Abo
  • Services:
Anzeige
Elektromagnetische Entladung an einer Tesla-Spule (Symbolbild): zunehmende Gefährdung elektronischer Systeme
Elektromagnetische Entladung an einer Tesla-Spule (Symbolbild): zunehmende Gefährdung elektronischer Systeme (Bild: Antivolt/CC-BY-SA 3.0)

Elektromagnetik: Der Dietrich für den Dieb von heute

Elektromagnetische Strahlung kann Computer oder andere elektronische Geräte in Mitleidenschaft ziehen. Manche Straftäter nutzen diese deshalb für Angriffe gegen Sicherungssysteme oder Versorgungseinrichtungen.

Es gibt kaum noch einen Bereich unseres Lebens, den die Informationstechnologie nicht durchdrungen hat: Verkehrs- und Finanzwesen, die Versorgung mit Strom und Wasser, die Kommunikation. Das ist praktisch, weil viele Vorgänge computergestützt schneller, sicherer und effektiver ablaufen. Allerdings macht diese Abhängigkeit auch verletzbar. Durch Hackerangriffe etwa. Oder durch elektromagnetische Störungen.

Anzeige

Das können natürliche Phänomene sein, ein Blitz etwa: So mancher Computernutzer hat nach einem Gewitter frustriert festgestellt, dass sein Gerät oder einzelne Komponenten nicht mehr funktionierten. Auch eine Sonneneruption fällt darunter: Der darauf folgende Sonnensturm kann Satelliten oder auch die Stromversorgung auf der Erde in Mitleidenschaft ziehen.

Sie lassen sich aber auch von Menschenhand erzeugen.

Elektromagnetische Pulse nach Atombombenexplosion

Elektromagnetische Pulse (EMP) treten etwa in der Folge von Atombombenexplosionen auf: In den 1960er-Jahren wurden bei oberirdischen Tests durch die nuklearen elektromagnetischen Pulse (NEMP) elektrische Anlagen zerstört. 1962 legte der NEMP eines US-Atombombentests in 400 Kilometern Höhe über dem Pazifik noch auf dem 1.400 Kilometer entfernten Hawaii Straßenlaternen lahm.

Solche Pulse lassen sich aber auch in sehr viel kleinerem Maßstab erzeugen. Absichtliche elektromagnetische Störungen, kurz: IEMI (von: Intentional Electromagnetic Interference), werden sie genannt, und sie zielen meist darauf, elektronische Geräte oder Anlagen zu stören. Das können beispielsweise Systeme für die Sicherung oder Zugangskontrolle sein, aber auch wichtige Versorgungseinrichtungen, etwa Elektrizitätswerke, Netzbetreiber oder jede andere wichtige Einrichtung, die von Computern gesteuert wird.

IEMI in Hollywood

Das klingt nach Science-Fiction, und Hollywood hat auch Vorbilder geliefert: Im Film Ocean's Eleven etwa schalten die Räuber die Stromversorgung in Las Vegas und damit die Sicherheitssysteme des Casinos, das sie ausrauben wollen, mit einem Energiepuls aus. Die Männer um Danny Ocean, gespielt von George Clooney, nutzen einen Generator, der auf einen Anhänger montiert ist. Damit setzen sie die Stromversorgung in der Spielerstadt zumindest zeitweise außer Kraft. In der Matrix-Filmserie halten sich die menschlichen Rebellen feindliche Roboter mit EMPs vom Leib.

Die Bedrohung wird durchaus ernst genommen: HPEM-Quellen (von: High Power Electromagnetics, Hochleistungselektromagnetik) bedeuteten "eine zunehmende Gefährdung elektronischer Systeme u. a. ziviler Einrichtungen", warnte etwa die Bundesregierung 2006 im Dritten Gefahrenbericht der Schutzkommission beim Bundesminister des Innern (PDF, S. 30).

