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75 Jahre alt ist das Elektrobussystem in Eberswalde.
75 Jahre alt ist das Elektrobussystem in Eberswalde. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

E-Busse im Überblick: Effiziente Induktion, Wasserstoff für Akkus und Schwungräder

75 Jahre alt ist das Elektrobussystem in Eberswalde.
75 Jahre alt ist das Elektrobussystem in Eberswalde. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

San Francisco, Zürich, London, Wien: Während die deutsche Hauptstadt gerade mit Induktionsbussen startet, fahren E-Busse woanders schon lange - und nutzen ganz unterschiedliche Techniken. Hamburg hat eine besonders interessante E-Bus-Treibstoff-Kombination.

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Berlin startet demnächst den ersten Regelbetrieb mit Induktionsbussen, doch E-Busse an sich sind nichts Neues: In vielen Städten fahren sie seit Jahrzehnten. Allerdings nutzen sie andere Ladesysteme und Energiespeicher, viele sind Hybride. Auch unsere Leser haben uns auf einige interessante Systeme hingewiesen. Ein Überblick.

Bisherige E-Bussysteme nutzen die Oberleitung für den Betrieb. Das ist teilweise historisch bedingt; die Akkutechnik war im vergangenen Jahrhundert eben nicht das, was sie derzeit ist. Ein Konzept für die Energiespeicherung mit einem Schwungrad konnte sich nicht durchsetzen. Es wurde zwar in Form eines Gyrobusses umgesetzt, wie uns der Forumsteilnehmer Mingfu geschrieben hat, doch eine weite Verbreitung fand das System im Busverkehr nicht. Schwungradspeicher unterliegen trotzdem keinem Denkverbot: Die Technik hat so viel Potenzial, dass sie sogar im Hybrid-Motorsport getestet wird, allerdings mit einem neuen Konzept: Wer sich dafür interessiert, findet in unserem Artikel "Wer bremst, gewinnt (Energie)" Beispiele.

Deutschland wollte die E-Mobilität auf den Straßen loswerden

Da die Energiespeicherung schwierig war, mussten leichte E-Busse also direkt mit Energie versorgt werden, und das geschah in der Regel per Oberleitung. Die Busse werden Obus (kurz für Oberleitungsbus) oder Trolleybus genannt. In Deutschland gibt es nur noch wenige solcher Betriebe, Ost- wie Westdeutschland haben das System massiv abgebaut. In Westdeutschland wurden zudem zahlreiche Straßenbahnbetriebe stillgelegt. Statt E-Mobilität sollte der motorisierte Individualverkehr gefördert werden und U-Bahn-Systeme den ÖPNV-Verkehr regeln. In Berlin war der ÖPNV vor der Wende sogar ein Politikum: Mit der kommunistischen S-Bahn fuhr man nicht! Derartiges Schubladendenken ist glücklicherweise Vergangenheit.

  • Nicht weit von Berlin wird in Eberswalde eines der letzten deutschen Oberleitungsbussysteme betrieben. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Zwei Stromabnehmer versorgen eines der ältesten E-Bus-Systeme. Zusätzlich gibt es einen Dieselgenerator und einen Kondensator (Supercap, fürs Bremsen) an Bord. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Dank der flexiblen Stromabnehmer kann auch mal einem Falschparker ausgewichen werden. Hier gut zu sehen: Der Bus fährt nicht direkt unter dem Fahrdraht. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die 37 km lange Obus-Strecke wird selbst am Wochenende gut genutzt. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Hier fährt der Oberleitungsbus mal ausnahmsweise ohne Stromabnahme. Dank eines Dieselgenerators reicht eine Tankfüllung für 200 Kilometer. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • In der Innenstadt sind die beiden Buslinien... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ...im Berufsverkehr mitunter im kombinierten 6-Minuten-Takt unterwegs. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
Nicht weit von Berlin wird in Eberswalde eines der letzten deutschen Oberleitungsbussysteme betrieben. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)

Oberleitungsbusse sind weltweit in vielen Städten noch Bestandteil des Verkehrskonzepts und werden es auch bleiben, denn die Technik hat sich bewährt. Da eine detaillierte Betrachtung den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, empfehlen wir, etwas Zeit einzuplanen und den sehr ausführlichen Obus-Wikipedia-Eintrag zu lesen. Ein paar Beispiele nennen wir aber - wir sind auch schon selbst mit diesen Bussen gefahren.

Sprinter in San Francisco, Doppelgelenkbusse in Zürich

Was Oberleitungsbusse leisten können, weiß jeder, der einmal in San Francisco war. Nördlich des Silicon Valley betreibt Muni (San Francisco Municipal Transportation Agency) ein recht großes Netz dieser Busse, die sehr sprintstark sind. Dort heißt es "Please hold on" - bitte festhalten, und das ist unserer Erfahrung nach ernst gemeint. Auch ein Berg macht den Bussen nichts aus. Beim Herunterrollen wird ordentlich Bremsenergie ins System zurückgespeist.

Da ist das 75 Jahre alte System in Eberswalde nahe Berlin gemächlicher. Die Busse dort fahren bedächtig, leise und ruckfrei an. Für eine Stadt mit nur rund 40.000 Einwohnern ist zudem erstaunlich, wie sehr das System Kunden anzieht. Auf der Stammstrecke fahren zwei Buslinien mit guter Auslastung selbst am Wochenende in einem kombinierten 15-Minuten-Takt, im Berufsverkehr sogar im 6-Minuten-Takt. Trotzdem sind es nur zwei Buslinien, die Eberswalde elektrisch betreibt.

Wer E-Busse in großer Anzahl aus der Nähe sehen möchte, findet ein schönes E-Bus-System in Zürich. Dort fahren sogar Doppelgelenkbusse als Oberleitungsbusse sind. Allerdings hatte Zürich schon einige Probleme mit den 25 Meter langen Fahrzeugen.

Und es gibt noch einen längeren E-Bus: Das deutsche Fahrzeug mit dem Namen Autotram (PDF-Datenblatt) ist sogar 30 Meter lang und hat zusätzlich zum Dieselmotor einen Dieselgenerator an Bord. Er ist also ein Hybrid, fährt aber nicht mit einer Oberleitung. Was ihn außerdem noch besonders macht, ist ein Kondensator (Supercap), der zusätzlich zum 35-KWh-Akku fast eine Kilowattstunde Kapazität schnell abrufbar bietet.

Ein E-Bus kann auch mit Treibstoff betrieben werden 

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HubertHans 01. Sep 2015

Die Busse haben eine Luftfederung, die genau das tut.

RvdtG 16. Jul 2015

https://www.youtube.com/watch?v=FcPtrIE_7-I Der zweite Pol ist auch Überkopf als Draht...

casaper 14. Jul 2015

Ich würd mal sagen wenn das Fahrgestell und die Fahrgäste des induktions geladenen Bus...

McCoother 13. Jul 2015

Ja aber was kostet so ein Akku denn? Da ist ein zusätzliche E-Motor und der Verbrenner...

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