EGVP 2.8 Gekapseltes Java für Anwälte und Gerichte

Das Elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach (EGVP) arbeitet demnächst mit einer gekapselten Version von Java. Damit löst das Oberverwaltungsgericht Münster für Anwälte, Bundes- und Landesgerichte einige Probleme, denn bisher kümmerte sich das OVG nur unzureichend um die Sicherheit seiner Nutzer.

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Das vom Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG) in Münster angebotene Elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach (EGVP) stellt bald von der installierten Java-Laufzeitumgebung auf gekapseltes Java um. Die Software wird von zahlreichen Bundes- und Landesgerichten sowie Anwälten und Verwaltungsmitarbeitern genutzt und soll eigentlich "Sichere Kommunikation mit Gerichten und Behörden" bieten. Doch mit der aktuellen Version 2.7 muss der Anwender noch Java installieren und bei Sicherheitsproblemen in Java mit einem erhöhten Risiko durch das Browser-Plugin rechnen, das automatisch mitinstalliert wird und von der überwiegenden Anzahl der Webexploits verwendet wird.

EGVP sorgt vor allem dafür, dass Dokumente und Schriftsätze rechtswirksam übermittelt werden. Wichtige Fristen orientieren sich an dem Eingang eines Schriftstücks.

Mit der kommenden Version 2.8 fällt die Installation der Java-Laufzeitumgebung für Anwälte und Mitarbeiter von Gerichten ab März 2013 weg. Die Software verwendet zwar weiterhin die Java-Laufzeitumgebung, bringt aber selbst eine gekapselte Java-Version mit. Das heißt, wer auf die EGVP-Software angewiesen ist, installiert sich nicht automatisch das Java-Browser-Plugin. Zudem nutzt EGVP dann Java 7 statt Java 6. Das ist auch notwendig, da Oracle die Unterstützung in diesem Februar offiziell einstellt.

Die neue Version verwendet das gekapselte Java 1.7 Update 11. Das funktioniert technisch so, dass die herunterladbare EGVP-Software in das Programmunterverzeichnis des EGVP-Classic-Clients die Laufzeitumgebung installiert. Tatsächlich besteht der Installer von EGVP größtenteils aus der Java-Laufzeitumgebung. Der eigentliche Client wird erst nach dem Start von EGVP per Java heruntergeladen. Variablen der ini-Datei des Programms verweisen bei der Version 2.8 nicht mehr auf die globale Java-Installation, sondern auf die mitgelieferte Laufzeitumgebung im EGVP-Unterverzeichnis.

Für die Entwickler dürften sich ab März weitere Vorteile ergeben. Eventuell inkompatible Java-Versionen sollten kein Problem mehr darstellen, da sich der Entwickler auf die eine mitgelieferte Java-Version verlassen kann. Außerdem muss die Software nicht mit jedem Sicherheitsupdate von Java validiert werden. Das dürfte die Entwickler von Bremen Online Services aber nicht von der Notwendigkeit entbinden, Java aktuell zu halten. Im Gegenteil, sie müssen nun umso mehr darauf achten, da eine globale Updateroutine und der Anwender, der sie bedienen könnte, fehlen. Und genau bei der Aktualität haperte es bei allen Beteiligten und der für diesen Monat noch aktuellen Version 2.7 bisher.

Nicht nur, dass EGVP bis zum letzten Unterstützungsmonat auf Java 6 setzt. Anwälte, die Java so installieren, wie es die Webseite vorschlägt, setzen sich einem erhöhten Risiko durch Schadsoftware und das Browser-Plugin aus. Obendrein verwies das OVG Münster als Webseitenbetreiber kürzlich tagelang auf eine veraltete Java-Version.

Das OVG Münster bot veraltete Java-Version an 

raga 19. Feb 2013

Klar. Ich glaube aber, dass das Prob mit dem ausgegrauten Updater nicht an EGVP lag...

elgooG 14. Feb 2013

Das ist nur ein nervtötende Workaround um eine Fehlentwicklung einer Sprache zu...

Lord Gamma 14. Feb 2013

Alle möglichen Bibliotheken sind von außerhalb der Programme, die sie nutzen...

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