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In den USA soll Whatsapp Ermittlungsbehörden Zugang zu verschlüsselten Gesprächen geben.
In den USA soll Whatsapp Ermittlungsbehörden Zugang zu verschlüsselten Gesprächen geben. (Bild: Yasuyoshi Chiba/Getty Images)

Cryptowars: Whatsapp soll für US-Regierung Chats entschlüsseln

In den USA soll Whatsapp Ermittlungsbehörden Zugang zu verschlüsselten Gesprächen geben.
In den USA soll Whatsapp Ermittlungsbehörden Zugang zu verschlüsselten Gesprächen geben. (Bild: Yasuyoshi Chiba/Getty Images)

Das US-Justizministerium verlangt von Whatsapp Echtzeitzugriff auf Ende-zu-Ende-verschlüsselte Nachrichten. Wie im Fall des FBI gegen Apple könnte dies zu einer Forderung nach generellen Hintertüren für die Regierung werden. Präsident Obama hat sich gerade erst dafür ausgesprochen.

Während der Rechtsstreit zwischen Apple und dem FBI noch in vollem Gange ist, scheinen sich die Befürchtungen der Apple-Unterstützer bereits zu bestätigen. Sie glauben, dass es der US-Regierung darum geht, einen Präzedenzfall zu schaffen, um dauerhaften Zugriff auf verschlüsselte Daten zu bekommen. In ihrer Samstagsausgabe berichtet die New York Times über den Versuch des US-Justizministeriums, Echtzeitzugriff auf Ende-zu-Ende-verschlüsselte Whatsapp-Nachrichten zu erlangen.

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Die juristischen Hintergründe des Falls sind bisher noch nicht bekannt, die Verhandlungen zwischen Justizministerium und dem Messenger Whatsapp sind als geheim eingestuft. Anders als im iPhone-Fall, in dem sich Apple und das FBI gegenüberstehen, geht es laut New York Times aber diesmal nicht um Attentäter.

Technisch unterscheiden sich die beiden Fälle zwar, die juristischen Auswirkungen könnten sich aber ähneln. Während das FBI Apple im iPhone-Fall dazu zwingen will, eine abgeänderte iOS-Version zu schreiben, die die Beschränkung der Anzahl möglicher Passworteingabeversuche aufhebt, verlangt das Justizministerium von Whatsapp vollen Echtzeitzugriff auf versandte Nachrichten, möglicherweise auch auf Sprachanrufe.

Als Rechtsgrundlage für seine Forderung gegen Whatsapp nutzt das Justizministerium offenbar bisher lediglich eine richterliche Abhörerlaubnis. Diese ermächtigt die Behörde laut New York Times zwar, die Übergabe verschlüsselter Nachrichten zu verlangen, nicht aber deren Entschlüsselung. Dem Zeitungsbericht zufolge hat sich das Justizministerium noch nicht entschieden, ob es - wie das FBI im iPhone-Fall - auch den All Writs Act von 1911 nutzen möchte, um Whatsapp zur Entschlüsselung zu zwingen.

Whatsapp soll eine Version mit deaktivierter Verschlüsselung ausliefern

Auch Whatsapp müsste hierzu eine spezielle Version seiner App schreiben, die es ermöglicht, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unbemerkt für bestimmte Benutzer zu deaktivieren. Eine solche geschwächte Version müsste Whatsapp dann allen Nutzern als Update getarnt über die diversen Appstores unterschieben. Da der Whatsapp-Client, anders als etwa Signal oder Cryptocat, vollständig Closed-Source ist, könnte dies relativ problemlos möglich sein.

Noch wehrt sich Whatsapp dem Zeitungsbericht zufolge aber erfolgreich gegen die Angriffe des Justizministeriums - und hat auch allen Grund dazu. Ein solcher Eingriff würde das Vertrauen der Nutzer in Whatsapp untergraben. Einen "Atombomben-Angriff auf das Silicon Valley" nannte Christopher Soghoian von der American Civil Liberties Union die Anordnung in der New York Times. Der Vergleich ist nicht so weit hergeholt, denn ein Nachgeben des zu Facebook gehörenden Unternehmens würde auch einen Präzedenzfall dafür schaffen, dass Technologiekonzerne auf Geheiß einer Regierung über reguläre automatische Updates Apps mit versteckten Funktionen an Millionen Nutzer weltweit verbreiten. Nicht zuletzt die Eigner der beiden größten App Stores, Google und Apple, blicken vermutlich sorgenvoll auf eine solche Entwicklung.

Obama: "Zugriff muss möglich sein"

Die US-Regierung sandte dagegen gerade eine deutliche Warnung an die Technologiekonzerne: "Wenn etwas wirklich Schlimmes geschieht, dreht sich die politische Situation, Dinge passieren überstürzt und Sachen gehen durch den Kongress in gefährlicher und undurchdachter Form", sagte der US-Präsident Barack Obama am Freitag laut dpa bei einem Auftritt auf der Digitalkonferenz South by Southwest. Wie bereits Vertreter der Intelligence Community zuvor, fordert Obama eine "so stark wie mögliche Verschlüsselung mit einer maximal sicheren Entschlüsselung, auf die eine kleinstmögliche Zahl von Menschen bei wenigen, wichtigen Anlässen Zugriff hat."

Der Angriff gegen Whatsapps Ende-zu-Ende-Verschlüsselung entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie. Das von dem Messenger für die Verschlüsselung verwendete Messaging-Protokoll Axolotl wurde ursprünglich von Open Whisper Systems mitentwickelt, das seit 2013 über 2,2 Millionen US-Dollar finanzielle Förderung durch den Open Technology Fund erhalten hat, der wiederum durch die US-Regierung finanziert wird.

Whatsapp hat nicht nur in den USA Probleme mit den Behörden. Auch in Brasilien sollte das Unternehmen zur Zusammenarbeit mit der Polizei verpflichtet werden. Dort wurde der Dienst sogar landesweit für 14 Stunden gesperrt, Anfang März wurde ein Manager des Unternehmens dort festgenommen, weil das Unternehmen auch weiterhin keine Gesprächsprotokolle zur Verfügung stellen will.


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Tuxianer 15. Mär 2016

Vielleicht nicht unwichtig, anzumerken, dass in der Schweiz Flugzeuge zwischenlandeten...

Tuxianer 15. Mär 2016

... so ungefähr sehe ich diese Meldungen über die US-Justiz und ihre Versuche, US-Firmen...

obermeier 15. Mär 2016

Unterschiede zu anderen: https://threema.ch/de/faq/crypto_differences Außerdem: Whatsapp...

tingelchen 15. Mär 2016

Wenn die Schlüssel einmal zusammen sind, ist es egal in wie viele Teile man einen...

ikhaya 15. Mär 2016

To put this into perspective: on a trillion machines, that each could test a billion keys...



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