Finfisher/Finspy: Bundeskriminalamt kauft Staatstrojaner von Gamma
Proteste im Jahr 2007 (Bild: Alex Grimm/Reuters)

Finfisher/Finspy Bundeskriminalamt kauft Staatstrojaner von Gamma

Der Staatstrojaner Finfisher/Finspy von Gamma ist nun in einer Vollversion im Besitz des BKA. Die Software wurde unter anderem vom Mubarak-Regime in Ägypten genutzt.

Anzeige

Laut einem internen Dokument hat das Bundeskriminalamt den Staatstrojaner Finfisher/Finspy von Gamma gekauft. Das berichtet die Redaktion von Netzpolitik.org, der das Dokument des Bundesinnenministeriums vorliegt. Darin heißt es: "Des BKA hat für den Fall eines erforderlichen Einsatzes ein kommerzielles Produkt der Firma Eleman/Gamma beschafft."

Die Bundesregierung hatte schon im Dezember 2010 eingeräumt, dass das BKA eine Testversion von Finspy besitzt. Dieselbe Software wurde unter anderem vom Mubarak-Regime in Ägypten genutzt.

Die bisher genutzte Software von Digitask werde "von Behörden des Bundes nicht mehr eingesetzt", hieß es in einer früheren Antwort auf eine Kleine Anfrage des Linke-Bundestagsabgeordneten Jan Korte. "Für die Zeit bis zur Fertigstellung der Eigenentwicklung wird seitens des Bundeskriminalamtes eine kommerzielle Übergangslösung vorbereitet."

Das Bundeskriminalamt baut eine eigene Staatstrojaner-Fachgruppe auf. Doch Personalgewinnung und Eigenentwicklung brauchen noch bis Ende 2014.

Der Chaos Computer Club hatte am 8. Oktober 2011 aufgedeckt, dass der Staatstrojaner 0zapftis illegale Funktionen enthält. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar 2008 gegen einen Staatstrojaner für die Onlinedurchsuchung in Nordrhein-Westfalen geurteilt. Danach wurde an einer geänderten Variante der Spionagesoftware gearbeitet, die als "Quellen-TKÜ-Software" jedoch ausschließlich zur Überwachung von VoIP verwendet werden sollte. Doch 0zapftis konnte weit mehr als das: Die Spionagesoftware, die das finnische Sicherheitsunternehmen F-Secure Backdoor:W32/R2D2.A nannte, konnte auch Inhalte per Bildschirmfoto ausspionieren, und nach dem Nachladen von Funktionen wurde der Vollzugriff auf den Rechner möglich: Damit werde das Hinterlegen gefälschten belastenden Materials oder das Löschen von Dateien möglich, erklärte der Chaos Computer Club.

Ein Sprecher des Chaos Computer Club sagte Netzpolitik.org, dass Finfisher aus verschiedenen Komponenten bestehe, die bei Bedarf nachgeladen werden könnten. So ließen sich auch Spitzelfunktionen installieren, die weit über die an sich schon fragwürdige Quellen-TKÜ hinausgingen.


misterunknown 28. Apr 2013

Linux IST automatisch sicherer als Windows. Das ist keine These, sondern ein Fakt. Und...

GodsBoss 17. Jan 2013

Hier gilt allerdings: Feindliches Element = Eigene Bevölkerung

elmariachi111 17. Jan 2013

Korrekt, aber wenn ich das so formuliert hätte, hätten die Trolle heut hungrig ins Bett...

AdmiralAckbar 17. Jan 2013

... Da würde ich lieber alles über Briefverkehr regeln als das ich mich wegen so was so...

velo 17. Jan 2013

Wer, weiss - vielleicht ist das nur show und der ECHTE Trojaner treibt unerkannt sein...

Kommentieren


www.duckhome.de / 17. Jan 2013

Aufgelesen und kommentiert 2013-01-17



Anzeige

  1. Projektleiter/in Software für mechatronische Fahrwerksysteme
    Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG, Herzogenaurach
  2. SAP Process Manager Logistics (m/w)
    Adler Pelzer Gruppe, Witten
  3. Softwareentwickler (m/w) .NET/C#
    Seven2one Informationssysteme GmbH, Karlsruhe
  4. Diplom-Informatiker / Diplom-Ingenieur (m/w)
    Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES, Kassel

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Hoverboard

    Schweben wie Marty McFly

  2. Nepton 120XL und 240M

    Cooler Master macht Wasserkühlungen leiser

  3. Deutsche Telekom

    Umstellung auf VoIP oder Kündigung erst ab 2017

  4. HTC

    Desire 820 Mini mit Quad-Core-Prozessor und 5-Zoll-Display

  5. Merkel auf IT-Gipfel

    Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig

  6. Elektromobilität

    Die Chipkarte für die Ladesäule

  7. Next Century Cities

    32 US-Städte wollen Glasfaserausbau selbst machen

  8. Azure-Server

    Microsoft und Dell bringen Cloud in a Box

  9. GNU

    Emacs 24.4 mit integriertem Browser

  10. IT-Gipfel 2014

    De Maizière nennt De-Mail "nicht ganz zufriedenstellend"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



OS X 10.10: Yosemite ist da
OS X 10.10
Yosemite ist da
  1. Betriebssystem Apple bringt dritte öffentliche Beta von OS X 10.10
  2. Apple OS X Yosemite - die zweite öffentliche Beta ist da
  3. Apple verkraftet Ansturm nicht OS X Yosemite - die öffentliche Beta ist da

Sony Alpha 7S im Test: Vollformater sieht auch bei Dunkelheit nicht schwarz
Sony Alpha 7S im Test
Vollformater sieht auch bei Dunkelheit nicht schwarz
  1. FPS 1000 Kamera soll 18.500 Frames pro Sekunde aufnehmen
  2. Bericht Sony will 4K-Superzoom-Kamera entwickeln
  3. Minikamera Ai-Ball Die WLAN-Kamera aus dem Überraschungsei

Google: Nexus 9 als erstes Tablet mit 64-Bit-Tegra von Nvidia
Google
Nexus 9 als erstes Tablet mit 64-Bit-Tegra von Nvidia
  1. Android L Das L steht für Lollipop
  2. Volantis Nexus 9 bekommt FCC-Zertifizierung

    •  / 
    Zum Artikel