Ed Fries Der Erfinder der Xbox im Interview

Er trieb die Markteinführung der Xbox voran, jetzt unterstützt er die Macher der Android-Konsole Ouya und hat im Alleingang ein ganzes (kleines) Halo programmiert: Im Interview mit Golem.de spricht Ed Fries über Konsolen und 10-Millionen-Dollar-Spiele.

Anzeige

Auf der Quo Vadis 2013 in Berlin hat Ed Fries mit Bildern aus der Vergangenheit über die Zukunft gesprochen. Der ehemalige Manager von Microsoft sammelt nämlich Postkarten von der vorletzten Jahrhundertwende, auf denen zu sehen ist, was die Menschen damals von den kommenden Jahren erwartet haben: Fliegende Autos sind darauf zu sehen oder Gedankenlesemaschinen. Woran im Jahr 1900 natürlich niemand gedacht hat, sind Konsolen und das Internet.

Ed Fries beschäftigt sich hauptberuflich mit der Zukunft. Bis 2004 hat er bei Microsoft gearbeitet, zuletzt als Chef der Entertainmentsparte, wo er die Entwicklung der Xbox angeschoben und Studios wie Bungie, Ensemble und Rare übernommen hat. Seitdem arbeitet Fries als selbstständiger Berater, unter anderem derzeit für die Android-Konsole Ouya. Wenn sich Fries in seiner Freizeit nicht mit Postkarten beschäftigt, programmiert er auch mal eine eigene Version von Halo für den Konsolenklassiker Atari 2600 - eine Herausforderung, schließlich verfügt das Gerät über gerade mal 128 Byte RAM und 4 KByte an ROM.

In seinem Vortrag auf der Entwicklerkonferenz Quo Vadis hat Ed Fries vor allem davon gesprochen, wie sich die Games in den kommenden Jahren weiterentwickeln werden. Er hält viel von Tablets und anderen Touchscreen-Geräten, glaubt aber, dass die Spielentwickler erst noch lernen müssen, Titel zu produzieren, die wirklich sinnvoll mit der ganz speziellen Steuerung umgehen. "Wir in der Spieleindustrie machen viele Dinge auf eine bestimmte Art, weil es schon immer so gemacht wurde", sagte Fries im Gespräch mit Golem.de. Es sei Apple gewesen, das - eigentlich eher zufällig - in die Spielebranche eingebrochen sei und viele Regeln geändert habe, aber es gebe noch immer viel zu tun.

Playstation 4 und PC-Technologie

Fries findet es gut, dass sich die Playstation 4 technisch stark an PCs orientiert. Er selbst wollte damals die erste Xbox viel später an Windows-Rechnern ausrichten. Als sich das Unternehmen dann doch entschieden hatte, die Konsole nicht mit Windows als Betriebssystem auszuliefern, "war Bill nicht erfreut", sagt er und meint den damaligen Firmenchef Bill Gates. "Es ist eine Ironie der Geschichte, dass sich Sony nun so stark an PCs orientiert", so Fries.

Von Kickstarter hält Ed Fries viel. Es sei derzeit sehr schwierig für Entwickler, mittelgroße Spiele durch Publisher finanziert zu bekommen. 1 Million US-Dollar oder 100 Millionen US-Dollar für ein überzeugendes Projekt zu erhalten, sei vergleichsweise einfach, aber für die Lücke bei rund 10 Millionen US-Dollar sei Crowdfunding ein sinnvoller Weg. Kickstarter war vor rund 100 Jahren übrigens auch auf keiner einzigen Postkarte zu sehen.


Farshaw 30. Apr 2013

Ich glaube, die gabs noch nie als Stream. Allerdings hast du bei Ed Fries kaum etwas...

zilti 29. Apr 2013

Microsoft war immerhin bei der Dreamcast mit dabei, und dass sie sich dort sehr...

Kommentieren



Anzeige

  1. Akademischer Mitarbeiter (m/w)
    Hochschule Furtwangen, Furtwangen
  2. Bauingenieur / Bauingenieurin - Baubetrieb
    Ed. Züblin AG, Stuttgart
  3. Teamleiter (m/w) Software-Qualitätsdatenanaly- se
    Synatec GmbH, Stuttgart oder Dingolfing
  4. Trainee für den Bereich IT / Business Processes (m/w)
    DMG MORI SEIKI Services GmbH, Bielefeld

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. IBM Power8

    Mit 96 Threads pro Sockel gegen Intels Übermacht

  2. Printoo

    Arduino kannste jetzt knicken

  3. Cloud-Dienste

    Streem verspricht unbegrenzten Speicherplatz

  4. Streaming

    HBO-Serien für US-Kunden von Amazon Prime

  5. Theo de Raadt

    OpenSSL ist nicht reparierbar

  6. Xplore XC6 DMSR

    Blendend hell und hart im Nehmen

  7. Programmiersprache

    Go 1.3 kommt für Solaris, Plan 9 und NaCL

  8. Arin

    IPv4-Adressen in Nordamerika nähern sich dem Ende

  9. Flappy 48

    Zahlen statt Vögel

  10. Port 32764

    Netgear will angebliche Router-Lücke schließen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Radeon R9 295X2 im Test: AMDs Wassermonster für 1.000-Watt-Netzteile
Radeon R9 295X2 im Test
AMDs Wassermonster für 1.000-Watt-Netzteile

Hybridkühlung, 50 Ampere auf der 12-Volt-Schiene - AMDs neue Dual-GPU-Grafikkarte ist ein kompromissloses Monster. In gut ausgestatteten High-End-PCs läuft sie dennoch problemlos und recht leise, und das so schnell, dass auch 4K-Auflösung mit allen Details spielbar wird.

  1. Grafikkarte Radeon R9 295X2 für 1.500 Euro verfügbar
  2. Grafiktreiber von AMD Catalyst 14.4 nicht nur für 295X2 öffentlich verfügbar
  3. Nvidia Maxwell Geforce GTX 750 und GTX 750 Ti im Februar

Windows 8.1 Update 1 im Test: Ein lohnenswertes Miniupdate
Windows 8.1 Update 1 im Test
Ein lohnenswertes Miniupdate

Microsoft geht wieder einen Schritt zurück in die Zukunft. Mit dem Update 1 baut der Konzern erneut Funktionen ein, die vor allem für Mausschubser gedacht sind. Wir haben uns das Miniupdate für Windows 8.1 pünktlich zur Veröffentlichung angesehen.

  1. Microsoft Installationsprobleme beim Windows 8.1 Update 1
  2. Windows 8.1 Update 1 Wieder mehr minimieren und schließen
  3. Microsoft Windows 8.1 Update 1 vorab verfügbar

Digitalkamera: Panono macht Panoramen im Flug
Digitalkamera
Panono macht Panoramen im Flug

Wenn Jonas Pfeil ein Panorama aufnimmt, stellt er nicht Kamera, Stativ und Panoramakopf auf, sondern wirft einen Ball in die Höhe. Um das Panorama anschließend zu betrachten, hantiert er mit einem Tablet. Der Berliner hat Golem.de seine Entwicklung erklärt.

  1. Lytro Illum Neue Lichtfeldkamera für Profis
  2. Nachfolger von Google Glass Google patentiert Kontaktlinsen mit Kameras
  3. Pentax 645Z Mittelformatkamera mit 51 Megapixeln und ISO 204.800

    •  / 
    Zum Artikel