Exoplanet Der Erdschein verrät Leben auf einem Planeten

Wer wissen will, ob es Leben auf einem Exoplaneten gibt, muss das Licht analysieren, das er reflektiert. Europäische Forscher haben die Methode dazu verfeinert und an dem vom Mond reflektierten Erdschein getestet.

Anzeige

Verräterischer Trabant: Der Mond gibt außerirdischen Beobachtern Hinweise, dass es Leben auf der Erde gibt. Das haben Astronomen an der Europäischen Südsternwarte (European Southern Observatory, ESO) nachgewiesen. Mit dieser Methode wollen sie herausfinden, ob ferne Exoplaneten bewohnt sind.

Erde beleuchtet Mond

Die Forscher am Paranal-Observatorium in der Atacamawüste im Norden Chiles, auch Very Large Telescope (VLT) genannt, machen sich ein bekanntes Phänomen zunutze: den sogenannten Erdschein. Das ist das Sonnenlicht, das die Erde auf jene Teile des Mondes reflektiert, die die Sonne nicht beleuchtet. Dadurch ist kurz vor oder kurz nach Neumond nicht nur die Mondsichel, sondern auch der Rest des Mondes schwach sichtbar. Der Erste, der das Phänomen richtig gedeutet hat, war vermutlich Leonardo da Vinci.

"Die Sonne scheint auf die Erde und dieses Licht wird auf die Oberfläche des Mondes reflektiert. Die Mondoberfläche ist wie ein gigantischer Spiegel, der das Licht der Erde zu uns zurückwirft - und das haben wir mit dem VLT beobachtet", erklärt Michael Sterzik vom ESO. In diesem Licht hätten sie nach Biosignaturen gesucht, die darauf hinwiesen, dass es Leben auf einem Planeten gibt. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Gase, wie Sauerstoff, Methan oder Kohlendioxid.

Spektralfarben und Polarisation

Bislang wurden bei solchen Untersuchungen die Spektralfarben des reflektierten Lichts analysiert. Sie hätten mit der Polarisation noch einen zweiten Parameter hinzugefügt, berichten die Forscher um Sterzik im Wissenschaftsmagazin Nature. Als sie den Erdschein am VLT mit der Spektropolarimetrie analysierten, hätten sie die Biosignaturen gut erkennen können.

Die Forscher hätten das vom Mond reflektierte Licht betrachtet, als komme es von einem Exoplaneten - und dabei einige Rückschlüsse auf die Bedingungen dort ziehen können. So hätten sie festgestellt, dass ein Teil der Oberfläche des Planeten mit Wasser bedeckt sei, dass es in der Atmosphäre Wolken gebe und vor allem, dass es Vegetation auf dem Planeten gibt.

Blendendes Sternenlicht

Mit der Spektropolarimetrie könnten auch andere Exoplaneten darauf untersucht werden, ob es dort Leben gibt. Das Licht eines Exoplaneten werde normalerweise überstrahlt von dem seines Zentralgestirns, erklärt Stefano Bagnulo vom Observatorium im nordirischen Armagh. Deshalb sei es schwer zu analysieren. "Aber das Licht, das von einem Planeten reflektiert wird, ist - anders als das Licht vom Zentralgestirn - polarisiert. Mit polarimetrischen Techniken können wir also das schwache reflektierte Licht eines Exoplaneten vom blendenden Sternenlicht unterscheiden."

Vor allem das Weltraumteleskop Kepler hat in den vergangen Jahren eine Reihe von Exoplaneten entdeckt, darunter auch einen in der habitablen Zone. Mit Hilfe der Spektropolarimetrie könne sich feststellen lassen, ob auf diesen Exoplaneten einfaches pflanzliches Leben existiert, das auf Photosynthese beruht. "Aber", so schränkt Sterzik ein, "wir suchen sicher nicht nach kleinen grünen Männchen oder nach Anzeichen von intelligentem Leben."


omo 04. Mär 2012

Ameisenigel ;-) Die lassen nix aus und kommen überall hin. Freun wir uns drauf, wird...

Whampa 02. Mär 2012

Darf ich dich korrigieren: du beschreibst eine Mondfinsternis, die während der...

fratze123 02. Mär 2012

es geht darum, den text der nachricht zu lesen, wenn man wissen will, was die neuigkeit...

ozelot012 02. Mär 2012

.. aber wenn der Mensch sich erst mal eingenistet hat... Vielleicht ist es dort...

Granini 01. Mär 2012

Doch, es gibt intelligentes Leben auf der Erde. Es soll Lebewesen geben die eine untere...

Kommentieren



Anzeige

  1. Ingenieur (m/w) Materialflusssimulation / Intralogistiksysteme
    BEUMER Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, Beckum (Raum Münster, Dortmund, Bielefeld)
  2. IT-Spezialist (m/w) für Anwendungsentwicklung
    Versicherungskammer Bayern, München
  3. IT-Projektleiter/in
    Landeshauptstadt München, München
  4. Trainee IT (m/w) Schwerpunkt: SAP Applikation
    Unternehmensgruppe Theo Müller, Aretsried

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. MPAA und RIAA

    Film- und Musikindustrie nutzte Megaupload intensiv

  2. F-Secure

    David Hasselhoff spricht auf der Re:publica in Berlin

  3. "Leicht zu verdauen"

    SAP bietet Ratenkauf und kündigt vereinfachte GUI an

  4. Test The Elder Scrolls Online

    Skyrim meets Standard-MMORPG

  5. AMD-Vize Lisa Su

    Geringe Chancen für 20-Nanometer-GPUs von AMD für 2014

  6. Bärbel Höhn

    Smartphone-Hersteller zu Diebstahl-Sperre zwingen

  7. Taxi-App

    Uber will trotz Verbot in weitere deutsche Städte

  8. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  9. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  10. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
IMHO - Heartbleed und die Folgen: TLS entrümpeln
IMHO - Heartbleed und die Folgen
TLS entrümpeln

Die Spezifikation der TLS-Verschlüsselung ist ein Gemischtwarenladen aus exotischen Algorithmen und nie benötigten Erweiterungen. Es ist Zeit für eine große Entrümpelungsaktion.

  1. Bleichenbacher-Angriff TLS-Probleme in Java
  2. Revocation Zurückziehen von Zertifikaten bringt wenig
  3. TLS-Bibliotheken Fehler finden mit fehlerhaften Zertifikaten

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Test LG L40: Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter
Test LG L40
Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter

Mit dem L40 präsentiert LG eines der ersten Smartphones mit der aktuellen Android-Version 4.4.2, das unter 100 Euro kostet. Dank der Optimierungen von Kitkat überrascht die Leistung des kleinen Gerätes - und es dürfte nicht nur für Einsteiger interessant sein.

  1. LG G3 5,5-Zoll-Smartphone mit 1440p-Display und Kitkat
  2. LG L35 Smartphone mit Android 4.4 für 80 Euro
  3. Programmierbare LED-Lampe LG kündigt Alternative zur Philips Hue an

    •  / 
    Zum Artikel