EU-Kommission: Neues Kartellverfahren gegen Microsoft wegen Browserwahl
Microsoft-Chef Steve Ballmer (Bild: Jens Ihlenfeld/Golem.de)

EU-Kommission Neues Kartellverfahren gegen Microsoft wegen Browserwahl

Die Europäische Kommission hat ein neues förmliches Wettbewerbsverfahren gegen Microsoft eingeleitet. Das Unternehmen soll sich nicht an die 2009 getroffenen Vereinbarungen zu einer freien Wahl des Webbrowsers durch den Benutzer halten.

Anzeige

Im Jahr 2009 eingte sich Microsoft nach einem langjährigen Streit mit der EU-Kommission: Das Unternehmen musste seitdem direkt nach der Installation des Betriebssystems oder dem Einschalten eines neuen Computers mit vorinstalliertem Windows dem Benutzer die Wahl zwischen mehreren Browsern lassen. Den Internet Explorer schon vorinstalliert als Standardbrowser zu definieren, war nicht mehr zulässig. Die Vereinbarung sollte für fünf Jahre gelten.

Daran hat sich das Unternehmen nach Meinung von EU-Kommissar Joaquín Almunia aber nicht gehalten: "Wir nehmen die Befolgung unserer Entscheidungen sehr ernst. Ich habe darauf vertraut, dass die Berichte des Unternehmens zutreffend waren. Es scheint aber so zu sein, dass das nicht der Fall war, also haben wir sofort Maßnahmen eingeleitet. Wenn unsere Untersuchungen zeigen, dass es Zuwiderhandlungen gab, hat Microsoft mit Sanktionen zu rechnen." Wie aus der Erklärung von Almunia hervorgeht, betreffen die gegenwärtigen Untersuchungen Windows 7 und nicht das noch nicht erhältliche Windows 8.

Bei der Einigung mit der EU war Microsoft nicht bestraft worden. Die Kommission droht nun aber wie gewohnt damit, dass eine Kartellstrafe gegen das Unternehmen bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes betragen könne. Damit droht Microsoft eine neuerliche Strafe von Hunderten Millionen Euro.

Eine solche Strafe hatte die EU bereits 2008 wegen einer anderen Behinderung von Konkurrenten verhängt. Dabei ging es um die nicht erfolgte Offenlegung von Schnittstellen in Windows. Gegen diese Strafe klagt Microsoft derzeit, in erster Instanz reduzierte ein Gericht der EU die Summe aber lediglich von 899 auf 860 Millionen Euro.

Nachtrag vom 17. Juli 2012, 15:30 Uhr

Microsoft hat zu den Vorwürfen der EU Stellung genommen und um Entschuldigung gebeten. Dass die Browserwahl fehlt, soll an einem "technischen Fehler" gelegen haben, der sich mit dem Service Pack 1 für Windows 7 eingeschlichen hat. Die Hintergründe finden sich in einer aktuellen Meldung.


IT.Gnom 18. Jul 2012

Ein Windows-DAU wohl nicht. So wie ich mich an die Paket-Manager in Linux noch...

keiner 17. Jul 2012

Jeder Normaluser kann Programme auf einem Windowssystem installieren, oder wie haben...

kmork 17. Jul 2012

Habe mich auch nie FÜR Apple ausgesprochen, die sind in der Frage nicht weniger scheiße...

azeu 17. Jul 2012

Wir sind uns doch einig, dass auf dem Desktop-PC eindeutig Windows die...

PaytimeAT 17. Jul 2012

Es ist halt nicht dieses Chrome was wir kennen. Der Browser an sich ist weiterhin Safari

Kommentieren



Anzeige

  1. Systems Engineer / Systemingenieur Production IT (m/w)
    Sandvik Holding GmbH, Frankfurt am Main
  2. Senior-Kundenberater/in im Bereich Softwarelösungen
    scholz.msconsulting GmbH, Krefeld
  3. Prozessmanager (m/w) im Bereich IT- & Prozessmanagement
    MehrWert Servicegesellschaft mbH, Düsseldorf
  4. Anwendungsentwickler (m/w)
    spb GmbH elektronische Datenverarbeitung, Bremen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Ofcom

    Briten schalten den Pornofilter ab

  2. Erstmal keine Integration

    iOS 8 und OS X Yosemite sollen nicht parallel erscheinen

  3. Privacy

    Unsichtbares Tracking mit Bildern statt Cookies

  4. Oberster Gerichtshof

    Österreichs Provider gegen Internetsperren zu Kino.to

  5. Eigene Cloud

    Owncloud 7 mit Server-to-Server-Sharing

  6. Electronic Arts

    Battlefield Hardline auf Anfang 2015 verschoben

  7. Schlafmonitor

    Besser schlafen mit Sense

  8. Videostreaming

    Youtube-Problem war ein Bug bei Google

  9. Prozessor inklusive Speicher

    Kommende APUs mit Stacked Memory und mehr Bandbreite

  10. Statt Codeplex

    Typescript mit neuem Compiler auf Github



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nvidia Shield Tablet ausprobiert: Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
Nvidia Shield Tablet ausprobiert
Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
  1. Tegra K1 Start von Nvidias Shield Tablet zeichnet sich ab
  2. GM200 und GM204 Nvidias große Maxwell-GPUs zeigen sich beim Zoll
  3. Dual-GPU-Grafikkarte EVGA macht Titan-Z schmaler und leiser als Nvidia

PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

Sony RX100 Mark III im Test: Klein, super, teuer
Sony RX100 Mark III im Test
Klein, super, teuer
  1. Custom ROM Sonys Bootloader einfacher zu entsperren
  2. Sony Xperia T3 kommt als Xperia Style für 350 Euro
  3. Auge als Vorbild Sony entwickelt gekrümmte Kamerasensoren

    •  / 
    Zum Artikel