Abo
  • Services:
Anzeige
Es hätte so schön sein können: Napster-Gründer Shawn Fanning im Februar 2001
Es hätte so schön sein können: Napster-Gründer Shawn Fanning im Februar 2001 (Bild: Reuters)

Filesharing: Mit Napster starb die Innovation

Es hätte so schön sein können: Napster-Gründer Shawn Fanning im Februar 2001
Es hätte so schön sein können: Napster-Gründer Shawn Fanning im Februar 2001 (Bild: Reuters)

Die Klage gegen Napster hat der Musikbranche mehr geschadet als genutzt, urteilt eine neue Studie: Sie hat weitere Klagen gefördert und so Geschäftsmodelle verhindert.

Es war der erste große Schlag gegen illegales Filesharing: Im Juli 2001 verfügte ein amerikanisches Gericht nach einem fast zweijährigen Verfahren die Schließung der Tauschbörse Napster. Labels, Rechteinhaber und Verwerter feierten daraufhin einen vermeintlichen Sieg gegen den illegalen Musikhandel. Die heutige Entwicklung zeigt, dass die Schließung nicht nur nichts nützte, um illegale Kopien einzudämmen. Sie hat auch die Entwicklungen der Musikbranche um Jahre zurückgeworfen.

Anzeige

Das jedenfalls behauptet der Rechtsprofessor Michael A. Carrier. In einer neuen Studie sprach er mit 31 namhaften Vertretern der Musikindustrie. Zu den Befragten gehören aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der großen Musiklabel EMI und Universal, die frühere Geschäftsführerin des US-Musikverbandes RIAA, Hilary Rosen, sowie die Gründer digitaler Musikangebote wie Songbird und Real Networks.

Carrier kommt nach Auswertung der Interviews zu der Schlussfolgerung, dass mit der Schließung Napsters der Musikbranche drei Dinge verloren gingen: Innovation, Risikokapital, und die Erschließung neuer Märkte.

Verlust der Innovation

Der größte Teil der Studie beschäftigt sich mit der verlorenen Innovation. Napster, 1998 von den damaligen College-Studenten Shawn Fanning und Sean Parker entwickelt, revolutionierte das sogenannte Peer-to-Peer-Filesharing (P2P). Das Verfahren ermöglichte es Nutzern, über eine zentrale Suchanfrage freigegebene Musikdateien direkt von den Rechnern anderer Nutzer herunterzuladen.

Damit führte Napster quasi über Nacht ein neues Vertriebsmodell für Musik ein: Statt die Inhalte nur gebündelt als Album oder Maxi-CD zu bekommen, konnten Nutzer gezielt einzelne - und häufig vergriffene oder seltene - Lieder finden. "Das war ein kultureller Wendepunkt", sagte einer der Befragten, deren Zitate in der Studie allesamt anonymisiert sind. Denn Napster zeigte, "dass Konsumenten Musik in einer Form hören wollten, die ihnen die Labels nicht boten."

Die Labels, allen voran die großen Dachverbände, fanden sich in einem Innovatoren-Dilemma wieder, wie es der Wirtschaftswissenschaftler Clayton Christensen bereits Ende der neunziger Jahre in seinem gleichnamigen Buch beschrieb: Große Unternehmen könnten zwar vorhandene Ideen weiterentwickeln, reagieren aber äußerst schwerfällig auf sogenannte "disruptive Technologien", die etablierte Strukturen ablösen. In diesem Fall erkannten die Größen der Musikbranche das Potenzial der digitalen Musik nicht: "Du vergleichst das, was du gerade verdienst, mit einer neuen Idee, mit der jemand um die Ecke kommt", sagt einer der Befragten, "darin liegt das Problem."

Statt das Potenzial also auszuschöpfen, ging der Branchenverband RIAA in die Offensive: Bereits im Dezember 1999, ein halbes Jahr nach dem offiziellen Start, reichte er Klage gegen Napster ein. Knapp anderthalb Jahre später - Napster konnte inzwischen seine Nutzerzahlen auf bis zu 30 Millionen ausbauen - schaltete der Dienst seine Server ab und zahlte 26 Millionen Dollar Schadenersatz.

