Es begann alles mit dem Diebstahl einer Kamera

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Ein Startup ist immer nur so gut wie seine Entstehungsgeschichte. Wenn an diesem Satz etwas dran wäre, dann könnte EyeEm tatsächlich das nächste Instagram werden. Denn die Idee hinter dem Berliner Startup geht nicht auf eine Garage zurück oder auf Bier beim Lagerfeuer - nein, EyeEm hat seine Ursprünge in der New Yorker U-Bahn.

Florian Meissner war vor einigen Jahren in die USA gereist, um dort als Fotograf zu arbeiten. Doch das Schicksal meinte es zunächst nicht gut mit ihm. In der U-Bahn wurde er überfallen, seine Ausrüstung war weg. Ein gebrauchtes iPhone 3G musste als Ersatz herhalten. "Da bin ich dann irgendwie in diese Flickr-Twitter-Szene reingerutscht und habe Leute kennengelernt, die ebenfalls mit Smartphones fotografierten", erzählt der 28-Jährige. Schon damals entstand die Idee, Fotos mobil zu teilen. Doch bis EyeEm das sein würde, was es heute ist, sollte noch einige Zeit vergehen.

Mit seinen drei Freunden Lorenz Aschoff, Gen Sadakane und Ramzi Rizk begann Meissner nach seiner Rückkehr nach Berlin, eine eigene Fotoplattform im Internet zu entwickeln. Im Hinterkopf immer das Teilen von Bildern. "Wir hatten kaum Erfahrung und haben jede Menge Fehler gemacht", erinnert sich Meissner.

Am Anfang gab es eine Couch und vier Menschen. Gemeinsam entwickelte man die ersten Prototypen, für die sich Meissner heute ein wenig schämt. "Die darf man keinem mehr zeigen." Bevor die App jedoch veröffentlicht wurde, wollte man überprüfen, ob der Markt dafür schon reif war. Also wurde ein weltweiter Wettbewerb für Fotos, die mit Smartphones gemacht wurden, veranstaltet, bei dem am Ende eine Ausstellung und ein Buch herausspringen sollten. "Wir haben zigtausende Bilder aus aller Welt erhalten", erinnert sich Meissner. Und so hatte man ganz nebenbei auch die ersten 5.000 Nutzer.

Mit dieser ersten Betaversion machten sich Meissner und seine Freunde auf die Suche nach Investoren. Christophe Maire war einer der ersten Geldgeber. Anfang 2011 wurde die GmbH eingetragen, vier Monate später stand der erste Prototyp.

"Als wir angefangen haben, war uns bereits klar, dass Foto-Apps explodieren werden", sagt Meissner. "Am Anfang ging es noch darum, auf seine Bilder möglichst viel Feedback von möglichst vielen Menschen zu bekommen." Allerdings habe das Team schon relativ früh erkannt, dass das eigentliche Problem nicht das Fotos-machen-und-teilen war, sondern Bilder zu finden, die einen wirklich interessieren. Die EyeEm-Macher wollten Bilder zeigen, die nach bestimmten Themen sortiert waren oder dort gemacht wurden, wo man sich gerade aufhielt. Bei Instagram müsse man sich nur mal die populären Bilder ansehen, um das Problem zu erkennen, sagt Meissner. Da würde viel Mist auftauchen - die Nutzer seien früher oder später gelangweilt. "Wir haben uns im ersten halben Jahr vor allem auf die Community und das Produkt konzentriert. Die Gewinnung von neuen Nutzern stand im Hintergrund."

Langfristig planen - und Geld einnehmen

Und wie soll es nun weitergehen? "Wir wollen natürlich weiterhin wachsen", erklärt Meissner. "Allerdings machen wir uns auch viele Gedanken darüber, wie wir Geld einnehmen können. Wir wollen langfristig eine Plattform aufbauen, von der nicht nur unsere Nutzer, sondern auch alle, die dazu beigetragen haben, profitieren." Wie viel Geld man bisher in das Projekt gesteckt hat, wollte der Firmengründer nicht sagen. Auch zu den Einnahmen der ersten Finanzierungsrunde hielt er sich bedeckt. "Die haben wir Ende 2011 mit einer Startfinanzierung von Passion Capital, Wellington Partners und Christophe Maire abgeschlossen." Nur so viel: "Es war nicht wenig."

Die Zahlen sprechen dafür, dass die Erfolgsgeschichte weitergeht. Im September 2012 wurde bekannt, dass die EyeEm-App über eine Million Mal heruntergeladen wurde. "Das war ein Meilenstein für uns", sagt Meissner. "Man muss aber bedenken, dass wir Anfang September unsere bisher beste Version herausgebracht haben: EyeEm 3.0. Da ging es für uns eigentlich erst richtig los."

Den US-App-Store, in dem EyeEm derzeit mehr Downloads verzeichnet als Instagram, nennt Meissner "die Königsdisziplin". Er wolle nun jedoch erst einmal abwarten, wie sich alles weiterentwickelt. "Da müssen wir auch ein bisschen Glück haben." Besonders erfolgreiche Profile mit vielen Abonnenten, Follower genannt, gibt es laut Meissner bei EyeEm momentan noch nicht. "Wir machen eher Masse", berichtet er. Und das habe dazu geführt, dass man in den Charts immer höher geklettert sei und in den USA zeitweise nicht nur Instagram, sondern auch Snapchat, eine in den USA sehr populäre Foto-App, überholt habe.

Wie erfolgreich EyeEm tatsächlich in den USA mittlerweile ist, zeigt eine kleine Anekdote, die Meissner zum Schluss noch erzählt: An einer Highschool in Nordamerika sei die App vor kurzem blockiert worden. Per Twitter habe eine Schülerin geschrieben: "Oh nein! Ich kann EyeEm nicht mehr benutzen, weil unsere Lehrer es geblockt haben."

Der Originalartikel erschien beim Wall Street Journal Deutschland.

 EyeEm: Deutscher Fotodienst überholt Instagram

DerLump 21. Jan 2013

dafür ist blizzard aber kein kleines startup...

dabbes 20. Jan 2013

Was ist das für eine Frage, wenn du die Bilder doch eh selbst hostest ?

dabbes 20. Jan 2013

Falsch, die Nutzerdaten hat Facebook eh schon, dank installierter Apps und Zugriff auf...

Der Spatz 20. Jan 2013

Und für mich klingt die Aussage so, als ob mal wieder jemand mit der EBV nicht zurecht...

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