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Der Wurbie, einer der Busse des niederländischen Unternehmens Wepod.
Der Wurbie, einer der Busse des niederländischen Unternehmens Wepod. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Fahrt im autonomen Bus: Im Rausch der Langsamkeit

Der Wurbie, einer der Busse des niederländischen Unternehmens Wepod.
Der Wurbie, einer der Busse des niederländischen Unternehmens Wepod. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Im Herzen der Niederlande pendeln seit über einem halben Jahr kleine Busse zwischen einer Universität und einer Bahnstation, ganz ohne Fahrer und voll autonom. Golem.de hat im Rahmen der GTC Europe eine Spritztour in einem Wepod-Bus gemacht - eine zukunftsträchtige, aber eher gemächliche Fahrt.

Langsam zuckelt der kleine, kantige Minibus in die kleine Straße vor dem Passagierschiffterminal Amsterdams ein, direkt neben dem Konzerthaus Muziekgebouw aan't IJ am Ufer des Flusses IJ. Auf den ersten Blick wirkt der Wepod-Bus wie einer dieser japanischen Kleinbusse aus den 1990er Jahren: irgendwie unförmig, mit viel zu kleinen Reifen und einem zu hoch geratenen Aufbau.

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Einen Fahrer können Zuschauer lange suchen - Wurbie ist eines von zwei autonom fahrenden Elektrofahrzeugen, die das niederländische Unternehmen Wepod aktuell in einem ersten Pilotprojekt im Straßenverkehr ausprobiert - gemeinsam mit dem Schwestermodell Welly. Die beiden Minibusse fahren normalerweise eigenständig auf der Strecke zwischen der Universität Wageningen und der Bahnstation Ede-Wageningen sowie auf dem Universitätscampus. Um diesen Test durchführen zu können, wurden in den Niederlanden zahlreiche Regulierungen angepasst.

  • Der autonome Mini-Bus Wurbie von Wepod (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Der Wurbie fährt auf einer Teststrecke in den Niederlanden komplett autonom. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Eine der Außenkameras des Wurbie, neben den Öffnungsknöpfen für die große Tür. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Kameras, Sensore, Radar und Lidar sorgen dafür, dass Wurbie Hindernisse in der Umgebung erkennt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Einer der Ibeo-Laserscanner (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Im Inneren des Wurbie gibt es einen Nothaltknopf. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Bei unserer Testfahrt war ein Wepod-Mitarbeiter an Bord, der in zwei Situationen eingriff. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Im regulären Testbetrieb fährt Wurbie maximal 25 km/h, wir waren mit 6 und 12 km/h unterwegs. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Wurbie hat eigentlich keine echte Vorder- und Rückseite - das niederländische Recht erfordert aber eine Front. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Ein Lidar des Wurbie (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Der autonome Mini-Bus Wurbie von Wepod (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Im Rahmen von Nvidias erstmalig in Europa abgehaltener GPU Technology Conference (GTC) Europe hat Wepod einen seiner Busse vor dem Veranstaltungsgelände fahren lassen - die autonomen Fahrfähigkeiten werden schließlich unter anderem durch Hardware von Nvidia ermöglicht. Interessenten konnten eine Spritztour mitmachen - da haben wir uns natürlich nicht lange bitten lassen.

Sechs Passagiere und kein Hinten und Vorn

In der aktuellen Testphase sind die beiden Wepod-Busse - hergestellt vom französischen Unternehmen Easymile - für sechs Passagiere ausgelegt. Eine Front- und Rückseite hat das Gefährt eigentlich nicht, entsprechend symmetrisch sieht es aus. In den Niederlanden muss ein Fahrzeug auf der Straße aber eine definierte Vorderseite haben, weshalb der Wurbie an einer Seite Scheibenwischer und Frontscheinwerfer hat.

Über eine große Tür in der Mitte des Fahrzeugs steigen wir in den kleinen Bus ein - die Tür ist dabei so breit, dass bequem zwei Passagiere gleichzeitig einsteigen könnten. Drei Plätze befinden sich zur Linken, drei zur Rechten. Auf der Testfahrt saß zwischen den beiden Sitzreihen ein Mitarbeiter von Wepod an einem Tablet und einem kleinen Joystick, worüber der Minibus auch manuell gesteuert werden kann. Die Reichweite der beiden Busse liegt bei jeweils 100 Kilometern.

Kameras, Sensoren, Radar und Lidar

Wurbie verfügt über verschiedene Kameras, Radar und Lidar, um die Umgebung und mögliche Hindernisse zu erkennen. Außerdem orientiert sich der Bus mit Hilfe von GPS und Kartenmaterial sowie über Beschleunigungs- und Odometriesensoren. Aktuell fahren die Busse nur Strecken ab, die sie kennen. Dafür wird diese abgefahren und vermessen, anschließend dienen die gewonnenen Daten der Orientierung bei folgenden Fahrten. Die Grundstrecke ist also bekannt, die Sensoren müssen dann theoretisch nur noch auf Hindernisse achten. In Zukunft will Wepod auch unbekannte Strecken befahren, aktuell jedoch noch nicht.

Das autonome Fahren funktioniert auf der 6,5 Kilometer langen Teststrecke in Wageningen bisher gut, auf dem kleinen Oval vor dem Veranstaltungsgelände der GTC Europe gab es hingegen Probleme: Zwischendrin musste der menschliche Ersatzfahrer zweimal eingreifen. Einmal bremste er sicherheitshalber manuell, da ein LKW aus einer Einfahrt fuhr - nach Angaben von Wepod konnte das automatische Bremssystem auf der Teststrecke nicht ausreichend konfiguriert werden. In einer zweiten Situation fuhr der Fahrer manuell um eine Kurve. Grund dafür war ein weiterer LKW, der die Straße verengte, sowie ein weit über die Straße reichendes Gebäudeteil; dieses störte das GPS-Signal, weshalb eine ausreichend genaue Streckenführung nicht mehr gewährleistet war.

Geschwindigkeitsrekorde werden nicht gebrochen 

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TechnikSchaaf 08. Okt 2016

Klar ist dass erst eine Erprobungsphase. Aber die Probleme zeigen genau, dass man da...



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