Dieser Ausgang hatte Michael Carrier zufolge einen weitreichenden Effekt. Denn ein Freispruch Napsters hätte möglicherweise einen Dialog zwischen Filesharing-Diensten und Rechteinhabern herbeiführen können. Durch das drakonische Urteil aber entstand ein regelrechter Boom von Urheberrechtsklagen, Strafverfahren und Schadensersatzzahlungen. In der Folge konnten Rechteinhaber Ansprüche in Höhe von bis zu 150.000 Dollar geltend machen - pro Datei wohlgemerkt. Zudem war es möglich, bei Urheberrechtsverletzungen die Besitzer und Gesellschafter der Dienste persönlich zu verklagen.

Mit Napster starb die Innovation 

eye home zur Startseite
Bankai 19. Jul 2012

Sehe ich auch so, 1¤ und gut. Damit würden wohl allein in Deutschland viele Filme etliche...

Himmerlarschund... 18. Jul 2012

Mir kommt gerade eine super Idee. Man könnte eine Webseite aufmachen, auf der man sich...

Syffax 18. Jul 2012

Nanana.... der Kommunismus ist eine vornehmlich ganzheitliche und wissenschaftliche...

PaytimeAT 18. Jul 2012

Was laberst du denn fürn SCHEIß? Napster und iTunes waren nie Konkurrenz und iTunes ist...

sachsenrambo 17. Jul 2012

Eine Industrie die Musik erzeugt, riesige Fabriken mit dicker Geschäftslobby dahinter...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. MBDA Deutschland, Schrobenhausen
  2. Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Freiburg
  3. Bosch Rexroth AG, Stuttgart-Bad Cannstatt
  4. Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG, Chemnitz


Anzeige
Top-Angebote
  1. 110,00€
  2. 599,00€

Folgen Sie uns
       


  1. Apple

    iPhone-Event findet am 7. September 2016 statt

  2. Fitbit

    Ausatmen mit dem Charge 2

  3. Sony

    Playstation 4 Slim bietet 5-GHz-WLAN

  4. Exploits

    Treiber der Android-Hersteller verursachen Kernel-Lücken

  5. Nike+

    Social-Media-Wirrwarr statt "Just do it"

  6. OxygenOS vs. Cyanogenmod im Test

    Ein Oneplus Three, zwei Systeme

  7. ProSiebenSat.1

    Sechs neue Apps mit kostenlosem Live-Streaming

  8. Raumfahrt

    Juno überfliegt Jupiter in geringer Distanz

  9. Epic Loot

    Ubisoft schließt sechs größere Free-to-Play-Spiele

  10. Smart Home

    Philips-Hue-Bewegungsmelder und neue Leuchten angekündigt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Radeon RX 460: AMDs kleinste Polaris-Karte braucht mehr Speicher
Radeon RX 460
AMDs kleinste Polaris-Karte braucht mehr Speicher
  1. Polaris-Grafikkarten Neuer Treiber steigert Bildrate in Tomb Raider
  2. Polaris-Grafikkarten AMD stellt Radeon RX 470 und RX 460 vor
  3. Radeon Pro SSG AMD zeigt Profi-Karte mit SSDs für ein TByte Videospeicher

Radeon RX 470 im Test: Die 1080p-Karte für High statt Ultra
Radeon RX 470 im Test
Die 1080p-Karte für High statt Ultra
  1. Radeons RX 480 Die Designs von AMDs Partnern takten höher - und konstanter
  2. Radeon Software 16.7.2 Neuer Grafiktreiber macht die RX 480 etwas schneller
  3. Radeon RX 480 erneut vermessen Treiber reduziert Stromstärke auf PEG-Slot

Garmin Vivosmart HR+ im Hands on: Das Sport-Computerchen
Garmin Vivosmart HR+ im Hands on
Das Sport-Computerchen
  1. Fenix Chronos Garmins neue Sport-Smartwatch kostet ab 1.000 Euro
  2. Polar M600 Sechs LEDs für eine Pulsmessung
  3. Garmin Edge 820 Radcomputer zeigt Position der Tourbegleiter

  1. Re: Wahrscheinlich sind Windowstreiber mindestens...

    nille02 | 06:29

  2. Re: Betrug am Kunden und "Neuland"

    serra.avatar | 06:27

  3. Interessant wäre für mich Sailfish OS

    DY | 06:23

  4. Re: Immer dieser Drahtlos Mist

    DY | 06:20

  5. Re: Das ist genau der Punkt, warum das Problem...

    nille02 | 06:19


  1. 22:34

  2. 18:16

  3. 16:26

  4. 14:08

  5. 12:30

  6. 12:02

  7. 12:00

  8. 11:39


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel