Facebooks Regeln Fleischwunde ja, aber bloß keine Brüste

Es gibt über 700 Millionen Facebook-Nutzer und entsprechend viele Einträge müssen sich die Moderatoren jeden Tag anschauen und gegebenenfalls löschen. Unklar war bisher, nach welchen Regeln Beiträge entfernt werden - jetzt sind die Richtlinien im Netz nachzulesen.

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Seit kurzem sind Facebooks Richtlinien für Moderatoren bei einem Dienstleister bekannt. Sie bestätigen ein sehr US-amerikanisches Vorgehen: Zum Schutz von Minderjährigen darf nichts gezeigt werden, was nur andeutungsweise mit Sex, Sexspielzeug oder der Darstellung von primären und bei Frauen auch sekundären Geschlechtsmerkmalen zu tun hat. Auch verhüllte, aber durch die Kleidung zu erahnende weibliche Geschlechtsmerkmale sind tabu.

Die strengen Regeln für aus europäischer Sicht harmlos wirkende Darstellungen von weiblichen Brustwarzen haben bereits ihre Auswirkungen gezeigt: Seit Jahren gibt es Proteste von Müttern gegen die Löschung von Bildern, die sie und ihre Kinder beim Stillen zeigen - Facebook gibt zwar an, sich für das Stillen mit der Brust einzusetzen, aber die Richtlinien für Moderatoren widersprechen dem.

Gewalt ist weniger problematisch

Völlig in Ordnung ist es hingegen, gebrochene Schädel, verletzte Extremitäten, tiefe Fleischwunden und große Blutmengen zu zeigen. Einige Einschränkungen gibt es aber auch bei Gewalt: Es darf keine Verstümmelung von Menschen gezeigt werden, keine Bilder von geköpften oder verbrannten Leichen.

Außerdem dürfen keine Innereien zu sehen sein; Körperflüssigkeiten sind nur dann erlaubt, wenn sie nicht beim Austreten aus dem menschlichen Körper zu sehen sind. Explizit wird dabei noch einmal erwähnt, dass Samenflüssigkeit überhaupt nicht gezeigt werden darf. Um Nachahmungen zu verhindern, werden auch Suiziddarstellungen und Anleitungen zum Suizid entfernt.

Gewalt gegen Tiere darf nur dann dargestellt werden, wenn Prozesse gezeigt werden oder es um die Lebensmittelverarbeitung oder die Jagd geht. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte sich für das Jahr 2011 vorgenommen, nur Tiere zu essen, die er selbst tötete. Bei seiner Timeline-Präsentation war auf einem Bild ein Bison-Burger zu sehen.

Kein Hass, Drogen nur eingeschränkt

Trotz der teilweisen Freizügigkeit bei gewalthaltigen Bildern duldet Facebook aber keine Hasssymbole, Hassreden und Gewaltverherrlichungen, es sei denn, sie sind eindeutig humorvoll gemeint oder kommentiert. "Humor übertrumpft Hassreden", heißt es dazu. Bilder von illegalen Drogen und Drogenkonsum sind weitgehend unerwünscht auf Facebook, außer es geht um medizinische oder wissenschaftliche Zusammenhänge - oder um Marihuana. Kiffen darf gezeigt werden, ebenso wie Abbildungen von Cannbis-Blättern. Gelöscht wird aber, sobald der Eindruck entsteht, dass jemand Marihuana verkauft, kauft oder anpflanzt.

Die Richtlinien stammen vom Facebook-Dienstleister oDesk und wurden von einem ehemaligen Mitarbeiter der US-Website Gawker zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um einen 21-jährigen Marokkaner, der sich vor allem durch den geringen Basislohn von 1 US-Dollar pro Stunde gedemütigt fühlt. "Sie beuten die Dritte Welt schlicht aus", erklärte Amine Derkaoui.

Viele Moderatoren hätten gegenüber Gawker aber vor allem kritisiert, dass die psychische Belastung enorm sei - immerhin müssten sie sich Mengen unappetitlicher Facebook-Inhalte anschauen. So mancher Moderator soll deshalb schon seinen Job aufgegeben haben. "Stellt euch einen Abwasserkanal vor", zitiert Gawker einen Moderator. "Und der ganze Mist/Dreck/Abfall/Scheiß der Welt fließt auf euch zu und ihr müsst es entfernen."


ThadMiller 27. Feb 2012

Würd ich glatt unterschreiben...

ThadMiller 27. Feb 2012

Ne Spoilerwarnung wäre nett gewesen. Jetzt schau ich mir den nicht an... ;) ps: hab den...

Fizze 26. Feb 2012

Google erlaubt es, auf Blogger Voyeur-Fotos zu veröffentlichen, z.B. von öffentlichen...

benji83 25. Feb 2012

Religion der Pfad zur dunklen Seite ist?

MrBungle 25. Feb 2012

Anonymous sollte die Seite mal ordentlich hacken.... Hach, wär das ein Spass!

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