Cookies blockiert, schließlich besucht kaum ein Nutzer direkt die eigentliche CDN-Domain. Die Nutzung eines anderen Domainnamen kann aber die Ladezeiten einer Webseite verkürzen, was sicherlich im Sinne des Nutzers ist.

Zugleich aber blockiert der Ansatz so manches Tracking-Cookie nicht, denn nur weil ein Nutzer eine Website einmalig besucht, bedeutet das nicht, dass er diesem Anbieter vertraut und ihm das Tracking erlauben will. Vielleicht wurde er nur durch Tricks auf die entsprechende Website gelockt.

Mehr Nutzer sollen testen

Da der Patch also einige sinnvolle Cookies blockiert und dennoch ungewolltes Tracking nicht weitgehend unterbindet, will Mozilla noch einige kleine Änderungen vornehmen, um diese Fehler zu minimieren. Zugleich soll die neue Funktion mit einer größeren Zahl an Nutzern getestet werden, um eine verlässliche Datenbasis zu sammeln, auf deren Basis dann Entscheidungen getroffen werden sollen. Es sei besser, die Auswirkungen des Patches zu messen, statt nur darüber zu spekulieren, so Eich.

So wird die Betaversion von Firefox 22 zwar mit dem Patch ausgeliefert, dieser ist aber in der Standardeinstellung nicht aktiviert. In der aktuellen Aurora-Version bleibt der Patch hingehen aktiv. Parallel dazu sollen einige Nutzer der Aurora- und Betaversion gebeten werden, an einer Studie mit umfangreicher Datensammlung teilzunehmen, um die Auswirkungen des Patches besser einschätzen zu können.

Mozilla will innerhalb der nächsten sechs Wochen informieren, wie mit dem Patch weiter verfahren wird.


neevoo 17. Mai 2013

Nein, die Cookies kommen von der angesurften Seite und werden auf der Werbeseite gesetzt...

pommesbude 16. Mai 2013

Bedeutet diese Einschränkung, dass Seiten wie Facebook weiter auf jeder Seite Cookies...

Lala Satalin... 16. Mai 2013

Bringt mich dieses Feature dazu auch den Adblocker auf Golem.de wieder zu deaktivieren...

Kommentieren



Anzeige

  1. Informatiker · ABAS-ERP-Anwendungsentwicklu- ng (m/w)
    G. RAU GmbH & Co. KG, Pforzheim
  2. Leiter Systemsteuerung (m/w)
    Sparkasse Herford, Herford
  3. Gruppenleiter Quality Assurance Systems eSystems (m/w)
    CSL Behring GmbH, Marburg
  4. SAP Consultant Controlling (m/w)
    MAHLE International GmbH, Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Shuttle DSA2LS

    Minirechner auf Android-Basis mit RS-232-Schnittstelle

  2. Nur Jailbreak betroffen

    Schadsoftware infiziert 75.000 iPhones

  3. Test Star Wars Commander

    Die dunkle Seite der Monetarisierung

  4. Probleme in der Umlaufbahn

    Galileo-Satelliten nicht ideal abgesetzt

  5. Telefonie und Internet

    Bundesweite DSL-Störungen bei O2

  6. iPhone 5

    Apple bietet für einzelne Geräte einen Akkutausch an

  7. Leistungsschutzrecht

    Kartellamt weist Beschwerde gegen Google zurück

  8. Projekt DeLorean

    Microsofts Game-Streaming rechnet 250 ms Latenz weg

  9. Digitale Agenda

    Bitkom fordert komplette Nutzung des 700-Megahertz-Bandes

  10. Watch Dogs

    Gezielt Freunde hacken



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Test Swing Copters: Volle Punktzahl auf der Frustskala
Test Swing Copters
Volle Punktzahl auf der Frustskala
  1. Flappy Birds Family Amazon krallt sich die flatternden Vögel

Raspberry B+ im Test: Sparsamer Nachfolger für mehr Bastelspaß
Raspberry B+ im Test
Sparsamer Nachfolger für mehr Bastelspaß
  1. Erweiterungsplatinen Der Raspberry Pi bekommt Hüte
  2. Odroid W Raspberry Pi-Klon für Fortgeschrittene
  3. Eric Anholt Langsamer Fortschritt bei Raspberry-Pi-Grafiktreiber

Computerspiele: Schlechtes Wetter macht gute Games
Computerspiele
Schlechtes Wetter macht gute Games
  1. Elgato Spiele von Xbox One und PS4 aufnehmen und streamen
  2. Let's Player "Es gibt Spiele, für die man bezahlt wird"
  3. Transocean Handelssimulation mit Ozeanriesen

    •  / 
    Zum Artikel