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Etwas handwerkliches Geschick gehört beim Reparieren von Smartphones dazu.
Etwas handwerkliches Geschick gehört beim Reparieren von Smartphones dazu. (Bild: Nicolas Tucat/Getty Images)

Was du nicht reparieren kannst, gehört dir nicht

Günstige Ersatzteile gibt es nämlich. So sehr Hersteller wie Samsung oder Apple ihre technischen Errungenschaften auch anpreisen, im Kern enthalten die meisten Smartphones, Fernseher oder Spielkonsolen gewöhnliche Komponenten aus chinesischen Großproduktionen. Wer sucht, findet auf Marktplätzen wie eBay Einzelteile, die zwar nicht offiziell sind (weil etwa Apple keine Einzelteile verkauft), aber ebenso funktionsfähig und meistens deutlich günstiger ausfallen als die Kosten einer offiziellen Reparatur.

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Einige Hersteller wehren sich gegen diesen, wenn schon nicht schwarzen, dann zumindest grauen Markt. In den USA wurden in der Vergangenheit unabhängige Reparatur-Shops von den Behörden durchsucht, weil sie Apple-Ersatzteile verbauten, die mutmaßlich gegen das Marken- und Urheberrecht verstießen. Offiziell heißt es, diese Bauteile genügten nicht den Qualitätsansprüchen und nur ausgewählte Service-Provider dürften Apple-Produkte reparieren. Inoffiziell zeigt es, wie Hersteller versuchen, auch noch lange nach dem Kauf die Kontrolle über ihre Hardware zu wahren.

Sag es mit deiner Reparatur

Kyle Wiens, der Gründer von iFixit, kann das nicht verstehen. Ein Credo seiner Firma lautet "Was du nicht reparieren kannst, gehört dir nicht". Als selbsternannter Reparatur-Lobbyist kämpft er für das Recht, für viel Geld gekaufte Waren auseinanderzunehmen und bei Bedarf fixen zu können. In den USA gibt es Initiativen wie Digital Right to Repair und die Electronics Takeback Coalition, die sich auch auf legislativer Ebene dafür einsetzen, dass Unternehmen Reparaturanleitungen, Ersatzteile und Recycling von sich aus anbieten. In Großbritannien möchte das gemeinnützige Restart Project unsere Einstellung gegenüber Elektronik verändern und das Bewusstsein dafür schärfen, dass wir Geräte nicht bloß kaufen müssen, um sie eines Tages wieder wegzuwerfen. Bislang ist der Erfolg überschaubar, 2.869 Mitglieder hat das Projekt zurzeit - und das seit mittlerweile drei Jahren.

Für Motherboard-Autor Jason Koebler hängt das geringe Interesse in der Bevölkerung auch damit zusammen, dass viele Menschen nicht mehr wissen, dass sie Dinge selbst reparieren können. Durch die gezielte Verknappung der Ersatzteile vonseiten der Hersteller und den Mythos von der komplizierten Elektronik sei es praktisch zur Normalität geworden, dass Geräte früher oder später auf dem Müll landen oder eben durch neue Generationen ausgetauscht werden. Dabei sei selbst ein Smartphone keine "Black Box", sondern letztlich auch nichts anderes als ein paar Platinen mit Steckern und Schrauben.

Der modulare Ausweg

Das stimmt prinzipiell, aber gleichzeitig schwingt in diesen Worten stets auch die naive hemdsärmelige Einstellung mit, die man aus den Slogans von Baumarkt-Werbespots kennt: "Man hilft sich", "Und jetzt du", "Du kannst alles sein - nur nicht ungeschickt". Abgesehen davon, dass einige Geräte wie erwähnt ziemlich schwer zu öffnen sind, erfordert jede Reparatur nicht nur ein gewisses handwerkliches Geschick, sondern als Erstes die Kenntnis darüber, was eigentlich genau kaputt ist. Ein zersplittertes Display ist offensichtlich, aber was genau ist kaputt, wenn der Bildschirm eines Smartphones schwarz bleibt? Für manche Diagnosen helfen auch die besten Tutorials im Netz nichts. Zudem sollte sich jeder bewusst sein, dass durch das Öffnen eines Geräts im Regelfall die Garantie erlischt, falls man noch Anspruch haben sollte.

Im Idealfall kommen die DIY-Fans und die Elektronikhersteller eines Tages zusammen. Erste Konzepte und Produkte gibt es bereits, das Stichwort lautet Modularität. Im Smartphone-Bereich ist das Fairphone das zurzeit vielversprechendste Modell, die ersten 15.000 Modelle der zweiten Generation werden in diesen Tagen ausgeliefert. Das Smartphone besteht aus einzelnen Modulen, die Nutzer bei Verschleiß in wenigen Minuten austauschen können. Komponenten wie Display oder Akku lassen sich ohne Werkzeuge ersetzen. In der iFixit-Skala bedeutet das übrigens 10 von 10 Punkten. Mit echtem Basteln, Reparieren und Verstehen hat es aber nicht mehr viel zu tun.

 Elektronik: Klappe zu

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EvilSheep 11. Dez 2015

natürlich kosten gute ersatzteile. aber das was manche Hersteller, allen voran die gro...

Füchslein 08. Dez 2015

Vielen Dank für die Antworten. Das gibt's sogar in meiner Stadt sagt Gugel. Aber nach...

WonderGoal 08. Dez 2015

Was erwartest du? Unsere Elektronik-Spielsachen wird von Menschen montiert und...

WonderGoal 08. Dez 2015

Das ist ja zum Beispiel der Grund, warum selbst die Serviceprovider bei eingeschickten...

FreiGeistler 07. Dez 2015

Danke, werde ich mir mal anschauen. : ) Ich habe so ein Projekt in meiner Todo-Liste.



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