FBI und Deutsche Telekom: Telekom gewährte FBI schon vor 9/11 Datenzugriff
Das Telekom-Logo am Bürogebäude des Konzerns (Bild: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images)

FBI und Deutsche Telekom Telekom gewährte FBI schon vor 9/11 Datenzugriff

Ein Vertrag zwischen der Telekom in den USA und dem FBI zeigt: Schon vor den Terroranschlägen 2001 ließ die US-Regierung in großem Ausmaß Daten sammeln.

Anzeige

Am 1. April 2001 hat bei der Deutschen Telekom der damalige Leiter der Abteilung Ordnungs- und Wettbewerbspolitik, Hans-Willi Hefekäuser, einen Vertrag mit dem US-Justizministerium und der US-Bundespolizei FBI unterschrieben. Darin ging es nicht um die Telekom selbst, sondern um das Unternehmen Voicestream, das die Telekom damals übernehmen wollte und aus dem später T-Mobile USA hervorging. CFIUS-Abkommen heißen solche Verträge. Die Abkürzung steht für Committee on Foreign Investment in the United States - ein Ausschuss der US-Regierung, der sich mit ausländischen Investitionen in den USA und ihren Auswirkungen auf die nationale Sicherheit befasst.

Auf 27 Seiten zeigt dieser Vertrag, wie US-Telekommunikationsunternehmen schon vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und damit vor der Einführung von Sicherheitsgesetzen wie dem Patriot Act dafür sorgen mussten, dass US-Behörden Zugriff auf Verkehrsdaten und Kommunikationsinhalte bekommen.

So wurde Voicestream dazu verpflichtet, alle inländischen Kommunikationsinhalte zu speichern, sowie alle, die ein Konto eines US-Kunden betreffen. Ebenso musste Voicestream alle Verkehrsdaten aufbewahren, also Informationen darüber, wer wann mit wem wie lange kommuniziert hat - und wenn möglich auch wo. Außerdem musste das Unternehmen Bestandsdaten sowie Rechnungsdaten speichern. Letztere mussten für mindestens zwei Jahre vorgehalten werden. Nichts durfte gelöscht werden. Auch nicht, wenn ausländische Gesetze das verlangt hätten.

Demnach sind auch Bundesbürger von diesem Vertrag betroffen, nämlich immer dann, wenn sie mit einem Kunden von Voicestream oder später T-Mobile USA kommuniziert haben. Ihre Verbindungsdaten wurden dann erhoben und gespeichert, lange bevor es in der EU die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung gab.

Inländische Verbindungen mussten ausnahmslos durch Einrichtungen geleitet werden, die unter Kontrolle von Voicestream standen und sich innerhalb der USA befanden. Dort sollte das Unternehmen den US-Behörden eine Überwachung ermöglichen und "technische oder andere Unterstützung" leisten.

Die US-Behörden konnten auf die Daten des Unternehmens zugreifen aufgrund üblicher rechtmäßiger Verfahren wie zum Beispiel Gerichtsbeschlüssen, aber auch nach direkter Anweisung des US-Präsidenten nach dem Communications Act von 1934 und anderer Gesetze sowie aufgrund von Regelungen zur Nationalen Sicherheit und Notfallregelungen.

Andere Regierungen durften diese Daten nicht einsehen, jeder entsprechende Versuch musste dem US-Justizministerium gemeldet werden.

24 Stunden täglich ansprechbar für das FBI 

alwas 25. Jul 2013

das macht aber nicht die Telekom Deutschland, sonder T-Mobile USA, und die müssen sich an...

a user 25. Jul 2013

ach, wußte gar nicht, dass das auch schon bekannt ist.

Kasabian 25. Jul 2013

Das sind nur die Zahlen für das WTC vom 9/11. Was sollen denn sonst da noch an Toten...

Kasabian 25. Jul 2013

Ob Du nur dem Mörder das Messer reichen tust, mit dem dieser seinen Mord begeht, oder es...

Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter (m/w) für die Implementierung von Softwarelösungen
    DAN Produkte Pflegedokumentation GmbH, Siegen
  2. Anwendungsentwickler (m/w) Meldewesen
    Aareal Bank AG, Wiesbaden
  3. Softwareentwickler / -innen .NET
    Dataport, Hamburg
  4. Senior Consultant (m/w) SAP SuccessFactors
    metafinanz Informationssysteme GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Deutsche Grammophon

    Klassik streamen mit bis zu 320 Kbps

  2. Alibaba

    Milliardenschwerer Börsengang wohl Mitte September

  3. Test Infamous First Light

    Neonbunter Actionspaß

  4. Nach Wurstfirmeninsolvenz

    Redtube-Abmahn-Anwalt verliert Zulassung

  5. Gat out of Hell

    Saints Row und die Froschplage in der Hölle

  6. Ridesharing

    Taxidienst Uber in 200 Städten verfügbar

  7. Telefónica und E-Plus

    "Haben endgültige Freigabe von EU-Kommission bekommen"

  8. Intel Core i7-5960X im Test

    Die PC-Revolution beginnt mit Octacore und DDR4

  9. Nintendo

    Neuer 3DS mit NFC und zweitem Analogstick

  10. Onlinereiseplattform

    Opodo darf Nutzern keine Versicherungen unterschieben



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



IPv6: Der holprige Weg zu neuen IP-Adressen
IPv6
Der holprige Weg zu neuen IP-Adressen
  1. Containerverwaltung Docker 1.2 erlaubt Regelung von Containerneustarts
  2. Stellenanzeige Facebook will Linux-Netzwerkstack wie in FreeBSD
  3. Für Azure Microsoft gehen US-IPv4-Adressen aus

Formel E: Motorsport zum Zuhören
Formel E
Motorsport zum Zuhören

Raspberry B+ im Test: Sparsamer Nachfolger für mehr Bastelspaß
Raspberry B+ im Test
Sparsamer Nachfolger für mehr Bastelspaß
  1. Erweiterungsplatinen Der Raspberry Pi bekommt Hüte
  2. Odroid W Raspberry Pi-Klon für Fortgeschrittene
  3. Eric Anholt Langsamer Fortschritt bei Raspberry-Pi-Grafiktreiber

    •  / 
    Zum Artikel