Mit Napster starb die Innovation
Bestehende Unternehmen erkannten, dass sie die keimende Konkurrenz der Filesharing-Dienste nicht nur einschüchtern, sondern im besten Falle auch als Geldquelle nutzen konnten. Statt also ein Miteinander zu suchen, Innovationen zu fördern und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, schüchterten die Labels aus ihrer etablierten Position heraus Entwickler und neue Dienste systematisch ein. Einige der Befragten gaben zu, regelrecht bedroht worden zu sein: "Eines der Labels sagte: Wir verklagen dich persönlich, denn wir können alle möglichen Anschuldigungen machen und du musst beweisen, dass du keine Rechte verletzt", sagte ein Betroffener.
Verlust des Kapitals
Die negative Berichterstattung und zahlreichen Klagen verunsicherten nicht nur Entwickler und Gründer neuer Firmen, sondern auch Geldgeber. Ein Risikokapitalanleger wird in der Studie mit den Worten zitiert, dass der Markt für digitale Musik nach dem Napster-Urteil "zu einer Ödnis" verkam. Bis heute seien Geldgeber zurückhaltend, wenn es um Start-ups geht, die ihr Geschäftsmodell auf digitaler Musik gründen.
Und tatsächlich: Zwar konnten Dienste wie Spotify oder Soundcloud inzwischen ihre Stellung im Markt sichern. Doch die zahlreichen Hürden bei der Lizensierung von Inhalten und die unklare Gesetzeslage bezüglich der Haftbarkeit der Anbieter stellen für junge Unternehmen weiter ein Problem dar. Entsprechend zaghaft investieren Anleger bis heute.
Verlust der Märkte
Wo legale Vertriebswege unterbunden werden, finden sich neue, im Zweifel illegale. Das gibt auch der Vertreter eines Labels im Nachhinein zu: "Der Präzedenzfall Napster gab den Labels die Illusion, etwas gegen Filesharing unternehmen zu können." Tatsächlich aber wurde Filesharing dadurch in den Untergrund gedrängt - und florierte dort prächtig: Dienste von Audiogalaxy bis Soulseek, von Kazaa bis zum dezentralisierten Bittorrent-Netzwerk zeugen davon, dass der Schlag gegen Napster vor allem eines war: Ein Pyrrhussieg für die Musikbranche. Denn viele Napster-Nutzer blieben bis heute, aus Mangel an Alternativen, einfach bei den illegalen Anbietern.
Nicht alle Befragten äußern sich so kritisch. Einige sagen, dass die Schließung von Napster erst legale Angebote wie iTunes ermöglichte. Und auch der Aufschwung der MP3-Player sei letztlich ein Beweis, dass die digitale Musik auch ohne Napster ihren Platz gefunden hat. Der vermeintlich lähmende Effekt, den das Napster-Urteil mit sich zog, habe nicht stattgefunden.
Carrier kommt zu einem anderen Fazit. Seiner Studie zufolge bedeutete das Napster-Urteil nicht nur den Verlust eines Dienstes, sondern das Ende einer großen Chance. Bis heute wird Filesharing mit Diebstahl gleichgesetzt, die Konsumenten zu Straftätern gemacht. Auch das sei ein Verlust, schließt Carrier etwas emphatisch seine Studie: Die "Magie der Musik" ging verloren in einem "Krieg gegen die Technik". Man könne die genauen Verluste nicht bestimmen, aber sie wögen schwerer als die Schäden durch die illegalen Kopierer.
Leonhard Dobusch bloggt dazu bei Netzpolitik: "Diese empirischen Schwierigkeiten, verhinderte Innovation zu messen, sind wohl auch der Grund, warum es Untersuchungen wie jene von Carrier schwerer haben auch bei der Politik Gehör zu finden, als Pirateriestudien, die mit vermeintlich exakten Zahlen über Verluste durch Piraterie aufwarten können."
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Sehe ich auch so, 1¤ und gut. Damit würden wohl allein in Deutschland viele Filme etliche...
Mir kommt gerade eine super Idee. Man könnte eine Webseite aufmachen, auf der man sich...
Nanana.... der Kommunismus ist eine vornehmlich ganzheitliche und wissenschaftliche...
Was laberst du denn fürn SCHEIß? Napster und iTunes waren nie Konkurrenz und iTunes ist...
Eine Industrie die Musik erzeugt, riesige Fabriken mit dicker Geschäftslobby dahinter...
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