Engineered Arts Socibot flirtet mit Cebit-Besuchern

Robothespian hat einen Bruder bekommen: Auf der Cebit präsentiert das britische Unternehmen Engineered Arts den Kommunikationsroboter Socibot.

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"Wir sind die Roboter", intoniert der Roboter Socibot und blinzelt den Besucher des Standes des britischen Unternehmens Engineered Arts (Halle 26, Stand J53 ) an. Doch im nächsten Moment verzieht er sein Gesicht zu einer grimmigen Mine.

Mannshoher Robotertorso

Socibot ist ein etwa mannshoher Robotertorso, der auf einem Kasten sitzt. Seine Arme kann er nicht bewegen. Er bewegt lediglich seinen Kopf, er spricht und zeigt ein reiches Minenspiel. Über eine Kinect erkennt der Roboter, wo sich sein menschliches Gegenüber befindet.

Das Minenspiel werde über einen Projektor realisiert, erklärt Will Jackson, Chef von Engineered Arts, im Gespräch mit Golem.de. Der Projektor sitzt im Hinterkopf des Roboters und projiziert das Bild auf die Innenseite des durchscheinenden Gesichts. Das gehe mit jedem Bild, sagt Jackson. Es werde in eine Vektorgrafik verwandelt, damit die Gesichtsausdrücke schnell wechseln könnten.

Lieber ein Comic

Im Prinzip könne jedes beliebige Bild dafür verwendet werden. Engineered Arts setzt auf comicartige Grafiken. Es sei auch möglich, das Bild von einem menschlichen Gesicht in den Roboter zu projizieren. Der Mund werde dann animiert, damit das Bild nicht statisch ist, wenn der Roboter spricht. Empfehlenswert sei das allerdings nicht."Die Leute waren schockiert und sind aus dem Raum gelaufen, als wir das ausprobiert haben", erzählt Jackson.

Technisch sei das eine Herausforderung gewesen, sagt Jackson: Der Projektor muss klein sein, damit er in den Kopf passt. Er muss dabei aber einen Projektionswinkel von 190 Grad haben. Sie hätten es schließlich geschafft. Der Preis sei aber, dass der Socibot nicht an Orten aufgestellt werden könne, an denen es sehr hell sei, da der kleine Projektor nicht so lichtstark sei.

Roboter statt Informationskiosk

Gedacht ist der Socibot als Kommunikationsroboter, der etwa statt eines Informationskiosks aufgestellt wird. Er könne dann Besucher ansprechen und sie informieren, etwa über das Angebot in einem Geschäft. Er kann aber auch als Telepräsenzroboter eingesetzt werden. Ein Nutzer kommuniziert über ein Android-Tablet und sein Gesicht wird auf der anderen Seite in den Socibot projiziert.

Die Besucher können den Roboter ansprechen und er reagiert darauf - dafür dürfe aber, sagt Jackson, das Umfeld nicht allzu laut sein. Auf einer Messe wie der Cebit sei das kaum möglich. Alternativ könne er über einen Touchscreen gesteuert werden, der an dem Sockel befestigt ist. Darauf sind verschiedene Icons, die der Nutzer anklicken kann. Der Roboter spricht die Nutzer dann in rund 20 verschiedenen Sprachen an, darunter die europäischen und eine Reihe von asiatischen wie Chinesisch, Japanisch und Koreanisch. Drei verschiedene Sprachsynthesesysteme sorgen für die Ausgabe.

Sequenz von Gesichtsausdrücken

Über den Touchscreen kann Jackson aber auch Sequenzen von Gesichtsausdrücken programmieren, etwa für vordefinierte Ansagen. Aus einer Übersicht werden die Minen einfach zusammengeklickt und dann abgespielt. Eine einfache Handhabbarkeit für den Aufsteller war ein wichtiger Punkt bei der Entwicklung des Socibot.

Das Konzept sei, einen günstigeren Roboter zu entwickeln, der sich leichter vermarkten lasse als der im vergangenen Jahr vorgestellte Robothespian, erzählt Jackson. Der Socibot habe weniger Funktionen und sei deshalb auch deutlich günstiger - er koste 15.000 Euro. Den gestikulierenden Robothespian bietet Engineered Arts für 75.000 Euro an.

Nächstes Projekt: Laufroboter

Engineered Arts' nächster Roboter werde ein Laufroboter, verrät Jackson noch. Der werde aber nicht einfach ein Robothespian, der gehen kann, sondern er müsse eine ganz neue und vor allem leichtere Konstruktion haben. Als Antrieb wollen die Briten den vom schwäbischen Unternehmen Festo entwickelten künstlichen Muskel einsetzen.

Sie seien sie aber noch am Anfang, erzählt Jackson. Das Projekt habe vor wenigen Monaten erst begonnen. Derzeit simulierten sie Bewegungsabläufe am Computer. Jackson rechnet mit einer Entwicklungszeit von etwa zwei Jahren. Das erste, was er dem Laufroboter beibringen werde, erzählt er schmunzelnd, sei nicht zu laufen, sondern aufzustehen, wenn er hingefallen sei.


__destruct() 10. Mär 2012

Sie hätten darin wirklich mal ein menschliches Gesicht zeigen sollen, wenn sie schon...

irata 10. Mär 2012

Die Entwicklung sieht man auch beim "Bicentennial Man". Finde aber beide Filme nicht...

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