Face Works Nvidias Glatzkopf Ira mit realistischer Gesichtsanimation

Auf seiner Firmenkonferenz GTC hat Nvidia das Softwarepaket Face Works vorgestellt. In bisher nicht gekannter Qualität können damit in Echtzeit menschliche Gesichter animiert werden.

Anzeige

Zusammen mit der University of Southern California und ihrem Institut ICT hat Nvidia das Softwarepaket "Face Works" entwickelt. Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang stellte die Anwendung auf der GTC in San Jose erstmals vor.

Auf einer einzelnen Geforce Titan zeigte der Mitbegründer des Unternehmens in Echtzeit eine virtuelle Figur, die er "Digital Ira" nannte. Ira hat zwar keine Haare, was viel Rechenzeit spart, kann aber menschliche Regungen und auch Sprache überzeugend vermitteln.

Die früher schon mit Nvidias Figur Dawn gezeigten Effekte für viel Realismus wie etwa die Lichtbrechung innerhalb der Haut (subsurface scattering) hat Nvidia dabei sichtbar verbessert. Auffällig ist aber vor allem der Detailreichtum der Geometrie, der auch durch Tesselation erhöht wird.

Huang zufolge sind für die Beleuchtung von Ira auf der Grafikkarte Shader-Programme zuständig, die aus 8.000 Instruktionen bestehen. Die Animation selbst wurde per Motion-Capturing von einem realen Menschen auf ein 3D-Modell übertragen. Dabei kam eine Kompression der 3D-Daten, insbesondere der Meshes, zum Einsatz, um sie ganz in den 6 GByte großen Grafikspeicher der Titan laden zu können.

Trotz der erreichten Qualität soll Ira Nvidias schnellste GPU nicht auslasten: Nur die Hälfte der verfügbaren Rechenleistung, 2 Teraflops, soll die Darstellung bei 60 Bildern pro Sekunde benötigen. Das lässt hoffen, dass Nvidia die Technik bald auch Spieleentwicklern zugänglich macht. Im Gegensatz zu Techdemos wie Ira müssen Spiele nämlich auf der Grafikkarte noch viel mehr Objekte und Berechnungen realisieren als nur ein einzelnes Gesicht. Daher sehen Techdemos oft so viel besser aus als aktuelle Spiele.

Die Darstellung von Gesichtern und insbesondere Haut hat bei Nvidias Demos eine lange Tradition. Erst Mitte 2012 legte Nvidia das Demo mit der Elfe Dawn neu auf, das bereits zehn Jahre zuvor mit Licht auf der Haut spielte. Im Vergleich zu Dawn, die aber auch Haare und den restlichen Körper besitzt, wirkt Ira deutlich realistischer.

Das ist nicht nur für Spiele wichtig, sondern auch für Filme und Robotik, wo Menschen mit künstlichen Figuren konfrontiert werden. Jen-Hsun Huang führte dafür den seit den 1970er Jahren bekannten psychologischen Effekt des Uncanny Valley an. Er beschreibt, dass ab einem gewissen Realismus die Akzeptanz von menschenähnlichen Darstellungen nicht steigt, sondern sinkt. Dieses Tal des Unbehagens zu überwinden ist ein für Computergrafik immer wichtigeres Problem. Ob Ira, wie Dawn, auch PC-Anwendern als ausführbare Datei zugänglich gemacht werden soll, gab Nvidia noch nicht bekannt.


Endwickler 22. Mär 2013

Ja, da eröffnen sich einem ungeahnte Möglichkeiten. .-)

razer 21. Mär 2013

counter strike: global offensive lässt sich auf einem aktuellen macbook air (1.7ghz...

Lala Satalin... 21. Mär 2013

H264 verwendet vorrangegangene Szehnen und Objekte unter Umständen wieder, wenn sie sich...

urlauber 21. Mär 2013

Das ist hier doch alles an euren Haaren herbeigezogen!

Lemo 21. Mär 2013

Spontan fällt mir L.A. Noire ein. Die Animationen waren wirklich schön und nett, aber die...

Kommentieren



Anzeige

  1. Informatiker/in
    Lechwerke AG, Augsburg
  2. DB2 Senior Consultant (m/w)
    ORDIX AG, Wiesbaden, Köln oder Neu-Ulm
  3. Referent (m/w) Lernmanagementsysteme mit Schwerpunkt IT-Fachkonzeption
    Gothaer Finanzholding AG, Köln
  4. SAP Inhouse Berater BI (m/w)
    SCHOTT AG, Mainz

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Epic Games

    Unreal Engine 4.1 mit Zugriff auf Konsolen-Quellcode

  2. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  3. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag

  4. Leica T

    Teure Systemkamera mit Touchscreen

  5. The Elder Scrolls Online

    Inhaltserweiterung und Goldfarmer

  6. Sensabubble

    Display aus duftenden Seifenblasen

  7. Lulzsec

    FBI soll von Anonymous-Hacks profitiert haben

  8. Opera Coast 3.0

    Der Gesten-Browser fürs iPhone ist da

  9. Linux 3.13

    Canonical übernimmt erneut Kernel-Langzeitpflege

  10. Klötzchen

    Dänemark in Minecraft nachgebaut



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Conversnitch: Die twitternde Abhörlampe
Conversnitch
Die twitternde Abhörlampe

Conversnitch ist eine kleine Lampe, die unauffällig Gesprächsfetzen aus ihrer Umgebung mitschneidet, online eine Spracherkennung durchführt und den Text auf Twitter postet. Die Kunstaktion soll das Bewusstsein für die alltägliche Überwachung wecken.

  1. Menschenrechte Schärfere Exportkontrollen für Spähprogramme gefordert
  2. NSA-Skandal "Europa ist doch keine Kolonie"
  3. Frankreich Geheimdienst greift auf alle Daten von Orange zu

Microsoft: Remote-Desktop-App für Windows Phone
Microsoft
Remote-Desktop-App für Windows Phone

Microsoft hat eine Remote-Desktop-App für Windows Phone veröffentlicht. Damit kann aus der Ferne von einem Smartphone auf einen anderen Windows-Rechner zugegriffen werden, ohne dass auf diesem eine spezielle Software installiert sein muss.

  1. Cortana im Test Gebt Windows Phone eine Stimme
  2. Smartphones Nokia und HTC planen Updates auf Windows Phone 8.1
  3. Ativ SE Samsungs neues Smartphone mit Windows Phone

Palcohol: Der Cocktail in Pulverform
Palcohol
Der Cocktail in Pulverform

Mit kleinem Gepäck unterwegs und trotzdem nicht auf den abendlichen Drink verzichten? Ein US-Unternehmen hat Rum und Wodka in Pulver verwandelt. Zum Trinken einfach mit Wasser aufgießen - zum Schnupfen jedoch nicht geeignet.

  1. OLED Das merkwürdige Bindungsverhalten organischer Halbleiter
  2. Max-Planck-Institut Quantencomputer werden Silizium-Chips ähnlicher
  3. Kognitionswissenschaft Computer erkennt 21 Gesichtsausdrücke

    •  / 
    Zum Artikel