Erziehungsmethoden: Musikindustrie für elterliche Ohrfeigen gegen Filesharing
GVU-Video zum Thema Urheberrechtsverletzung (Bild: GVU)

Erziehungsmethoden Musikindustrie für elterliche Ohrfeigen gegen Filesharing

Ein Anwalt der Musikindustrie findet die heutigen Erziehungsmethoden zu locker, weshalb Kinder nicht aufhörten, illegales Filesharing zu betreiben. Früher hätte "auch mal eine Ohrfeige nicht geschadet."

Anzeige

Hermann Büttner, ein Anwalt der Musikindustrie, hat bei der elterlichen Erziehung gegen Filesharing-Aktivitäten der Kinder kritisiert, Kinder würden heutzutage zu sehr an der freien Leine gelassen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP von der mündlichen Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof, sagte Büttner am 15. November 2012, früher habe "auch mal eine Ohrfeige nicht geschadet".

Dazu erklärte Bernd Schlömer, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland: "Wenn der Vertreter der Musikindustrie die körperliche Züchtigung als Maßnahme gegen Urheberrechtsverstöße bei Kindern empfiehlt, macht sich die Musikindustrie der Anstiftung zu Straftaten schuldig und präsentiert ein Erziehungsbild des letzten Jahrhunderts."

Der Bundesgerichtshof hatte entschieden, dass technisch nicht versierte Eltern sich keinen IT-Experten ins Haus holen müssen, um angesichts möglichen Filesharings ihrer Kinder kostenpflichtige Klagen zu vermeiden. Es ging um die Frage, welche Aufsichtspflichten Eltern gegenüber einem Dreizehnjährigen haben, der illegal Musik im Internet getauscht haben soll.

"Schon in der mündlichen Verhandlung kam heute zum Ausdruck, dass der Bundesgerichtshof die strengen Anforderungen der untergeordneten Gerichte als überzogen ansieht", sagte Rechtsanwalt Christian Solmecke. "Dieser ausufernden und realitätsfremden Rechtsprechung wurde nun glücklicherweise ein Riegel vorgeschoben. Der Bundesgerichtshof hat in seiner Urteilsbegründung betont, dass Eltern ihre Kinder zwar belehren, ohne konkreten Anlass aber nicht überwachen müssen." Im Jahr 2007 bekam die Familie mit drei Kindern im Alter von 13, 15 und 19 Jahren eine Abmahnung von vier großen Musiklabels. Sie wurde zur Zahlung von 2.380 Euro Abmahnkosten und 3.000 Euro Schadensersatz aufgefordert.

"Ob die Musikindustrie künftig gegen die Kinder selbst vorgehen wird, bleibt abzuwarten. Ab einer gewissen Einsichtsfähigkeit ist das zwar möglich, dürfte allerdings auch sehr unpopulär sein", erklärte Solmecke.


Planet 10. Jan 2013

Für das Hervorholen dieses alten Threads verlange ich selbstverständlich...

Chevarez 10. Jan 2013

Gegen diese feinen Herrschaften auch. Nennt sich Boykott. Sollten mal ein paar mehr...

Chevarez 10. Jan 2013

Nein, im Gegenteil. Wenn ich schon Kinder hätte und diese über die aktuellen Zustände...

Chevarez 10. Jan 2013

Findest du nicht, du greifst da ein wenig zu niedrig. Rechne mal die bisherigen...

Chevarez 10. Jan 2013

Du hast schon verstanden, dass es in der eigentlichen Thematik darum geht, dass Kinder...

Kommentieren



Anzeige

  1. Software Architect (m/w) - Grafik & Video
    Harman Becker Automotive Systems GmbH, München
  2. Softwarearchitekt (m/w) - Portale und Internetanwendungen
    Deutscher Genossenschafts-Verlag eG, Wiesbaden
  3. IT-Spezialist (m/w) Analytik / Labor
    Phytolab GmbH & Co. KG, Vestenbergsgreuth (Großraum Nürnberg)
  4. Systemanalytikerin / Systemanalytiker
    Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Bugzilla-Projekt

    Mozilla legt Tausende Nutzerdaten frei

  2. SEO

    Google entfernt Autorenhinweise in Suchergebnissen

  3. ARD.connect

    HbbTV-Angebote über Smartphone oder Tablet steuern

  4. Administrationswerkzeug

    HPs Oneview wird auf Racks, Tower und Netzwerk erweitert

  5. Ortsnetze

    Telekom startet Vectoring für 200.000 Haushalte

  6. HP Proliant DL160 und 180

    Mit neuen Einstiegsservern gegen Huawei und Supermicro

  7. Zoff in Wikipedia

    Foundation lenkt im Streit mit deutscher Community ein

  8. Olympus Pen E-PL7

    Systemkamera für Selfies

  9. Virtual Reality

    Leap Motion setzt auf Hände und Augen

  10. KDE

    Plasma Active auf Frameworks 5 portiert



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Breitbandausbau: Netzbetreiber und Regierung schachern um Netzneutralität
Breitbandausbau
Netzbetreiber und Regierung schachern um Netzneutralität
  1. Mobiles Internet Roaming-Gebühren benachteiligen Grenzregionen
  2. Digitale Agenda Bitkom fordert komplette Nutzung des 700-Megahertz-Bandes
  3. Digitale Agenda 38 Seiten Angst vor festen Zusagen

Spiele auf dem Oculus Rift DK2: Manchmal klappt es, manchmal nicht
Spiele auf dem Oculus Rift DK2
Manchmal klappt es, manchmal nicht
  1. Oculus Rift Geld für gefundene Sicherheitslücken
  2. Virtuelle Realität Hüft-OP mit Oculus Rift und zwei Gopro-Kameras
  3. Oculus Rift Valve aktualisiert SteamVR für das DK2

Sofia: Der fliegende Blick durch den Staub
Sofia
Der fliegende Blick durch den Staub
  1. Audio aus Video Gefilmte Topfpflanze verrät Gespräche
  2. Nahrungsmittel Trinken statt Essen
  3. Bioelektronik Pilze sind die besten Zellschnittstellen

    •  / 
    Zum Artikel