Erdbeben in Italien Roboter erkunden beschädigte Kirchen

Deutsche und italienische Wissenschaftler haben im Auftrag von Behörden und Rettungskräften mit Robotern zwei Kirchen in Italien inspiziert. Ziel war, die Schäden zu begutachten, die zwei Erdbeben an den Gebäuden angerichtet hatten.

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Roboter haben in der norditalienischen Stadt Mirandola zwei Kirchen inspiziert. Diese waren bei einem Erdbeben im Mai schwer beschädigt worden. Mit vier Robotern erkundeten deutsche und italienische Wissenschaftler vom 24. bis 27. Juli die beiden Gotteshäuser.

Zwei Kirchen

Die Forscher des Deutschen Instituts für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken und der Universität La Sapienza in Rom waren mit zwei Drohnen und zwei fahrenden Robotern (Unmanned Ground Vehicle, UGV) nach Mirandola gekommen. Damit sollten sie im Auftrag der Feuerwehr und des italienischen Kulturministeriums herausfinden, welche Schäden das Beben in der Kirche San Francesco d'Assisi und im Dom angerichtet hat. Ziel war, den Zustand der Kunstwerke zu dokumentieren und herauszufinden, ob die Gebäude strukturelle Schäden davongetragen hatten.

Das siebenköpfige Team untersuchte zuerst die Kirche San Francesco d'Assisi, deren Dach eingestürzt war. Dabei wurden das Mittel- und ein Seitenschiff beschädigt. Zunächst verschafften sich die Forscher mit Hilfe des Quadrocopters einen Überblick über die Situation.

3D-Karte vom UGV

Dabei ging es zum einen darum, zu bestimmen, welche Bereiche der Kirche zugänglich sind und welche Kunstwerke einer näheren Betrachtung unterzogen werden sollten. Gesteuert wurde die Drohne anhand von Livevideobildern von einem Piloten und einem Sicherheitsspezialisten. Danach wurde ein UGV in die Kirche geschickt, das weitere Videobilder lieferte sowie eine 3D-Karte des weitgehend intakten Seitenschiffs anfertigte

Am nächsten Tag wurde auf vergleichbare Weise der Dom der Stadt untersucht: Zunächst ließen die Forscher mehrfach die Drohnen in die Kirche fliegen. Sie dokumentierten als erstes Schäden an der Decke und an den Bögen im westlichen Schiff. Dann erkundeten sie das Hauptschiff. Zudem flogen die Forscher mit den Drohnen den Glockenturm ab, um dessen Zustand zu begutachten. Mit dem UGV erkundeten sie schließlich die zugänglichen Teile des Kirchenschiffs.

Mehrere Erdbeben

Die norditalienische Region Emilia-Romagna, in der sich Mirandola befindet, wurde im Mai von zwei schweren Erdbeben getroffen: Das erste Beben am 20. Mai, dessen Epizentrum bei Camposanto lag, hatte eine Magnitude von 6,0. Neun Tage später bebte die Erde erneut, dieses Mal mit einer Stärke von 5,8. Das Epizentrum war bei Medolla. Nachbeben gab es am 3 . und am 6. Juni.

Der Einsatz war Teil des europäischen Forschungsprojektes Nifti. Dessen Ziel ist, gemeinsame Einsätze von Menschen und Robotern durchzuführen, wie es in Mirandola Ende Juli der Fall war. Beteiligt sind neben dem DFKI und der Universität La Sapienza fünf weitere Forschungseinrichtungen sowie zwei Feuerwehren.


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