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Fairphone-Chef Bas van Abel stellt sich den Fragen von Golem.de.
Fairphone-Chef Bas van Abel stellt sich den Fragen von Golem.de. (Bild: Fairphone)

Wie fair ist das Fairphone?

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Eines von Fairphones Hauptzielen ist, in Abbau- und Produktionsgebiete zu gehen, die von den Großunternehmen der IT-Branche bereits verlassen wurden. Mittlerweile finden sich laut van Abel dank des Dodd-Frank-Gesetzes in den meisten elektronischen Geräten konfliktfreie Rohstoffe, die zu einem großen Teil aus Indonesien oder Australien bezogen werden. Die Minen in Gebieten mit heikler politischer Situation wie der östlichen Demokratischen Republik Kongo werden von den großen Herstellern gemieden.

Einige dieser Minen hat Fairphone gezielt ausgewählt und mit Hilfe lokal agierender Hilfsorganisationen in die Produktion des Fairphones eingebunden. "In manchen Gebieten hatten sich die Leute bereits den örtlichen Milizen angeschlossen, weil sie ihre Arbeit in der Mine verloren haben. Sie hatten kein Einkommen mehr, also gingen sie zur Armee, wodurch der Konflikt noch verschlimmert wurde", erklärt der Fairphone-Chef. "Mit Hilfe von Solutions for Hope und der Conflict-free-Tin-Initiative möchten wir im Kongo bleiben und zeigen, dass es möglich ist, hier Tantal und Zinn zu beziehen."

Schlechte Arbeitsbedingungen im Kongo

Dabei ist ihm bewusst, dass die Arbeitsbedingungen und Sicherheitsvorkehrungen nicht dem westlichen Maßstab entsprechen, auch Kinderarbeit ist weit verbreitet. Um an dieser Situation etwas zu ändern, helfe es aber nicht, sich zurückzuziehen und die Metalle woanders zu beziehen, betont van Abel. Sie seien mit dem Wissen in die DR Kongo geflogen, dass es dort keine im westlichen Sinne faire Mine gebe, erklärt er.

Aus ähnlichen Gründen wie bei den kongolesischen Minen wurde die Fabrik von A'Hong zum Zusammenbau des Fairphones ausgewählt. "Eine Fabrik mit nach unseren Maßstäben gerechter Arbeit gibt es in China nicht", erklärt van Abel. "In jeder chinesischen Fabrik gibt es dieselben Probleme, auch in der von A'Hong" - dazu zählen niedriger Lohn, lange Arbeitszeiten und kaum Mitspracherecht. Bei A'Hong sahen die Fairphone-Macher jedoch den Willen des Managements, langfristig die Situation der Beschäftigten zu verbessern - beispielsweise eine von 80 auf 60 Stunden reduzierte Arbeitszeit, starke Kontrollmöglichkeiten seitens Fairphone sowie einen für chinesische Fabriken nicht obligatorischen Mindestlohn. A'Hong war außerdem überhaupt bereit, die relativ geringe Menge von 25.000 zu produzierenden Smartphones herzustellen.

Van Abel räumt ein, dass Foxconn-Arbeiter mehr verdienen. Dies liege zum einen daran, dass Foxconn in einer anderen chinesischen Provinz mit höheren Lebenskosten und dementsprechend höheren Löhnen produzieren lasse - und zum anderen an dem Druck, der auf dem Apple-Zulieferer nach zahlreichen Berichten über die Arbeitssituation lastet. Dies bestätigt auch Friedel Huetz-Adams vom Südwind-Institut - allerdings ergänzt er, dass aufgrund der gestiegenen Personalkosten Hersteller wie Apple mittlerweile von Foxconn zu günstigeren Produzenten wechselten. "Bei A'Hong arbeiten außerdem kaum Leiharbeiter oder Arbeiter, die über eine externe Agentur vermittelt werden", sagt van Abel. "In einigen Fabriken in Shenzhen sind bis zu 40 Prozent der Arbeiter nicht direkt beim eigentlichen Unternehmen angestellt."

Arbeiter wählen Vertreter selbst

Des Weiteren hat Fairphone einen Mitarbeiterfonds eingerichtet, dessen Inhalt von den Arbeitern der Fairphone-Produktion für die gesamte Belegschaft erwirtschaftet wird. Pro verkauftem Fairphone gehen insgesamt 5 US-Dollar in den Fonds - 2,50 US-Dollar von Fairphone und 2,50 US-Dollar von A'Hong. Die Verteilung dieses Fonds wird laut van Abel von einer Stiftung durchgeführt, die derzeit gegründet wird. Im Stiftungsrat sitzen Fairphone, die Geschäftsführung von A'Hong - und von den Arbeitern gewählte Vertreter. Zusammen soll dann entschieden werden, wie das Geld verteilt wird. Momentan werden die Wahlen vorbereitet - ein für chinesische Fabriken sehr ungewöhnlicher Vorgang, wie auch Friedel Huetz-Adams meint.

Allerdings zeigen Analysen der schwedischen Angestellten- und Beamtengewerkschaft TCO (Tjänstemännens Centralorganisation), die das gleichnamige Siegel für nachhaltige IT-Produkte vergibt, dass die Produktion eines Smartphones mit transparenter Lieferkette zumindest in naher Zukunft noch Wunschdenken sein dürfte: Die Hersteller der Fair Mouse, Nager IT, benötigen zur Offenlegung ihrer kompletten Lieferkette laut TCO beispielsweise noch vier bis fünf Jahre. Nager IT selbst bezeichnet seine Maus mittlerweile zu zwei Dritteln als fair - und das bei einem verglichen mit einem Smartphone deutlich unkomplizierteren Gerät.

Und auch van Abel sagt: "Man müsste den Krieg im Kongo beenden, um ein faires Smartphone herzustellen. Man müsste das Gesetz in China ändern, sie haben schließlich kein Recht auf Gewerkschaften dort. Um ein wirklich faires Smartphone zu bauen, müssten alle Probleme der Welt gelöst werden."

 Fairphone: "Für ein faires Smartphone muss man alle Weltprobleme lösen"Fairphone-Projekt kann Einfluss auf Branche haben 

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Moe479 19. Feb 2014

naja dafür, dass es keine sorgen über solche belange geben soll, beschweren sich aber die...

Moe479 16. Feb 2014

die produkte und ihr unrealistischer preis sind nur symptome, wir sind doch so etwas von...

martinboett 13. Feb 2014

ein lobbyist: "hahahahahahahaha"

jack_torrance 13. Feb 2014

Ah ok alles bestens. Easy ;-)

jack_torrance 13. Feb 2014

That's it. Aber jeder einzelne Mensch kann jetzt zeigen, dass er Wert auf bestimmte...



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