"Dumme, dumme Xbox" Xbox-1-Entwickler enttäuscht von der Xbox 360

Nat Brown half dabei, die erste Xbox zu entwickeln. In seinem privaten Blogeintrag "Dumb, dumb Xbox" regt er sich darüber auf, wie uninspiriert und unreflektiert die Plattform weiterentwickelt wurde.

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Nat Brown ist wütend, das merkt man seinem Blogeintrag an. Unter dem Titel "Dumb, dumb Xbox" - in Anspielung auf die dummen Rattenkreaturen in den charmanten Bone-Comics - greift der ehemalige Xbox-1-Entwickler nicht nur seinen Exarbeitgeber Microsoft, sondern auch Nintendo und Sony an.

Zwar habe es die Xbox 360 aber im Vergleich mit der Konkurrenz weit gebracht, schreibt Brown. "Und doch war es schmerzhaft, die vergangenen fünf Jahre und insbesondere das letzte Jahr mitzuerleben". Von dem ursprünglichen Schwung der Xbox 360 sei nichts mehr vorhanden, sie rolle nur noch aus. Zudem habe Microsoft es versäumt, Innovationen wie Kinect auszunutzen, und habe kein Verständnis des langfristigen Kampfes um das Wohnzimmer.

Vor allem wirft Brown Microsoft vor, sich mit seinem Erfolg gebrüstet zu haben, obwohl der mit Strategie oder Verkaufszahlen nichts zu tun hatte, sondern nur auf das Straucheln der Konkurrenten zurückzuführen gewesen sei. Brown dazu: "Ja, Sony, Nintendo - ihr seid, wie ich fürchte, stolpernde Versager".

Zwei große Probleme

Brown attestiert Microsofts Xbox 360 zwei Hauptprobleme, die ihn an der Plattform zweifeln lassen. Als Erstes nennt er das Fehlen eines funktionierenden und wachsenden Plattform-Ökosystems zum Download-Spielevertrieb für kleine Entwickler. Anders als etwa bei mobilen Plattformen könnten die unabhängigen Entwickler nicht einfach und ohne viel Kosten loslegen.

"Warum kann ich nicht morgen ein Spiel für die Xbox entwickeln, mit Tools im Wert von 100 Dollar, mit meinem existierenden Windows-Laptop und meiner heimischen Xbox oder bei meinen Freunden zu Hause?", fragt Brown. "Warum kann ich es dann nicht digital in einem netten Onlineshop vertreiben, 30 Prozent Anteil abgeben und plötzlich reich werden, wenn es ein großartiges Spiel ist, so wie ich es bei Android, iPhone und iPad kann?"

Stattdessen müssten selbst kleine Entwicklerstudios 10.000 US-Dollar pro Jahr für ein Mitgliedschaftsprogramm ausgeben, viele Formulare ausfüllen, sich durch das XBLA-Wirrwarr arbeiten und Microsoft auch noch ein Vetorecht bezüglich der Veröffentlichung der Spiele zugestehen, bemängelt Brown. Schließlich ende man im XBLIG (Xbox Live Indie Games), einem abgetrennten, schwer zu findenden Shop mit einigen tausend unterentwickelten Spielen, bei denen Microsoft zwar seine Vetomöglichkeit nicht genutzt habe, aber nichts dafür tue, die Spiele zu bewerben.

Das Resultat sei, dass Indie-Developer mit der Xbox 360 kein Geld verdienen könnten, obwohl es eine installierte Basis von 76 Millionen Geräten gebe. Brown: "Microsoft, ihr seid idiotisch, weil ihr nicht nur Indie-Spieleentwickler, sondern auch eine Generation loyaler Kinder und Teens dazu getrieben habt, Spiele für die mobilen Geräte anderer Leute zu entwickeln."

Das zweite große Problem sieht Brown darin, dass das Xbox-360-Betriebssytem und nahezu das komplette Nutzungserlebnis (User Experience, UX) unterhalb der ersten beiden Ebenen des Dashboards "knirscht, langsam und mistig" sei. In seinem Blog zeigt Brown seine Lieblingsbeispiele für verwirrende und ermüdende Bildschirme und Nachrichten, mit denen die Nutzer immer wieder konfrontiert würden. Auch das Live-Einloggen, die Passwort-Wiederherstellung und die Accountverwaltung hält Brown für unnötig umständlich. Verschlimmert würde das Ganze dann noch durch die viele Zeit, die für das Warten auf das Laden von Inhalten draufgehe.

"Ich prophezeie Fehlschläge und Verluste"

Statt sich dieser Probleme anzunehmen, verschwende Microsoft Zeit und Geld mit der Entwicklung zukünftiger interaktiver Inhalte, beschränke mit "idiotischen Aktionen" die Nutzung gebrauchter Spiele - etwas das für die Xbox-360-Nachfolgerin im Gespräch ist. Für einen Fehler hält es Brown auch, einen noch härteren Kopierschutz etablieren zu wollen.

"Ich prophezeie hier massive Fehlschläge und Verluste. Und das macht mich traurig", schreibt Brown. Dabei wäre das alles gar nicht nötig, die Xbox brauche nur "jemanden mit Hirnschmalz und dem Fokus darauf", das Produkt erst einmal in Ordnung zu bringen, bevor man die Verheißungen des langfristigen strategischen Ziels - einer Xbox in jedem Wohnzimmer, verbunden mit jedem Bildschirm - weiterverfolge.


ImBackAlive 18. Feb 2013

Social Gaming/etc. sind Katalysatoren - das sind halt Casual Spiele, wie es sie auch auf...

Weloq 14. Feb 2013

Ich finde dazu nichts, Lt. Wikipedia sind rund 100 Mio. Wiis über den Tisch und alleine...

HerrMannelig 14. Feb 2013

Das Ding ist so kotzlangsam. Irgendwelche Webseiten von chinesischen Hinterhoffirmen...

PhilSt 13. Feb 2013

Das Vetorrecht bemängelt er ja auch. Ich verstehe insgesamt nicht, warum sich auf...

spyro2000 13. Feb 2013

Einfach jeden Tag zu einstellbarer Uhrzeit online gehen, nach Updates suchen, ggf...

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