Edward Snowden: Wie Outlook.com, Skype, Skydrive für Prism geöffnet wurden
(Bild: Pawel Kopczynski/Reuters)

Edward Snowden Wie Outlook.com, Skype, Skydrive für Prism geöffnet wurden

Neue Snowden-Dateien beschreiben die Zusammenarbeit von NSA, FBI und Microsoft, um bestimmte Produkte für Prism zugänglich zu machen. Ziel war es, "Daten vor der Verschlüsselung einzusammeln."

Anzeige

Aus neuen Dateien von Edward Snowden geht hervor, wie eng Microsoft mit der NSA zusammengearbeitet hat, um Outlook.com, Skype und Skydrive für Prism zu öffnen. Das berichtet die britische Tageszeitung Guardian unter Berufung auf Dateien aus der NSA-Abteilung Special Source Operations (SSO).

So sei die NSA besorgt über die Verschlüsselung des Chats auf der Webmail-Plattform Outlook.com gewesen, die Microsoft seit Juli 2012 testete. Innerhalb von fünf Monaten, so die Dokumente, erarbeiteten Microsoft und das FBI eine Lösung, wie die NSA die Verschlüsselung im Chat auf Outlook.com umgehen konnte.

In einem Newsletter vom 26. Dezember 2012 wurde festgestellt, dass "MS mit dem FBI zusammenarbeitet, um eine Überwachungsmöglichkeit zu schaffen", die das Problem löst. "Diese Lösungen wurden erfolgreich getestet und gingen am 12. Dezember 2012 live." Zwei Monate später, im Februar 2013, wurde Outlook.com offiziell freigegeben.

Ein anderer NSA-Newsletter beschreibt, dass die NSA bei der "Prism-Sammlung in Hotmail-, Live- und Outlook.com-E-Mails" die "Daten vor der Verschlüsselung einsammelt."

Angaben vom 8. April 2013 besagen, dass Microsoft für Monate mit dem FBI daran arbeitete, seinen Cloud-Service Skydrive für Prism zugänglich zu machen.

Der Prism-Zugang zum Skype-Video-Chat wurde am 14. Juli 2012 ermöglicht. Zuvor konnte die NSA nur den Ton mitschneiden, danach "bekam sie ein komplettes Bild". Skype trat bereits im Februar 2011 Prism bei, acht Monate vor der Übernahme durch Microsoft, dies wurde seit November 2010 vorbereitet. "Die gesammelten Skype-Anrufe waren sehr klar und die Metadaten sahen komplett aus", lautete das Fazit der Geheimdienstler.

Microsoft und die NSA erklärten dem Guardian, nur rechtsstaatliche Überwachungsaufträge erfüllt zu haben. Microsoft habe alle Anfragen genau überprüft und keine Blankozugriffe zugelassen, wie in der Presse behauptet wurde.

Doch der Umfang von Prism ist stark umstritten: So ermöglichte Evil Olive, den Datenverkehr zwischen einem ausländischen Gerät und einem in den USA zu überwachen. Die NSA nennt es die "One-End Foreign (1EF) Solution". "Die 1EF-Lösung erlaubt es, mehr als 75 Prozent des gesamten Datenverkehrs durch unseren Filter zu schleusen", hieß es in einem Dokument, über das der Guardian bereits berichtete.

US-Präsident Barack Obama hatte das gerichtliche Genehmigungsverfahren zur Abhörung als "transparent" beschrieben. Um dies sicherzustellen, sei das sogenannte Fisa-Gericht eingesetzt worden. Dieses Gericht, das Überwachungen nach dem Foreign Intelligence Surveillance Act (Fisa) kontrolliert, tagt jedoch geheim und veröffentlicht seine Entscheidungen nicht.


igor37 13. Sep 2013

Maschinelle Filterung geht sicher, aber nur mit einer gewissen Genauigkeit. Außerdem...

WolfgangS 21. Aug 2013

so vieles ist möglich. Firefox telefoniert auch selbstständig und ist wohl verbreiteter...

Jordanland 16. Aug 2013

Warum du nun ausschliesslich MS und Nokia *oder anders Finnischer Phonehersteller* in den...

Jordanland 16. Aug 2013

Ich denke dem ist nicht so. Hast du schon einmal eine drohne aus nächster nähe...

Atalanttore 16. Aug 2013

Mein altehrwürdiges Symbian Handy ohne angekoppelten App Store und natürlich auch ohne...

Kommentieren



Anzeige

  1. Produktmanager Software (m/w)
    ASYS Automatisierungssysteme GmbH, Dornstadt bei Ulm
  2. IT Prozess- und Projektmanager/in
    Robert Bosch GmbH, Willershausen
  3. Project Manager als Rollout-Koordinator (m/w)
    Daimler AG, Stuttgart
  4. Software Ingenieur (m/w) für mobile Systeme
    Stadtwerke München GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Telecom Billing

    Bundesnetzagentur schaltet eine SMS-Abzocke ab

  2. 3D-Druck

    Mikroskop fürs Smartphone zum Selbstdrucken

  3. Onlinebestellung

    Media Markt eröffnet ersten Drive-in

  4. Clang

    Kickstarter-Spiel von Neal Stephenson gescheitert

  5. Microsoft Office

    Nächstes Office wieder mit interaktivem Assistenten

  6. Shinra

    Square Enix will Spiele streamen

  7. Leicht zu reparieren

    iFixit zerlegt das iPhone 6 Plus und ist angetan

  8. Bleep und Ricochet

    Chatten ohne Metadaten

  9. Potenzielles Sicherheitsproblem

    iOS-8-Tastaturen wollen mithören

  10. Concur

    SAP zahlt 6,5 Milliarden Euro für Zukauf



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Doppelmayr-Seilbahn: Boliviens U-Bahn der Lüfte
Doppelmayr-Seilbahn
Boliviens U-Bahn der Lüfte

Intel Core i7-5960X im Test: Die PC-Revolution beginnt mit Octacore und DDR4
Intel Core i7-5960X im Test
Die PC-Revolution beginnt mit Octacore und DDR4
  1. Rory Read AMDs neue x86-Architektur Zen kommt 2015
  2. Intels Desktop-Chefin im Interview "Wir hatten unsere loyalsten Kunden frustriert"
  3. Intel Core i7-5960X X99-Mainboards angebrannt

Galaxy Note Edge im Hands On: Das erste Smartphone mit sinnvoll gebogenem Display
Galaxy Note Edge im Hands On
Das erste Smartphone mit sinnvoll gebogenem Display
  1. Phicomm Passion im Hands On Anständiges Full-HD-Smartphone mit 64-Bit-Prozessor
  2. Interview mit John Carmack "Gear VR ist das Tollste, was ich in 20 Jahren gemacht habe"
  3. Nokia Lumia 735 Das OLED-Weitwinkel-Selfie-Phone

    •  / 
    Zum Artikel