Echolokation Raumvermessung mit intelligentem Algorithmus

Schweizer Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, mit wenigen Mikrofonen komplexe Räume zu vermessen, ohne wie bisher dabei streng auf die Anordnung der Mikros achten zu müssen. Die Technik könnte in Zukunft in vielen Bereichen angewandt werden, auch auf Smartphones.

Anzeige

Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (École Polytechnique Fédéral de Lausanne, EPFL) unter der Leitung von Martin Vetterli haben eine Möglichkeit entwickelt, komplexe Räume mit wenigen Mikrofonen und einem neuen Algorithmus auszumessen. Dabei messen im Raum verteilte Mikrofone ein von den Wänden zurückgeworfenes akustisches Signal, um ein Bild des Raumes zu erstellen. Die Forscher haben auf diese Weise bereits ein Teilabbild der Kathedrale von Lausanne erstellt.

Wenige Mikrofone reichen aus

Ein Unterschied zu bisherigen Messansätzen mit Mikrofonen besteht in der geringeren Komplexität der Methode: Mit weniger Mikrofonen als bisher sollen dennoch gute Messergebnisse erzielt werden. Um die aus der geringeren Anzahl der Mikrofone resultierende fehlende Genauigkeit auszugleichen, haben die Forscher einen intelligenten Algorithmus entwickelt.

Dieser berechnet zum einen die Distanz zwischen den Messmikrofonen sowie den Wänden und der Quelle, zum anderen wird der Abstand zwischen den aufgestellten Mikrofonen ermittelt. Der Algorithmus erkennt schließlich, ob ein Signal zum ersten oder zweiten Mal von einer Wand oder einem Objekt zurückgeworfen wird. Auf diese Weise soll die neue Methode auch bei willkürlich aufgestellten Mikrofonen gute Ergebnisse liefern.

Kirchen, Räume, Tatorte

Die neue Messmethode wurde zunächst in einem leeren Vorlesungssaal der Hochschule getestet, der keine komplexen Strukturen aufwies. Mit einer beweglichen Wand konnten die Wissenschaftler die Raumgröße variieren und zeigen, dass ihr neuer Messansatz funktioniert. In einem Teil der Kathedrale von Lausanne wurde die neue Methode schließlich an deutlich komplexeren Strukturen getestet, was laut den Wissenschaftlern gute Teilresultate ergab.

Laut dem Forscherteam könnten Architekten beispielsweise mit der neuen Methode Räume einfacher nach speziellen akustischen Gesichtspunkten gestalten. Auch die forensische Wissenschaft könnte von der unkomplizierten Messmethode profitieren: Mit geringer Ausstattung könnten beispielsweise Tatorte vermessen werden. Auch auf mobilen Geräten wie Smartphones könnte die Technik angewandt werden, um beispielsweise die Navigation innerhalb von Gebäuden zu verbessern.


xUser2 19. Jun 2013

Du ignoriest dabei a) die Natür kennt nur Try&Error b) wir schauen uns natürlich...

Kommentieren



Anzeige

  1. Business Intelligence Analyst Logistik (m/w)
    Home Shopping Europe GmbH, Ismaning (Raum München)
  2. Business Intelligence Experte (m/w)
    Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH, Berlin
  3. SAP-Prozessexperte für Master Data, EHS & Label Management (m/w)
    BASF Coatings GmbH, Münster
  4. Ingenieur (m/w) Materialflusssimulation / Intralogistiksysteme
    BEUMER Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, Beckum (Raum Münster, Dortmund, Bielefeld)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. "Leicht zu verdauen"

    SAP bietet Ratenkauf und kündigt vereinfachte GUI an

  2. Test The Elder Scrolls Online

    Skyrim meets Standard-MMORPG

  3. AMD-Vize Lisa Su

    Geringe Chancen für 20-Nanometer-GPUs von AMD für 2014

  4. Bärbel Höhn

    Smartphone-Hersteller zu Diebstahl-Sperre zwingen

  5. Taxi-App

    Uber will trotz Verbot in weitere deutsche Städte

  6. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  7. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  8. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin

  9. CSA-Verträge

    Microsoft senkt Preise für Support von Windows XP

  10. Test Wyse Cloud Connect

    Dells mobiles Büro



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
IMHO - Heartbleed und die Folgen: TLS entrümpeln
IMHO - Heartbleed und die Folgen
TLS entrümpeln

Die Spezifikation der TLS-Verschlüsselung ist ein Gemischtwarenladen aus exotischen Algorithmen und nie benötigten Erweiterungen. Es ist Zeit für eine große Entrümpelungsaktion.

  1. Revocation Zurückziehen von Zertifikaten bringt wenig
  2. TLS-Bibliotheken Fehler finden mit fehlerhaften Zertifikaten
  3. Verschlüsselung E-Mail nur noch mit TLS

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Test LG L40: Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter
Test LG L40
Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter

Mit dem L40 präsentiert LG eines der ersten Smartphones mit der aktuellen Android-Version 4.4.2, das unter 100 Euro kostet. Dank der Optimierungen von Kitkat überrascht die Leistung des kleinen Gerätes - und es dürfte nicht nur für Einsteiger interessant sein.

  1. LG G3 5,5-Zoll-Smartphone mit 1440p-Display und Kitkat
  2. LG L35 Smartphone mit Android 4.4 für 80 Euro
  3. Programmierbare LED-Lampe LG kündigt Alternative zur Philips Hue an

    •  / 
    Zum Artikel