Exohand Roboterhand mit Kraft und Gefühl

Auf der Hannover Messe stellt Festo eine Roboterhand vor. Die Exohand kann in der Industrie ebenso wie in der Medizin eingesetzt werden. Sie eignet sich sogar für Computerspiele.

Anzeige

Futuristisch sieht der Handschuh aus, den sich ein Mitarbeiter des Esslinger Unternehmens Festo über die Hand streift: Auf den Fingern sitzen metallene Glieder, Schläuche sind daran befestigt. Exohand heißt die Entwicklung, die Festo auf der Hannover Messe (Halle 15, Stand D07) vorstellt.

Die Exohand sei vielseitig einsetzbar, erklärt Elias Maria Knubben im Gespräch mit Golem.de. In erster Linie ist sie als Assistenzsystem für den Menschen gedacht: Über die Metallglieder und pneumatische Aktoren wird der Griff verstärkt, was dem Menschen mehr Kraft und Ausdauer verleiht.

Beitrag zur Arbeitssicherheit

Anwendungen gebe es beispielsweise im industriellen Umfeld, sagt Knubben. Bei Tätigkeiten, die stetig sich wiederholende Handgriffe verlangten, könne die Exohand den Menschen unterstützen. Bei solchen Arbeiten bestehe vor allem bei älteren Menschen die Gefahr einer Sehnenscheidenentzündung. Dem könne die Exohand vorbeugen.

  • Der Nutzer kann die Bewegungen seiner Exohand auf eine zweite übertragen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Wenn die Roboterhand etwas greift, wird der Eindruck auf die Exohand des Menschen übertragen, so dass dieser spürt, was jene hält. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Exohand wird pneumatisch betrieben. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Der Nutzer kann die Bewegungen seiner Exohand auf eine zweite übertragen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Auf der Messe demonstriert Festo eine zweite Anwendung: die Fernmanipulation. Der Aufbau beinhaltet zwei Exohände. In der einen steckt die menschliche Hand, in der anderen eine Hand aus Silikon. Ein 3D-Sensor erfasst Position und Ausrichtung der menschlichen Hand - jede Bewegung des Menschen wird auf die Roboterhand übertragen. Auf einem Bildschirm sieht der Festo-Mitarbeiter die Roboterhand sowie verschiedene Gegenstände. Er kann nun mit seiner Exohand die Zweite steuern.

Mensch fühlt, was Roboter anfasst

Das System verfügt über eine Kraftrückkopplung oder Force Feedback. Fasst die Roboterhand den Gegenstand - einen Stern oder einen Dodekaeder -, wird der Eindruck auf die andere Exohand übertragen. Deren Träger bekommt also das Gefühl, als halte er selbst den Dodekaeder in der Hand, was die Interaktion mit diesem Gegenstand vereinfacht. Auf diese Weise kann ein Mensch mit gefährlichen Stoffen hantieren, ohne mit ihnen in Kontakt zu kommen.

Das System müsse aber nicht mit einer Roboterhand gekoppelt sein, erzählt Knubben. Mit der Exohand könne ein Nutzer auch virtuelle Gegenstände manipulieren und habe das Gefühl, diese tatsächlich in der Hand zu halten. Eine Anwendung im Spielebereich wäre möglich.

Einsatz in der Rehabilitation

Schließlich kann die Exohand noch in der Medizin eingesetzt werden, bei der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten. Dazu setzt der Patient eine Gehirn-Computer-Schnittstelle (Brain-Computer-Interface, BCI) ein. Das BCI erfasst die Gehirnströme am Motorcortex, die eine Bewegung der Hand initiieren, und sendet den Impuls an die Exohand, die diese Bewegung durchführt.

Auf diese Weise würden die durch den Schlaganfall beschädigten Verbindungen zwischen Gehirn und Hand wieder trainiert, erklärt Knubben. Ziel sei, dass ein Patient mit der Zeit seine Hand wieder selbst bewegen könne. Um das System zu testen, arbeitet Festo mit dem Centre for Integrative Neuroscience der Universitätsklinik Tübingen zusammen.


m9898 30. Apr 2012

Und wie stellst du dir das so vor? Diese Hand kann man für wirklich gar nichts...

m9898 30. Apr 2012

Ich schon eher, solche Kraftverstärkenden Hanschuhe gibt es schon länger, nur das Force...

cr4cks 27. Apr 2012

Wenn ich könnte würdest du jetzt +1000 bekommen. Ich bin voll bei dir.

Factum 27. Apr 2012

Meinermeinung nach die mit abstandt wertvollste erfindung bis jetz in diesem jahr!! Wie...

Kommentieren



Anzeige

  1. Teamleiter (m/w) Bedienerführung & Prozess-Software
    Synatec GmbH, Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart
  2. Akademischer Mitarbeiter (m/w)
    Hochschule Furtwangen, Furtwangen
  3. SPS-Programmierer Steuerungen / Automatisierungslösungen (m/w)
    über CAPERA Consulting, Nordhessen
  4. (Junior-)Projektleiter ERP (m/w)
    SOG Business-Software GmbH, Hamburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Quartalsbericht

    Facebook macht erneut Rekordgewinn

  2. Quartalszahlen

    Apple kann Gewinn und Umsatz wieder steigern

  3. IBM Power8

    Mit 96 Threads pro Sockel gegen Intels Übermacht

  4. Printoo

    Arduino kannste jetzt knicken

  5. Cloud-Dienste

    Streem verspricht unbegrenzten Speicherplatz

  6. Streaming

    HBO-Serien für US-Kunden von Amazon Prime

  7. Theo de Raadt

    OpenSSL ist nicht reparierbar

  8. Xplore XC6 DMSR

    Blendend hell und hart im Nehmen

  9. Programmiersprache

    Go 1.3 kommt für Solaris, Plan 9 und NaCL

  10. Arin

    IPv4-Adressen in Nordamerika nähern sich dem Ende



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Test The Elder Scrolls Online: Skyrim meets Standard-MMORPG
Test The Elder Scrolls Online
Skyrim meets Standard-MMORPG

Es ist so groß wie mehrere Rollenspiele zusammen und bietet auch Soloabenteurern Unterhaltung für Wochen und Monate. Vieles in The Elder Scrolls Online erinnert an Skyrim - und leider noch mehr an das altbekannte Strickmuster gängiger MMORPGs.

  1. The Elder Scrolls Online Zenimax deaktiviert umstrittene Bezahlmethoden
  2. Abopflicht Verbraucherschützer mahnen The Elder Scrolls Online ab
  3. Zenimax Online The Elder Scrolls Online ohne Server-Schlangen gestartet

Test Hitman Go: Auftragskiller to go
Test Hitman Go
Auftragskiller to go

Knobeln statt knebeln: In Hitman Go verrichtet Agent 47 sein ebenso lautloses wie blutiges Handwerk auf ungewohnte Art und Weise: Statt Schleich-Action ist Denksport angesagt. Der Titel bleibt dem Kern der Hitman-Reihe trotzdem treu - und macht schnell süchtig.

  1. Square Enix Kernzielgruppe statt globales Massenpublikum

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


    •  / 
    Zum Artikel