E-Books Autoren lassen Leser über Buchpreise bestimmen

Humble Bundle und Storybundle verkaufen kopierschutzfreie E-Books im Bündel. Jeder Käufer bestimmt selbst, wie viel er ausgeben will - und wer davon profitieren soll.

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Nach Indie-Games und Musik verkauft Humble Bundle nun auch ein Paket von Science-Fiction-Büchern zum Wunschpreis. Die Einnahmen werden aufgeteilt zwischen den Autoren, den Betreibern und gemeinnützigen Organisationen. Die genaue Aufteilung bestimmt der Käufer. Wer mehr Geld bezahlt als der Durchschnitt, bekommt zwei Bücher obendrauf.

Der bekannte Blogger und Autor Cory Doctorow hatte das Humble E-Book Bundle bereits im Sommer angekündigt. Er selbst hat die Sammlung nicht nur kuratiert, sondern ist auch einer der Autoren, die ihre Bücher zur Verfügung stellen - mit seinem erst vor einer Woche bei Tor Books veröffentlichten Werk Pirate Cinema. Darin geht es um einen Jugendlichen, der Opfer eines Systems wird, in dem Urheberrechte durch drakonische Strafen geschützt werden sollen.

Doctorows Buch dürfte das Interesse am Kauf des Bündels stark steigern. Die Namen der anderen Autoren - Lauren Beukes, Paolo Bacigalupi, Mercedes Lackey und Kelly Link - sind zwar in der Sci-Fi- und Fantasy-Szene recht bekannt, darüber hinaus aber noch nicht. Im Bündel bekommen sie mehr Aufmerksamkeit als alleine, zumal die Aktion auf zwei Wochen befristet ist und nun massiv im Netz beworben und verbreitet wird.

Wer für das Paket mehr zahlt als den jeweils aktuellen Durchschnittspreis (derzeit rund zwölf US-Dollar), bekommt zusätzlich noch die Graphic Novel Signal To Noise von Neil Gaiman und Dave McKean sowie das Buch Old Man's War von John Scalzi. Alle Bücher werden ohne Kopierschutz und in verschiedenen Formaten angeboten. Lesbar sind sie auf vielen E-Book-Readern sowie auf Smartphones, dem iPad oder am PC.

Es ist zum Beispiel möglich, sie sich direkt auf den Kindle von Amazon schicken zu lassen. Dazu sind zwar einige Einstellungen im Kindle-Konto nötig, aber das Ganze dauert nur wenige Augenblicke. Um die Bücher auf einem Android-Smartphone zu lesen, braucht der Käufer eine Lese-App wie die Kindle-App oder die von Kobo. Für ein iOS-Gerät wird die iBooks-App benötigt, die Bücher können dann über einen Link von Humble Bundle heruntergeladen werden.

Einige Einschränkungen gibt es allerdings: Die Bücher sind allesamt nur in englischer Sprache erhältlich, die Graphic Novel ist für das iPad optimiert - für andere Lesegeräte gibt es nur eine PDF-Datei. Bezahlt werden kann nur per Paypal, über ein Amazon-Konto oder mit Google Wallet.

Schieberegler zum Verteilen des Kaufpreises

In den ersten zehn Stunden hat Humble Bundle bereits mehr als 27.000 Bündel verkauft und dabei rund 325.000 US-Dollar eingenommen. Wer nur einen Dollar für das Paket aus sechs Büchern ausgeben will, kann das tun. Allerdings hat auch schon jemand 1.000 Dollar bezahlt.

Dabei bestimmt jeder Käufer über einen Schieberegler, wie viel von seinem Geld an die Autoren geht, an Humble Bundle selbst - oder an die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) und an Child's Play, eine Organisation, die Computerspiele für Kinder in Krankenhäusern besorgt.

Das Geschäftsmodell ist für die Autoren ein Experiment mit beschränktem Risiko. Ihre Bücher sind bereits in Verlagen erschienen, Einnahmen aus dem Humble Bundle sind also ein Bonus. Dabei sehen die Autoren vor allem, wie viel Geld ihre Leser freiwillig für ihre Werke ausgeben und wie wichtig ihnen kopierschutzfreie E-Books sind.

Der Versuch von Humble Bundle, auf diesem Wege E-Books zu verkaufen, ist allerdings nicht der erste. Bereits im August hat Storybundle ein Paket von Science-Fiction-E-Books verkauft, nach demselben Prinzip des "Bezahl, was du für richtig hältst". Allerdings waren die Autoren weniger bekannt. Derzeit läuft bei Storybundle eine Aktion mit Krimis und Thrillern.


caldeum 21. Mai 2013

Digitale Medien altern genauso wie die herkömmlichen. Es ist technisch auch kein...

mars96 11. Okt 2012

Das sehe ich ähnlich, die Verlage aber nicht. ;) Der Aufwand aus der Druckvorlage ein...

Anonymer Nutzer 11. Okt 2012

ja ... die idee ist gut ... und bzgl. musik ja nichts neues ... nur schade wenn es nur...

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