Elektromobilität: Südkoreanische Stadt elektrifiziert Nahverkehr
Elektrobus in Gumi: 5 bis 15 Prozent der Fahrstrecke elektrifiziert (Bild: Kaist)

Elektromobilität Südkoreanische Stadt elektrifiziert Nahverkehr

Oberleitungen für Busse sind lange passé. Eine Stadt in Südkorea setzt elektrische Busse ein und elektrifiziert dafür Straßen - mit Magnetspulen im Belag.

Anzeige

Mangelnde Reichweite und lange Akkuladezeiten gelten als wichtige Argumente gegen Elektroautos. Eine Lösung ist die Entwicklung von Akkus mit einer längeren Laufzeit. Eine andere, Bedingungen zu schaffen, die elektrisches Fahren ohne Akkuladen ermöglichen. Diesen Weg geht Gumi.

Die südkoreanische Stadt hat zwei elektrische Busse, die Online Electric Vehicles (Olev), in Dienst gestellt. Damit denen unterwegs nicht der Saft ausgeht, wurde die Straße mit einer Stromquelle ausgestattet: In den Belag wurden Stromkabel eingelassen, die den Bus mit elektrischer Energie versorgen.

Magnetische Resonanz

Der Strom wird drahtlos per magnetischer Resonanz (Shaped Magnetic Field in Resonance, SMFIR) übertragen. Dazu werden zwei Kupferspulen so eingestellt, dass sie auf der gleichen Frequenz schwingen. Der Sender wird an eine Stromquelle angeschlossen und erzeugt ein Magnetfeld. Dieses wiederum bringt die zweite Spule zum Schwingen. Auf diese Weise wird elektrische Energie vom Sender und Empfänger übertragen.

Die Effizienz der drahtlosen Stromübertragung liegt nach Angaben des Korea Advanced Institute of Science and Technology (Kaist) bei rund 85 Prozent. Zudem hat der Bus auch einen kleinen Akku an Bord. Es reicht deshalb aus, wenn 5 bis 15 Prozent der Fahrstrecke mit der Unterleitung ausgestattet sind. Das System wurde vom Kaist geplant.

Gefahrlos für Passanten

Für Passanten und andere Autos sei das Ganze unschädlich, versichert das Kaist: Das Magnetfeld sei so schwach, dass es keine Gefahr für Fußgänger darstelle. Die Fahrer anderer Autos müssen auch nicht um die Elektronik ihrer Fahrzeuge fürchten: Strom wird nur dort übertragen, wo sich der Bus gerade befindet. Fährt ein Auto über die Spulen, sind diese abgeschaltet.

Die beiden Busse werden auf der Strecke zwischen dem Bahnhof von Gumi und dem Bezirk In-Dong eingesetzt. Die Strecke hin und zurück ist 24 Kilometer lang. Sollte das Projekt erfolgreich sein, will die Stadt mehr anschaffen. 2015 könnten es zwölf E-Busse werden.

Neu ist die Idee mit der Elektrostraße nicht: 2012 legten Forscher der Stanford-Universität ein Konzept vor, das vorsieht, Resonanzspulen in Highways in den USA einzulassen. Nissan sowie BMW und Siemens haben ebenfalls Systeme für die drahtlose Stromübertragung an Elektroautos entwickelt. Diese nutzen aber magnetische Induktion.


Albert180 22. Aug 2013

Man kann sich auch eine Monatskarte für eine Strecke kaufen . Egal wie viele Verbünde...

Lemo 09. Aug 2013

Oberleitung =|= Spulen im Boden. Das ist dann doch einfach schöner fürs Stadtbild wenn...

sevk 08. Aug 2013

klingt interessant, aber wo in der Schweiz?

flexi27 08. Aug 2013

Nur rasch zum letzten Abschnitt. Die drahtlose Energieübertragung beruht in allen Fällen...

zwangsregistrie... 08. Aug 2013

Wenn die Spulen kaputt gehen, dann liegt es vermutlich daran, dass die Fahrbahn bereits...

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior Ingenieur (m/w) Software-Integration
    e.solutions GmbH, Ulm
  2. Senior Consultant (m/w) SAP SuccessFactors
    metafinanz Informationssysteme GmbH, München
  3. Softwarearchitekt (m/w) - Portale und Internetanwendungen
    Deutscher Genossenschafts-Verlag eG, Wiesbaden
  4. Mobile Developer - Andriod / iOS (m/w)
    PAYBACK GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Verbraucherzentrale

    Auf Schreiben wegen Rundfunkbeitrag reagieren

  2. Filmstreaming

    Erste Preise für Netflix Deutschland sichtbar

  3. Alone in the Dark

    Atari setzt auf doppelten Horror

  4. LMDE

    Linux Mint wechselt zu Debian Stable neben Ubuntu

  5. Preisvergleich

    Ergebnisse in Preissuchmaschinen nicht zuverlässig

  6. Akoya P2213T

    Medion stellt Windows-Convertible für 400 Euro vor

  7. Hacker

    Lizard Squad offenbar verhaftet

  8. Lennart Poettering

    Systemd und Btrfs statt Linux-Distributionen mit Paketen

  9. Dircrypt

    Ransomware liefert Schlüssel mit

  10. Wegen Computerabstürzen

    Nasa will Speicher eines Marsroboters neu formatieren



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Sofia: Der fliegende Blick durch den Staub
Sofia
Der fliegende Blick durch den Staub
  1. Bioelektronik Pilze sind die besten Zellschnittstellen
  2. Teilchenbeschleuniger China will Higgs-Fabrik bauen
  3. Wissenschaft Hören wie die Fliegen

Formel E: Motorsport zum Zuhören
Formel E
Motorsport zum Zuhören

Alienware Alpha ausprobiert: Fast lautlose Steam-Machine mit eigenem Windows-UI
Alienware Alpha ausprobiert
Fast lautlose Steam-Machine mit eigenem Windows-UI
  1. Deutschland E-Sport ist mehr als eine Randerscheinung
  2. Crytek Ryse für PC mit 4K-Videos belegt über 120 GByte
  3. Wirtschaftssimulation Golem Labs entwickelt die Gilde 3

    •  / 
    Zum Artikel