3D-Drucker Fabbster: weiches ABS
3D-Drucker Fabbster: weiches ABS (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Fabbster 3D-Drucker mit ungewöhnlichem Materialnachschub

Zahnstangen statt Draht: Der 3D-Drucker Fabbster wird nicht - wie die meisten anderen 3D-Drucker - mit Kunststoffdraht von der Trommel gefüttert. In sein Magazin kommen gezahnte Sticks, die es in verschiedenen Farben und Materialien gibt.

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3D-Drucker, die Gegenstände per Schmelzschichtung (Fused Deposition Modeling, FDM) aufbauen, verarbeiten im Normalfall einen Kunststoffdraht, der von einer Spindel abgewickelt wird. Nicht so der Fabbster: Er wird mit Stangen gefüttert.

Der Fabbster ist ein 3D-Drucker für den Heimgebrauch. Das Gerät selbst ist etwa 59 x 47 Zentimeter groß und 54 Zentimeter hoch. Es verarbeitet den Kunststoff Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (ABS) sowie einen PLA-artigen Kunststoff (von: Polylactic Acid, Polymilchsäure). Daraus baut der Fabbster Objekte bis zu einer Größe von 22,5 x 22,5 x 21 Zentimetern auf. Die Schichtstärke beträgt standardmäßig 88 Mikrometer, kann aber auf 44 Mikrometer verfeinert werden. Die Druckgeschwindigkeit liegt bei 60 Zentimetern pro Sekunde.

Beheizbare Plattform

Der Druckkopf selbst bewegt sich seitwärts und aufwärts. Für die dritte Achse ist die Arbeitsplattform zuständig, die sich nach vorne und hinten bewegt. Da das Gerät hauptsächlich ABS verarbeitet, will Sintermask künftig auch eine beheizbare Plattform anbieten, mit der der Drucker nachgerüstet werden kann. Die beheizbare Platte sorgt dafür, dass das aufgebaute Werkstück langsamer abkühlt. Das soll verhindern, dass es sich beim Abkühlen verzieht oder Risse bekommt.

  • Die bewegliche Druckplatte des Fabbster mit zwei Objekten, die von dem 3D-Drucker aufgebaut wurden (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Fabbster ist ein 3D-Drucker für den Heimgebrauch. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Links oben ist das Magazin mit einigen Sticks darin zu erkennen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Ein Stick aus weißen ABS (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Zähne sorgen für einen präziseren Transport. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Die bewegliche Druckplatte des Fabbster mit zwei Objekten, die von dem 3D-Drucker aufgebaut wurden (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Stick Deposition Moulding, kurz SDM, nennt der Hersteller, das Unternehmen Sintermask aus Lupburg in der Oberpfalz, das Verfahren, das beim Fabbster eingesetzt wird: Statt einer Trommel, von der der Draht abgespult wird, hat der Fabbster ein Magazin, in das die knapp 25 Zentimeter langen Like-Sticks eingelegt werden. Die Sticks sind an zwei Seiten gezahnt. Im Extruder befinden sich zwei Zahnräder, die den Stick vorwärtsschieben, wie Susanne Zeitler im Gespräch mit Golem.de erklärt. Zeitler arbeitet für das Sintermask-Schwesterunternehmen Netfabb, das die Software für den 3D-Drucker entwickelt.

Druckpause

Vorteil von SDM sei, dass das Material präziser transportiert werde. Sei das Magazin leer, müsse der Druck nicht abgebrochen werden. Der Nutzer lege einfach Sticks nach und könne dann den Drucker weiter arbeiten lassen, erzählt Zeitler. Der Druck könne aber auch absichtlich angehalten werden - etwa um einen Stick in einer anderen Farbe oder aus einem anderen Material einzulegen.

Denn neben den ABS-Sticks, die es in den Farben Schwarz, Weiß, Silber, Blau, Grün, Gelb, Orange, Rot und Rosa gibt, werden in Zukunft auch noch zwei weitere Materialien zur Verfügung stehen: ein ABS mit einem Holzanteil, der biologisch abbaubar ist, und ein ABS mit Zusätzen, die den Kunststoff elastisch machen. Der Nutzer könne dann Gegenstände mit harten und weichen Elementen fertigen, sagt Zeitler, etwa eine Fernbedienung: Das Gehäuse werde aus hartem ABS gebaut, die Tasten aus weichem. Künftig wird der Nutzer Sticks mit verschiedenen Farben oder aus verschiedenen Materialien nicht mehr manuell wechseln müssen: Sintermask will noch in diesem Jahr einen Multiextruder auf den Markt bringen, der mehrere Sticks verarbeiten kann.

Software mit Supportmodul

Die Software, die ein 3D-Modell für den Drucker aufbereitet, stammt von Netfabb. Die Druckdatei kann per USB-Kabel an den Fabbster übertragen werden. Sie kann aber auch auf eine SD-Karte gespeichert werden. Die Karte wird dann in einen Einschub am Drucker gesteckt. Im kommenden Monat werde Netfabb Version 5.0 der Software herausbringen, sagt Zeitler. Eine wichtige Neuerung sei ein Supportmodul, das bei Hohlformen oder bei Überkragungen selbstständig berechnet, wo Stützen eingefügt werden müssen. In der aktuellen Version ist das noch Aufgabe des Nutzers.

Der Fabbster wird als Bausatz ausgeliefert. Die Montage dauere etwa einen halben Tag, sagt Zeitler. Der 3D-Drucker kostet rund 1.500 Euro. Die Sticks gibt es in einer 100er Packung für 14 Euro.


Moe479 08. Mär 2013

das hält ja trotzdem nicht davon ab sich mit seinem älterem gerät die sticks einfach von...

Okkarator 07. Mär 2013

Genau. Mit 60cm ist nur gemeint, dass sich der Druckkopf maximal 60cm/s fortbewegen kann...

petergriffin 05. Mär 2013

weiß ich nicht, hab hier nur einzelne Sticks liegen von Fabbster. Man wechselt indem man...

petergriffin 05. Mär 2013

ja würd ich gern mal irgendwo sehen, denn glauben kann ich es nicht. Auf der Messe...

zwangsregistrie... 05. Mär 2013

Da braucht man dann gleich einen zweiten 3D Drucker, um sich mit dem dan die "Munition...

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