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Mikko Hypponen auf der Konferenz Hacktivity im Oktober 2013
Mikko Hypponen auf der Konferenz Hacktivity im Oktober 2013 (Bild: Attila Kisbenedek/Getty Images)

'Ich will wissen, wie viele Mitbürger überwacht werden'

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Golem.de: Können denn die nun von der US-Regierung erlaubten Transparenzberichte neues Vertrauen bei den Anwendern schaffen?

Hypponen: Ich denke schon. Wir sollten solche Berichte von viel mehr Unternehmen einfordern, nicht nur von den ganz großen Konzernen wie Google, Facebook und Apple. Es gibt auch Transparenzberichte von Securityunternehmen wie unserem oder auch von Lookout, und ich finde, alle Firmen dieser Branche sollten das tun. Selbst wenn darin dann steht, "es gibt nichts zu berichten", sollte man das veröffentlichen. Das würde ich wirklich gerne sehen. Vor allem bei den Anfragen von Strafverfolgungsbehörden sollten die Berichte aber noch viel detaillierter sein.

Golem.de: Welche Daten sollten denn zusätzlich zu der Zahl der Anfragen enthalten sein?

Hypponen: Nimm R2D2 als Beispiel. Viele europäische Länder ermitteln mit Malware. Dazu gibt es aber keinerlei Transparenz: Welche Länder tun es? Wie oft? Wie erfolgreich sind die Ermittlungen? Als Bürger sollten wir das wissen. Ich möchte erfahren, wie oft die Polizei in meinem Land im letzten Jahr meine Mitbürger infiziert hat, und in wie vielen Fällen diese Personen schuldig oder unschuldig waren. Wenn die meisten schuldig waren, ist das vielleicht ein geeignetes Mittel und die Behörden sollten das Recht dazu haben. Wenn aber die meisten unschuldig waren, sollte man ihnen dieses Recht entziehen. Wir können als Bürger aber diese Entscheidung nicht fällen, wenn wir diese Informationen nicht haben.

Golem.de: Wer soll das einfordern? Bürgerrechtler wie beim CCC oder der EFF in den USA?

Hypponen: Die EFF arbeitet immerhin weltweit. Viele dieser Initiativen, auch der CCC oder die Piratenparteien, werden aber noch nicht so ernst genommen, wie es bei etablierteren Organisation der Fall wäre. Zudem: Wenn man eine Stellungnahme von der EFF liest, muss man immer daran denken, dass da eine libertäre Grundhaltung dahintersteckt. Sie sind mit ihren Meinungen ziemlich extrem, leisten aber dennoch wichtige Arbeit, und ich unterstütze sie auch dabei. Erst vor zwei Wochen habe ich bei einer Spendenveranstaltung der EFF eine Rede gehalten.

Golem.de: Es gibt aber gerade in der Politik auch Meinungen, die ins andere Extrem umschlagen.

Hypponen: Wir brauchen mehr Politiker, die etwas von IT verstehen. Das ist ein leicht zu lösendes Problem, wir brauchen dazu nur etwas Zeit. Die nächste Generation wird da viel besser dastehen. Aber wie ist es denn jetzt? Wie viele IT-Experten gibt es im deutschen Parlament?

Golem.de: Schwer zu sagen, zumindest hat jede Fraktion einen netzpolitischen Sprecher, und nach einer Enquetekommission gibt es nun einen festen Internetausschuss mit 16 Mitgliedern.

Hypponen: Das ist doch großartig, und bestätigt meinen bisherigen Eindruck. Im europäischen Vergleich dürfte Deutschland damit ziemlich einzigartig sein. Es ist nicht gerade typisch, auch IT-Experten im Parlament zu haben. Im finnischen Parlament gab es einen echten Geek, den ich auch kannte. Aber bei der letzten Wahl traten zwei gegeneinander an, was dazu führte, dass keiner von beiden einen Sitz erhielt.

Golem.de: Mikko, vielen Dank für das Gespräch.

 'Keine Antwort von Symantec und McAfee'

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der_wahre_hannes 18. Mär 2014

Ich kann mir nicht helfen, aber der Mikko sieht dem Max Zorin aus dem Bond-Film "A View...

LG Brent 17. Mär 2014

Elaboriere. Also auch lieber VPN-Anbietet aus deinen besagten Ländern wählen?

DY 17. Mär 2014

Ein beliebiges "Aufkaufen" von Staatsanleihen um diesen flüssig zu halten kommt einem...

DY 17. Mär 2014

Die Gründunsväter sind privat und die Organisation ist privat. Das habe ich an anderer...

nie (Golem.de) 17. Mär 2014

Regierungsmalware unterscheidet sich von den weit verbreiteten Schädlingen stark, unter...



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