Chip im Ohr: Strom für Nervensignale
Chip im Ohr: Strom für Nervensignale (Bild: Patrick P. Mercier/MIT)

Energy Harvesting MIT nutzt Ohrstrom

MIT-Forscher haben eine Möglichkeit gefunden, eine Stromquelle im Körper anzuzapfen. Diese liefert Strom für das Hören, kann aber auch einen Chip betreiben.

Anzeige

Energy Harvesting ist die Versorgung eines Systems mit Energie aus seiner Umgebung: Genau diesem Prinzip folgen Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit ihrer neuen Entwicklung: einem Ohrimplantat, das vom Ohr mit Strom versorgt wird.

  • Der am MIT entwickelte Chip im Größenvergleich: Er passt ins Mittelohr. (Foto: Patrick P. Mercier/MIT)
  • Detail des Chips. Er darf nicht zu viel Energie vom Ohrgenerator aufnehmen, da sonst das Hören beeinträchtigt wird. (Foto: Patrick P. Mercier/MIT)
Der am MIT entwickelte Chip im Größenvergleich: Er passt ins Mittelohr. (Foto: Patrick P. Mercier/MIT)

Im Ohr eines Säugers befinde sich eine natürliche Batterie, erklären die Wissenschaftler um Konstantina Stankovic. Das ist eine kleine Kammer in der Hörschnecke, die mit Kalium- und Natrium-Ionen gefüllt ist. Sie ist durch eine Membran geteilt. Einige Zellen der Membran pumpen Ionen auf die andere Seite. Ein Ungleichgewicht von Kalium- und Natrium-Ionen auf den gegenüberliegenden Seiten der Membran erzeugt eine elektrische Spannung.

Strom zum Hören

Der Ohrgenerator liefert Strom für die Signalübertragung: Im Ohr wird die Vibration des Trommelfells in elektrochemische Signale umgewandelt. Diese werden an das Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet. Das elektrische Potenzial aus der Ionenkammer wird für diese Nervensignale genutzt.

Stankovic und ihre Kollegen haben einem Meerschweinchen Elektroden in die Ionenkammer eingesetzt. Diese schlossen sie an einen kleinen Chip an, der eigens dafür entwickelt wurde. Er sammelte Daten über die Chemie im Ohr des Tiers und funkte diese an einen Computer. Das Meerschweinchen habe normal auf Hörtests reagiert.

Spannungsschwankungen

Den Strom zu nutzen, um etwa ein Innenohrimplantat zu betreiben, ist indes schwierig: Die Spannung ist sehr gering und schwankt. Außerdem darf nur ein geringer Teil des Stroms für das Gerät genutzt werden, damit die Signalübertagung zum Gehirn nicht beeinträchtigt wird. Der Chip hat deshalb einen Kondensator, der Strom speichern kann, damit genug Energie für die Funkeinheit zur Verfügung steht.

Der Ohrgenerator sei seit rund 60 Jahren bekannt, sagt Stankovic. Bisher habe aber noch niemand versucht, ihn dazu zu nutzen, elektronische Geräte zu betreiben. Diese könnten künftig beispielsweise die biologische Aktivität im Ohr von Menschen mit Hör- oder Gleichgewichtsstörungen überwachen oder Daten darüber liefern, wie eine Therapie anschlägt.


_F46y_ 09. Nov 2012

Ich finde das hört sich an wie das was die Maschienen mit uns in "The Matrix" machen.. :D

Casandro 09. Nov 2012

Wenn Du damit ein Kochleaimplantat versorgen kannst, ist das Risiko eventuell...

Henry78 08. Nov 2012

Black Out Hide Out Time Out

Neuro-Chef 08. Nov 2012

..aber das Ohr war funktionslos, gezeigt wurde dabei das Wachsenlassen von Haut auf...

Kommentieren



Anzeige

  1. Quality Engineer (m/w) (Division Payment & Risk)
    Wirecard Technologies GmbH, Aschheim near Munich
  2. Product Manager Software (m/w)
    Kontron Europe GmbH, Augsburg
  3. Produktsoftwareentwickler Vorentwicklung Cloud / Serverplattform (m/w)
    Robert Bosch Car Multimedia GmbH, Hildesheim
  4. IT-Business-Analyst (m/w)
    Zurich Service GmbH, Frankfurt am Main

 

Detailsuche


Hardware-Angebote
  1. PCGH-Professional-PC GTX970-Edition
    (Core i7-4790K + Geforce GTX 970)
  2. Crucial MX100 256GB zum Bestpreis bei Redcoon
    95,50€
  3. Dell 24-Zoll-Ultra-HD-Monitor
    ab 378,99€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Quartalszahlen

    Apples iPhone-Verkauf übertrifft alle Prognosen

  2. Apple

    Das ist neu an iOS 8.1.3 und OS X 10.10.2

  3. Autobahn

    Ruhrgebiet soll Testgebiet für autonomes Fahren werden

  4. Glibc

    Ein Geist gefährdet Linux-Systeme

  5. iPhone

    Apple patentiert ansteckbares Gamepad und weiteres Zubehör

  6. KDE Plasma 5.2 erschienen

    Breeze ist überall

  7. Vorratsdatenspeicherung

    EU-Kommission plant keinen neuen Anlauf

  8. Microblogging

    Twitter führt Videofunktion und Gruppennachrichten ein

  9. Spionagesoftware

    Kaspersky enttarnt Regin als NSA-Programm

  10. Lunar-X-Prize

    Google zeichnet Mondfahrer aus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Sony Alpha 7 II im Test: Fast ins Schwarze getroffen
Sony Alpha 7 II im Test
Fast ins Schwarze getroffen
  1. Systemkamera Olympus kündigt neues Modell im OM-D-System an
  2. Seek XR Wärmebildkamera mit Zoom für Android und iOS
  3. Geco Mark II Federleichte Actionkamera für den Brillenbügel

Neues Betriebssystem: Microsoft nennt viele neue Details zu Windows 10
Neues Betriebssystem
Microsoft nennt viele neue Details zu Windows 10
  1. Technical Preview mit Cortana Windows 10 Build 9926 steht zum Download bereit
  2. Microsoft Nicht alle Windows-Phone-Smartphones erhalten Windows 10
  3. Surface Hub Microsoft zeigt Konferenzsystem mit Digitizer und Windows 10

Spionage oder Imageaufwertung?: Deutsche Behörden nennen es Social Media Intelligence
Spionage oder Imageaufwertung?
Deutsche Behörden nennen es Social Media Intelligence
  1. Ausfall von Internetdiensten Lizard Squad will's gewesen sein, Facebook sagt nein
  2. Soziales Netzwerk Justizministerium kritisiert Facebooks neue AGB
  3. jobbörse.com Xing kauft Suchmaschine für 6,3 Millionen Euro

    •  / 
    Zum Artikel