EU-Projekte zu IEMI

Die Europäische Union (EU) hat 2012 gleich drei Projekte eingerichtet, die sich mit dieser Thematik befassen: Protection Of Critical Infrastructure Against High Power Microwave Threats (Hipow), Strategies For The Improvement Of Critical Infrastructures Resilience To Electromagnetic Attacks (Structures) und Security Of Railways Against Electromagnetic Attacks (Secret). Ziel aller Projekte ist, die Risiken und Auswirkungen von EM-Attacken auf sogenannte kritische Infrastrukturen zu erforschen. Hipow und Structures beschäftigen sich allgemein mit Versorgungseinrichtungen, Secrets speziell mit dem Schienenverkehr.

Forscher am Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen (INT) in Euskirchen bei Köln arbeiten an der Erkennung: Sie haben Ende vergangenen Jahres einen Detektor vorgestellt, der die Quelle eines IEMI-Angriffs orten soll. Damit kann die Richtung, Frequenz, Stärke und Dauer der Strahlung erfasst werden.

Ist also ein breiter terroristischer Anschlag zu befürchten?

Alarmanlagen und Zugangssysteme lahmlegen 

eye home zur Startseite
__destruct() 03. Okt 2014

Ja, und das überall, also vor jedem Glaselement sichtbar. Das stelle ich mir ganz schön...

FreiGeistler 02. Okt 2014

Das ist ein Jammer! Der stört die Funkübertragung, dürfte zum überlasten aber zu schwach...

JAkob1234 01. Okt 2014

absolut.

unknown75 30. Sep 2014

... für alle die in der Bahn keine Lust haben der ungebildeten Bevölkerungsschicht beim...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Daimler AG, Stuttgart-Wangen
  2. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  3. SICK AG, Waldkirch bei Freiburg im Breisgau
  4. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-65%) 6,99€
  2. 69,99€ (Release 31.03.)
  3. 10,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Autonomes Fahren

    Laserscanner für den Massenmarkt kommen

  2. Demis Hassabis

    Dieser Mann will die ultimative KI entwickeln

  3. Apple

    MacOS 10.12.3 warnt vor hohem Display-Energiebedarf

  4. Hausautomatisierung

    Google Nest kommt in deutsche Wohnzimmer

  5. Android Nougat

    Nvidia bringt Experience Upgrade 5.0 für Shield TV

  6. Eugene Cernan

    Der letzte Mann auf dem Mond ist tot

  7. taz

    Strafbefehl in der Keylogger-Affäre

  8. Respawn Entertainment

    Live Fire soll in Titanfall 2 zünden

  9. Bootcode

    Freie Firmware für Raspberry Pi startet Linux-Kernel

  10. Brandgefahr

    Akku mit eingebautem Feuerlöscher



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
U Ultra und U Play im Hands on: HTCs intelligente Smartphones hören immer zu
U Ultra und U Play im Hands on
HTCs intelligente Smartphones hören immer zu
  1. VR-Headset HTC stellt Kopfhörerband und Tracker für Vive vor
  2. HTC 10 Evo im Kurztest HTCs eigenwillige Evolution
  3. Virtual Reality HTC stellt Drahtlos-Kit für Vive vor

Taps im Test: Aufsatz versagt bei den meisten Fingerabdrucksensoren
Taps im Test
Aufsatz versagt bei den meisten Fingerabdrucksensoren
  1. Glas Der Wunderwerkstoff
  2. Smartphone-Prognosen Das Scheitern der Marktforscher
  3. Studie Smartphones und Tablets können den Körper belasten

Wonder Workshop Dash im Test: Ein Roboter riskiert eine kesse Lippe
Wonder Workshop Dash im Test
Ein Roboter riskiert eine kesse Lippe
  1. Supermarkt-Automatisierung Einkaufskorb rechnet ab und packt ein
  2. Robot Operating System Was Bratwurst-Bot und autonome Autos gemeinsam haben
  3. Roboterarm Dobot M1 - der Industrieroboter für daheim

  1. Clickbait

    TrudleR | 10:03

  2. Re: Sicheres Handy und Android beißen sich

    DY | 10:02

  3. Re: Die Diskussionen sind doch müßig.

    david_rieger | 10:01

  4. Re: Warum will das jemand?

    daviedave | 10:00

  5. Re: crackberry.com

    Trollversteher | 10:00


  1. 10:00

  2. 09:38

  3. 08:40

  4. 08:20

  5. 08:02

  6. 07:41

  7. 18:02

  8. 17:38


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel